Milhaven ‑ Prinz‑Regent‑Theater || Bochum 21.10.2011

Freitagabend in Bochum: Ein Post‑Rock‑Abend ist angesetzt in dem Foyer des kleinen Prinz‑Regent‑Theaters hinter dem Gelände der Bochumer Zeche.
Es ist eine spezielle Location für einen ganz speziellen Abend. Es ist ein "Heimspiel". Die rein instrumentale Bochumer Post‑Rock‑Band Milhaven feiert ihr 10jähriges Bestehen "zu Hause", vor heimischem Publikum.
In dem überschaubaren Foyer finden sich immerhin knapp 60 Leute ein. Recht pünktlich um 20.50 Uhr geht es langsam los. Wirklich ganz langsam. Ein Instrument nach dem anderen, kommen die vier Musiker nacheinander, zeitversetzt auf die Bühne und so wird der Sound sehr behutsam aufgebaut.
Was dann folgt, sind genau 10 Stücke mit einer durchschnittlichen Länge von jeweils etwa 10 Minuten. Geboten wird ganz klassischer, epischer, instrumentaler Post‑Rock, ohne irgendwelchen Firlefanz oder besondere Sound‑Effekte. Das machen Milhaven nun schon seit vielen Jahren so, völlig losgelöst von irgendwelchen aktuellen Trends und Moden in der Musik-Szene.
Die Stücke bauen sich sehr vorsichtig und intensiv auf, sie bekommen die Zeit, viel Zeit, um sich in aller Ruhe zu entwickeln. Die Melodieführung und die Kompositionen sind weit überdurchschnittlich. Eine innere Dramatik zeichnet jeden der einzelnen Songs aus.
Weit weg von jeder Art breitbeiniger Rockmusik tragen die beiden herausragenden Gitarren den Sound. Dazu kommt dann die unauffällige, reduzierte, aber sehr präzise Arbeit an Bass und Drums. Die stimmungsvolle Atmosphäre des Konzerts wächst so von Stück zu Stück, auch die Resonanz des Publikums steigert sich folgerichtig stetig. Ruhige, getragene Sequenzen stehen nicht einfach zusammenhanglos neben den heftigeren Ausbrüchen, sondern bilden eine kompositorische Einheit, verbunden durch die beeindruckende Arbeit der beiden Gitarren, die nie ihre Melodielinie verlieren.
Vergleiche sind immer blöd, aber von dem langsamen Aufbau der Stücke und von der absoluten Konsequenz des reduzierten Sounds her kommen mir zeitweise die Schweden von PG Lost oder gar die großartigen Savoy Grand in den Sinn.
Das macht auch deutlich, was für eine überdurchschnittliche Band Milhaven sind. Im Bereich des klassischen Post‑Rock brauchen sie wirklich keinen internationalen Vergleich zu scheuen.
Auch ihre bisherigen Tonträger (2 Cdr auf dem rührigen Net‑Label "12‑rec" und eine CD auf dem österreichischen Label "Valeot" in liebevollster Aufmachung) zeugen von dieser Qualität.
Ein wunderschöner, tief beeindruckender Konzertabend einer bisher noch weithin unterschätzten Band. Gut 105 Minuten Atmosphäre pur. Das Fazit kann nur lauten: Heimspiel klar gewonnen.
Text: Hans‑Jürgen Treller‑Scholl

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