Mettingen, 15. Februar 2008

Im Cafe der fremden Stadt
schlürf ich meinen Capuccino,
müßig schweift mein Blick umher,
folgt der jungen Frau am Tresen.

Klein ist sie und etwas stämmig,
dauernd ist sie in Bewegung,
stellt Gedecke, angelt Kekse,
zapft aus der Kaffeemaschine.

Große silberne Kreolen
wippen an den kleinen Ohren,
und im selben Takte hinten
wippt die Pferdeschwanzfrisur.

Unter sanft geschwungnen Brauen
flitzen wache braune Augen
schauen bald auf ihre Hände,
bald hinüber zu den Tischen.

Ihre Nase - süß und stupsig.
Ihre Wangen - rund und glatt.
Und ihr Mund - ein wenig breit,
quicklebendig wie sie selber,

schürzt sich, spitzt sich, oder schmollt kurz,
stellt sich machmal drollig schief.
Ich muss grinsen: wie beredt
sprechen diese stummen Lippen!

Aber manchmal hält sie inne,
und sie lächelt selbstvergessen:
plötzlich ist da nichts mehr komisch,
plötzlich bricht da Harmonie aus,
plötzlich passt da eins zum andern,
ihr Gesicht wird strahlend schön.

Als ich das Cafe verlasse,
nehme ich beglückt dies Bild mit.
Wundersame Wertvermehrung:
Ihr fehlt nichts, und ich bin reicher.


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