Mein Mexiko Road Trip: Zum ersten Mal unterwegs in Lateinamerika

Mein Mexiko Road Trip: Zum ersten Mal unterwegs in Lateinamerika

Mexiko: Herzensland, Augenöffner, Land der tausend Farben, vieler verschiedener Facetten und Gesichtern. All das ist Mexiko für mich und noch viel mehr. Denn dieses Land ist einfach nur atemberaubend und wird ganz bestimmt auch dir eine ganz neue Sicht auf die Welt vermitteln.

Viele, viele Jahre schon hatte ich Lateinamerika schon bereisen wollen. Vor allem Mexiko hat mich immer sehr gereizt- die Kultur, die Menschen, die Musik, die Landschaften, die Feste. Und doch hatte ich zugegebenermaßen gar keine Vorstellung davon, wie es in Wirklichkeit sein würde. Klar, ich hörte die üblichen, vorsichtigen und gut gemeinten Ratschläge („Um Gottes Willen, spinnst du? Allein nach Mexiko reisen? Du wirst doch entführt und womöglich brutal ermordet! Du hast doch einen Knall!"). Glücklicherweise hatte ich schon gelernt, dass vor allem Menschen, die noch nie in einem bestimmten Land gewesen und am wenigsten über dieses Land wissen, immer die meisten Ratschläge für meine Reise in genau dieses Land haben. Ich habe auch gelernt, dass es einfach wichtig ist, sich über mögliche, gefährliche Ecken zu informieren oder sich an die Ratschläge von Locals zu halten und diese Gegenden zu meiden und das Wichtigste: Immer auf mein Bauchgefühl zu hören, denn dieses weiß so gut wie immer wo's lang geht.

Außerdem würde ich nicht ganz allein sein. Mein Kumpel Alex würde mich begleiten. Er ist gebürtiger Mexikaner und ich hatte ihn im Vorjahr auf einer Reise durch Spanien kennengelernt. Er lebt in Mexiko City und mit ihm und zwei seiner Freunde würde ich einen Road Trip durch Mexiko starten. Darüber war ich bei meiner ersten Reise nach Lateinamerika zugegebenermaßen ganz froh. Ich flog also nach Cancun, verbrachte meine ersten beiden Tage alleine dort, bevor es dann nach Mexiko City weitergehen sollte.

Mexiko - Erste Eindrücke

Wer schon mal in Lateinamerika oder speziell in Mexiko unterwegs war, erinnert sich vielleicht noch an seine erste Reise und die allerersten Eindrücke. Ich erinnere mich an meine Ankunft in Mexiko, als sei es gestern. Die Luft war warm und feucht, als ich spätabends aus dem Bus stieg, der mich ins Zentrum von Cancun gebracht hatte.

Nach ersten Orientierungsschwierigkeiten machte ich mich auf meinen Weg zum „Orquideas" Hostel, wo ich mich für zwei Nächte eingebucht hatte. Auch wenn ich keinen Grund dazu gehabt hätte, kamen nach Ankunft erste Unsicherheiten in mir auf, denn natürlich hallten die Stimmen, die mich davor gewarnt hatten, hierher zu reisen, in meinem Kopf nach. Diese erste Angst wurde jedoch schnell von einem Gefühl absoluter Faszination vertrieben.

Ich stand mitten auf dem Marktplatz von Cancun, auf dem gerade ein Fest zugange war. Ich saugte jedes Licht, jeden Menschen, jeden Klang in mich auf wie ein Schwamm und realisierte, dass ich in einer ganz anderen Welt angekommen war. Auf dem Marktplatz tobten Kinder zwischen ihren Eltern und Großeltern, auf einer großen Bühne führte eine Gruppe von Mädchen in rosa Tütüs einen Balletttanz auf, während Musik von allen Seiten und aus allen Marktständen tönte. Vor der Kirche, in der Seitenstraße vor dem Marktplatz hatte sich eine ganze Traube von Menschen gebildet, die alle, hübsch gekleidet, ihren Glauben in wundervollem Gesang und Gebet ausdrückten. Als ich einen Blick in die Kirche warf, sah ich sie, im Sitzen, im Stehen und sogar kniend am beten. Ich war wie gebannt. Das hier war definitiv eine Welt, die ich so noch nicht erlebt hatte.

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¡Arriba! ¡Ándale! - Los geht´s auf den Mexiko Road Trip

Nachdem ich in Mexiko City angekommen und am Flughafen abgeholt wurde, ging es direkt los auf unseren Road Trip Richtung Oaxaca. Allein der Weg dort hin bereitete allerlei Überraschungen- denn für mich war schließlich alles irgendwie neu. Am meisten faszinierten mich die Karawanen, die seitlich an uns vorbeizogen. Groß, bunt und mit je 6 bis 12 Mexikanern beladen, waren tausende auf dem Weg nach Mexiko-City, um zum heiligen Grab der Santa Maria de Guadalupe zu pilgern. Manche fuhren mit ihren Autos, andere gingen zu Fuß, teils einen Kinderwagen vor sich her schiebend. Einige Gläubige radelten sogar, mit großen Maria-Statuen auf den Rücken gebunden, am Rande der Autobahn entlang. Dieser starke Glaube war ebenfalls etwas, dass ich bisher nur selten, oder zumindest in viel kleinerem Maße, gesehen hatte.

Oaxaca war ein Traum. Ein wunderschöner Ort mit bunt bemalten Häusern und unglaublich freundlichen, herzlichen Menschen. Nachdem wir (leider) nur eine Nacht in Oaxaca verbracht hatten, denn wir hatten insgesamt etwa zweieinhalb Wochen Zeit, machten wir uns auf den Weg nach Monte Alban, einer prä-kolumbianischen, archäologischen Stätte, die schon hunderte von Jahren vor Christus die Hauptstadt der Zapoteken war. Diese uralten Maya-Ruinen muss man einfach mal live erlebt haben. Wir fühlten uns plötzlich wie in eine ganz andere Zeit hineinversetzt, stellten uns vor, wie man all diese großen, beeindruckenden Bauten errichtet hatte und kamen aus dem Staunen gar nicht mehr raus.

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Hippieflair am Pazifik

Der nächste Stopp sollte mein persönliches Highlight werden. Zipolite, ein winziges Hippiedorf am Meer. Als wir ankamen, machte mein Herz einen regelrechten Sprung. Ich nahm ich die feucht-warme, salzige Luft wahr und hörte das Rauschen des Meeres im Dunkeln des späten Abends. Zipolite ist ein Ort, an dem alles einfach etwas langsamer zugeht und in dem es keine Sau interessiert, ob du barfuß oder gar nackt über den fast menschenleeren Traumstrand läufst. Es ist ein Ort, an dem abends in der kurzen Straße mit Restaurants Musik gespielt, gesungen und Hoolahoop getanzt wird. Ich persönlich fühle mich an solchen Orten sofort heimisch und wenn es dir ähnlich geht wie mir, wird auch dir Zipolite sehr gut gefallen.

Nach einigen Nächten in Zipolite, wo wir zu einem äußerst günstigen Preis in einem wunderschönen kleinen Hotel mit Meerblick übernachtet haben, verbrachten wir noch einige Stunden im Nachbardorf Mazunte. Der Ort hat einen unfassbar schönen Strand und süße kleine Cafés. Wir zogen weiter nach Puerto Escondido. Möglicherweise war ich schon so verwöhnt von den vorherigen kleinen Orten, denn Puerto Escondido gefiel mir persönlich nicht so gut, was nicht heißt, dass ich nicht nochmal hin würde, um die Stadt erneut anzutesten.

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Armut & Korruption

Von hier sollte es dann zurück gehen nach Mexiko City gehen, da Alex zwei Prüfungen zu schreiben hatte. Kurz vor dem Zentrum Mexiko Citys traf mich ein ziemlich ernüchternder Schlag. Wir sahen die Slums in den Vororten. Zum Teil völlig heruntergekommene Rohbauten, ohne Strom und ohne Wasser. Hier lebten die Ärmsten der Armen, erklärte Alex und mir wurde das erste Mal klar, mit was für einer Armut Mexiko es zum Teil zu tun hat.

Nicht nur die Armut, die ich zuvor so noch nie gesehen und erlebt hatte, schockierte mich. Auch die Korruptheit der Polizei und die ständige Präsenz des Militärs in Form von teils schwer bewaffneten Soldaten versetzte mich in ein ungläubiges Staunen. Der schockierendste Moment war für mich, als ein Polizist uns mitten in einem kleinen Ort plötzlich anhielt und aufforderte, ihm unsere Pässe zu zeigen. Wir seien falsch herum in eine Einbahnstraße gefahren, hieß es- eine Anschuldigung, die niemand von uns hätte bestätigen können. Mein Kumpel Alex stieg also aus, um dem Polizisten unsere Pässe zu übergeben. Eine Strafe sollte fällig sein für unser „Vergehen". Kurzerhand sagte der Cop allerdings zu meinem Kumpel, „dass man das aber ja auch anders regeln könne". Ich sah vom Rücksitz aus zu, wie der Polizist Alex leise den Betrag mitteilte, den er erwartete (der übrigens etwa die Hälfte des Preises für den Strafzettel betrug) und ihm eine schwarze Ledermappe in die Hand drückte, welche Alex dann mit zum Fahrersitz nahm, ein paar Geldscheine hineinlegte, die Mappe wieder schloss und dem Cop zurück gab. So hatte ich mein allererstes Schmiergeld gezahlt.

Der weitere Verlauf der Reise war geprägt von vielen weiteren, spannenden Erlebnissen und diese bleiben mir bis heute in Erinnerung. Auch wenn nicht alles immer glatt gelaufen ist, würde ich dennoch immer wieder nach Mexiko, denn diese vermeintlichen, negativen Erfahrungen auf Reisen lehren uns immer wichtige Dinge für's Leben. Zudem sagen diese Erlebnisse absolut nichts über die Gutherzigkeit und Liebenswürdigkeit der Mexikaner aus, denn die Menschen, die ich dort kennengelernt habe, waren mitunter die freundlichsten, die ich bisher kennenlernen durfte. Solltest du also in Betracht ziehen, nach Mexiko zu reisen, kann ich dir nur sagen: Go for it! Glaube mir, es lohnt sich!

Dies ist ein Gastbeitrag von Denise vom Reiseblog Travelous Mind:

Denise ist Freelance-Videografin und Cutterin und digitale Teilzeitnomadin. Auf ihrem Blog „Travelous Mind" schreibt sie neben dem tiefen und achtsamen Reisen auch über Themen wie Selbstreflexion, Persönlichkeitsentwicklung und das Leben allgemein. Da sie außerdem seit vielen Jahren mit einer chronischen Erkrankung namens Mukoviszidose um die Welt tingelt, schreibt sie auch gern mal über das Reisen mit chronischer Erkrankung. Zudem schreibt sie zur Zeit ihr erstes Buch, in dem sie von ihren physischen sowie seelischen Reisen mit Mukoviszidose erzählt. Du findest Denise unter Anderem auf Facebook oder Instagram und kannst sie bei Interesse jederzeit per Mail unter [email protected] anschreiben.


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