Mein Leben bei der Feuerwehr

Leseprobe: Mein Leben bei der Feuerwehr
3. Kapitel – Der Beginn der Grundausbildung

Nun stand ich zum 3. Male vor dem Tore der Feuerwehrzentrale und diesmal war es sicherlich das schönste Gefühl, denn ich wusste ich habe es geschafft, wobei ich natürlich noch nicht wusste, dass jetzt sehr viele Prüfungen auf mich warten und bei zweimaligen Versagen einer Prüfung ebenfalls die Kündigung droht. Dass man natürlich bei Alkohol, Diebstahl oder sonstigen Delikten ebenfalls verwiesen wird spricht ja für sich selbst, welches auch vollkommen in Ordnung ist, aber in Großen und Ganzen ist es ein sehr sicherer Beruf, welches in der heutigen Zeit sicher ein großes Plus ist. Bevor ich mit meiner Geschichte weitermache möchte ich kurz den Unterschied meiner damaligen Grundausbildung und der jetzigen Form erläutern.

Gleich geblieben ist das wir im 8 Stunden Dienst, also von 7h30 Uhr bis 16h30 täglich von Montag bis Donnerstag, Freitag nur Vormittag Dienst versehen, wir befinden sich in einem Probevertrag, der eigentlich bis zur Definitiven also bis zum 6. Dienstjahr andauert, wobei ein Kündigungsschutz schon ab dem ersten 24 Stunden Dienst besteht. Als Gehalt bekommen wir den normalen Grundbezug in unserem eingeteilten Schema, also dem Schema D, natürlich ohne Zulagen, da wir ja keiner Gefährdung, keinem Wechseldienst und keinem Sonn- und Feiertagsdienst ausgesetzt sind.

Nun zu den Unterschieden, ich hatte noch durchgehend auf einer Wache Dienst, wie schon erwähnt auf der Hauptfeuerwache Floridsdorf, übrigens ist es heute nur mehr die Gruppenwache "Am Spitz", aber zu der Sektionseinteilung einwenig später. Das einzige welches ich außerhalb der Wache an Kursen absolvierte, war der Rauchkeller in der Zentralfeuerwache und der Rettungsschwimmer im Floridsdorfer Hallenbad. Mittlerweile ist der Rauchkeller auf der neuen Hauptwache Floridsdorf und der Rettungsschwimmer ist bei der Grundausbildung bereits Voraussetzung.

Heutzutage muss man an vier verschiedenen Wachen verschiedene Kurse absolvieren, welches gemeinsam die Grundausbildung in 100 Tagen ergibt, wobei auch hier die Dauer neu ist, ich hatte 55 Tage. Einerseits absolviert man den Branddienstteil, welcher den Hauptanteil der Grundausbildung ausmacht, nämlich 57 Tage. Hier wird einem also für die ersten Feuerwehrjahre ein Grundwissen gelehrt, wie das gesamte Fahrzeuginventar, die Grundkenntnisse bei den Gruppeneinsätzen, das Umgehen mit Leitern, das Verhalten unter Atemschutz, wo ich jetzt sicherlich nur die wichtigsten Teile angeführt habe. In diesem Teil hat man zwei Prüfungen, welche von einem Offizier abgenommen werden, absolviert man mit Erfolg kommt man in den zweiten Teil und somit auch auf die zweite Wache.

Hier möchte ich vielleicht noch kurz einfügen, dass das ganze System auf einem Punktesystem beruht, pro Prüfungen gibt es gewisse Punkteanzahlen die man bekommt, bei Unsicherheiten oder Fehlern in theoretischen oder praktischen Bereichen gibt es Abzüge, wobei natürlich ein gewisses Kontingent als Mindestanzahl erreicht werden muss um die Prüfung zu bestehen. Zusätzlich bekommt man jeden Monat 10 Punkte, also kommt man gleichzeitig zur Feuerwehr, und egal wie lange man dabei ist, wenn ein Kollege bei Prüfungen Punkte verliert ist er immer hinter den Kollegen, die mit ihm gekommen sind.

 

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11. Kapitel - Technischer Hilfsdienst, zweiter Zillenkurs, Einsatzerzählungen

Diesmal fühlte ich mich um einiges wohler, als beim ersten Dienst in Hernals, es war alles so vertraut, die Kollegen empfingen mich freundlich. Anfangs war nur die Alarmfrequenz eine Umstellung für mich, vor allem in der Nacht war ich es nicht mehr gewöhnt aufzustehen. Da ich diesmal keinen Küchendienst, oder andere administrative Arbeiten erledigte, fuhr ich auch sehr oft 3. BLF, und da hat man in der Nacht fast immer zumindest eine Ausfahrt.

Es dauerte keine fünf Wochen, seit die Ablöse vorbei war und ein Einsatz ereignete sich, woran ich mich heutzutage in manchen Lebenssituationen noch erinnere. Ich glaube nicht, dass man es als traumatisches Einsatzerlebnis bezeichnen kann, denn die Erinnerungen lösen keine Beängstigung aus, es passiert auch meistens unter Tage. Worauf ich noch nicht gekommen bin, ist, wann dieser Auslöser in meinem Unterbewusstsein aktiviert wird, ich kann es keiner bestimmten Lebenssituation zuordnen. Manchmal sitze ich im Auto und plötzlich erinnere ich mich an diesen Einsatz, andermal aber spreche ich mit Personen und plötzlich, auch wenn es nur für Bruchteile von Sekunden auftaucht, kommen mir Szenen des Einsatzes in den Sinn. So schnell sie kommen, so schnell verschwinden sie auch wieder, diese Erinnerungen, eigenartig, irgendetwas Bedeutendes muss damals schon ins Unterbewusstsein aufgenommen worden sein.

Es war ein kühler Herbsttag, Anfang November, ein Wochentag, die Uhrzeit zeigte beim Alarm 21 Uhr 30. Laut Ausrückeordnung fährt zu dieser Einsatzart, nämlich verdächtiger Feuerschein ein Gruppenfahrzeug und zwar das 1.BLF. Ich fuhr an diesem Tage die Nummer 2, das bedeutet bei einem Brand würde ich den Atemschutz tragen, bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir erst eine Ausfahrt, ein TUS Brandmelder. Diese Art des Einsatzes möchte ich als nächsten Punkt beschreiben, aber kommen wir zurück zu dem verdächtigen Feuerschein. Ein Einsatz welcher für den Gruppenkommandanten einen unangenehmen Beigeschmack herbeiführen kann, denn im Prinzip kann diese Alarmierungsart jegliche Gefahr bis hin zur Mystifikation oder auch Irrtum beinhalten. Wiederum solch eine Situation, wo man sich auf der Hinfahrt keinerlei Konzept zurechtlegen kann, erst bei der Ankunft kann man sich ein Bild machen und dann die bestmöglichen Entscheidungen treffen.

Wir kamen in einer Gasse des 16. Bezirkes, den Namen der Gasse möchte ich wieder aufgrund der Schweigepflicht nicht nennen, um 21 Uhr 40 an. Vor dem Aussteigen ordnete unser Kommandant uns an, beim Fahrzeug zu verbleiben, er wird die Erkundung mit der Nummer eins durchführen, er erwähnte auch noch, dass wir auf Funkkanal acht gehen sollen, damit er uns jederzeit rufen kann. Beim Eintreffen an der Adresse erwartete uns bereits der Anzeiger beim Haustor, ein junger Mann, welcher im Jogginganzug nervös am Stand hin und her tappte und eine Zigarette in langen Zügen rauchte. Ich beobachtete meinen Kommandanten, wie er ihn begrüßte und der junge Mann in gestikulierenden Bewegungen seine Beobachtungen schilderte.

Immer wieder schauten sie während der Erzählungen in das gegenüberliegende Haus, welches auf keinen Fall ein Wohnhaus sein dürfte, denn die Fenster waren eng aneinander gereiht und sehr hoch und schmal, es deutete auf eine Firma. Unser Kommandant, ein sehr erfahrener, ruhiger Mensch, dürften diese Erklärungen zu wenig gewesen sein, denn nun begaben sie sich alle drei in die Wohnung des Anzeigers, die Wohnung lag genau gegenüber des vorhin erwähnten Gebäudes. Nach etwa zehn Minuten kamen unsere beiden Kollegen ohne den jungen Mann wieder aus dem Haus. Ich erfuhr im Nachhinein, dass sie im dritten Stock der Nähfabrik, welches der Anzeiger wusste, Fenster beobachten konnten, welche sehr milchig von außen aussahen. Da die anderen Fenster der gesamten Fabrik aber glasklar waren, und nach Aussage des Anzeigers die besagten Fenster normal auch nicht milchig waren, wurde unsere Kollegen stutzig und mussten der Sache genauer auf den Grund gehen. Der junge Mann, welcher in der Wohnung allein wohnen dürfte, meinte auch noch, dass er einen kurzen Feuerschein wahrnehmen konnte, als er sich vergewissern wollte, konnte er nur mehr dieses milchige, nebelige in den Fenstern erkennen.

Die Gasse war doch etwas breiter, es war bereits dunkel, die Straßenbeleuchtung nicht ausreichend, kurz um unsere beiden erfahrenen Feuerwehrmänner konnten aus der Vis a Vis Wohnung nichts genaues feststellen. Wir stiegen alle aus dem Fahrzeug aus und begaben uns mit Einbruchswerkzeug zum Haupteingang Unser Kommandant überlegte nicht lange, er sah die robuste, vermutlich aus Stahl bezogene Türe, probierte noch mittels Sperrhaken, ob sie eventuell nicht versperrt ist, da dies nicht der fall war, forderte er über Funk eine Drehleiter an. Wir hatten bis zu deren Eintreffen die Zeit uns vollständig auszurüsten, und die Einsatzsituation zu besprechen. Gegen 22 Uhr traf unsere Drehleiter aus Hernals an der Einsatzstelle ein, nach kurzen Anweisungen unseres Kommandanten, wurde die Leiter in Stellung gebracht. Die Nummer eins und ich rüsteten uns mit Atemschutz aus und begaben uns in den Drehleiterkorb...


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