Media Monday #206

Das lange Wochenende (zumindest in NRW, wo Fronleichnam inklusive Prozession, was eine Prostituierten-Demo ist, soweit ich das verstanden habe, gefeiert wurde), ist schon wieder vorbei und eine neue, lange Woche, inklusive weiterem Arztbesuch, der voraussichtlich zu nix führen wird, steht bevor. Wie immer beginnend mit dem Media Monday.

1. Jim Carrey hätte ja spätestens für ihre/seine Darstellung als Truman Burbank einen Haufen Preise verdient, denn der Mann ist einfach unglaublich talentiert, wenn es um … einfach alles geht. Leider wird er aber immer übergangen. Sei es nun als Truman, Joel Barish oder vor allem als Andy Kaufman. Alleine aus dem Grund, dass er für keine dieser Rollen für nen Oscar nominiert war, ist die Academy ein völlig ahnungsloser Kackverein. Hach, ich freu mich schon wieder auf die Oscars. Da kann man immer so richtig schön drüber abkotzen.

2. Bei Filmen in historischem Kontext, darf es lieber frei interpretiert sein oder möglichst akkurat und reell? Scheiß doch auf akkurat und reell. Jetzt mal ehrlich: Klar, die Geschichte der Menschheit besteht in erster Linie daraus, dass sich irgendwelche Vollidioten wegen dämlicher Scheiße die Schädel einschlagen. Aber nur weil sich die Leute unentwegt gegenseitig in die Fresse hauen, muss das noch lange nicht spannend sein. Ich glaube, der Großteil der Weltgeschichte ist einfach todlangweiliger Scheiß. Eigentlich ist ja auch nur überliefert, wenn mal was Wichtiges passiert ist und die Lücken dazwischen interessieren keine Sau.

Hitler war zum Beispiel ein Riesenarschloch. Aber wie spannend wäre es denn, wenn man seine Geschichte akkurat erzählen würde, und wir ihm dabei zugucken müssten, wie er gelangweilt in seinem Bunker rumsitzt, Pläne zur Weltherrschaft schmiedet und hin und wieder seine Schäferhunde fickt? Klingt nicht sehr aufregend. Da kann man aufgrund der Dramaturgie ruhig mal etwas ändern.

3. Das Interessante an Fantasy-Settings, ist ja generell die Tatsache, dass es unbegrenzte Möglichkeiten bietet, sich kreativ so richtig auszutoben. Leider wird das aber nur selten genutzt und immer nur auf altbewährtes zurückgegriffen. Klar, Drachen und Zwerge und der ganze Bla sind cool und etabliert und ich habe auch absolut nix dagegen, diese in Fantasywelten wiederzufinden. Schließlich gehören sie irgendwie dazu (und ich selber greife auch darauf zurück). Aber trotzdem kann man doch auch gleichzeitig mal etwas kreativ sein und neue Wesen in seine eigens geschaffenen Welten werfen, um für Abwechslung zu sorgen. Dadurch wird das alles einfach interessanter und wirkt nicht so ausgelutscht und schon tausend Mal dagewesen. Ich beispielsweise habe neben den Drachen, Zwergen, Magiern und Co. auch noch Sumpholoiden, Dragonen und Chamäleoden erschaffen, die in meinem Roman (der sicher innerhalb der nächsten 42 Jahre erscheinen wird) ihr Unwesen treiben. Es macht auch einfach ne Menge Spaß, Neues zu erfinden.

Unglaublich, wie gekonnt ich die Frage, völlig unbewusst, mal wieder als Teaser in eigener Sache genutzt habe.

4. Der spannendste Kriminalfall – ob im Film oder in Serie – fällt mir gerade nicht ein, da ich die letzten 42 Staffeln CSI, CIS … Moment mal, hatten wir das nicht schon mal so ähnlich hier? Jedenfalls guck ich sowas nicht und deshalb sage ich ganz spontan: Der Mord an Marie Müller. Den gabs bestimmt mal irgendwo, in irgendeiner Form, und wurde irgendwie, ganz spektakulär von einem coolen, abgefuckten Komissar gelöst. Arme Marie … sie war noch so jung.

5. Jim Carrey spielt ja sonst eher Comedy-Rollen Rollen, aber als Joel Barish war er absolut fantastisch. Für weiteres siehe Frage 1.

6. Unvergessen, wie der T-Rex in Jurassic Park aus seinem Gehege ausbricht und den Jeep zerlegt, denn das war noch richtig gut inszeniertes Kino, mit Spannung und guter Technik. Nicht so ein hingerotzter Scheiß, wie heutzutage, wo alles aus dem Computer einfach kacke aussieht. Aber bevor ich mich jetzt wieder über CGI aufrege, warte ich lieber auf Jurassic World. Denn da werde ich richtig üble Komplexe kriegen, an denen ich euch selbstverständlich teilhaben lassen werde. Man, das wird alles so unfassbar Scheiße werden. Ich weiß es ganz genau.

7. Schon witzig, wie in Filmen, die erst ein paar Jahre alt sind Matthew McConaughey eigentlich nur Scheiße gedreht hat, um dann plötzlich so richtig zu rocken. Dabei fand ich ihn damals in Die Jury ziemlich gut und dachte, aus dem könnte was werden. Und dann kamen diese ganzen fürchterlichen Sunny-Boy-Rollen und Kackkomödien. Und dann war er plötzlich wieder da und rockt seitdem jede Rolle dermaßen, dass es einem schon fast wieder auf den Sack geht. Aber eben nur fast. Bemerkenswerter Werdegang. Muss man schon sagen.



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