Measure of a Man

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Measure of a Man

5Komödie

Sommer, Sonne und Teenager-Probleme. Wie die alltäglichen Hindernisse eines jungen Erwachsenen die schlimmsten und gleichzeitig schönsten Sommerferien formen, zeigt das dritte Werk von Jim Loach in einer sympathischen und konventionellen Art.

Bobby Marks (Blake Cooper) ist ein übergewichtiger Teenager und hasst den Sommer. Mit seinen Eltern (Judy Greer und Luke Wilson) und seiner Schwester (Liana Liberato) fährt er wie jedes Jahr über die sommerlichen Ferien an einen idyllischen See. Dort spielt sich sein Leben zwischen seiner Urlaubsliebe Joanie Williams (Danielle Rose Russell), einem anstrengenden, doch Charakter formenden Ferienjob bei Dr. Kahn (Donald Sutherland) und drei ländlichen Rowdies, die ihm das Leben schwer machen, ab. Doch dieser Sommer wird anders.

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Es gibt bestimmte Filme, die bei der Zuseherin, beim Zuseher ein spezielles Gefühl hervorbringen, ein Gefühl, dass perfekt zur Stimmung des Films passt. Genau das schafft Measure of a Man. In den ausbalancierten 100 Minuten Laufzeit entsteht ein laues, sommerliches Empfinden, als säße man selbst an einem schwülen Sommerabend am See. Der Regisseur Jim Loach erreicht, dass dieses angenehme, leicht euphorische Gefühl auch den gesamten Film anhält und nicht nur szenenweise aus dem kühlen Nass auftaucht. Das verdiente Lob hört an dieser Stelle jedoch auf, denn Measure of a Man hat nicht viel mehr zu bieten. Es wird eine Coming-of-Age Geschichte erzählt, die bereits in unzähligen Werken ausgeschlachtet wurde. Die filmische Erzählung rund um den schlimmsten besten Sommer von Bobby Marks reiht sich unspektakulär und mit einem leisen Seufzen in das schwüle Genre der „Summer-Vacation-Movies“ ein.

Die abwechslungsreichen, jedoch klischeehaften Figuren sind rund und lebhaft geschrieben, sodass man ihre Sommerferien am See doch interessiert verfolgt. Auch das Schauspiel der Haupt- und Nebendarsteller wird den Charakteren gerecht, sodass zum Teil eine ausgefallene und bunte Chemie zwischen den Protagonisten entsteht. Gerade Hauptdarsteller Blake Cooper, den man aus Maze Runner (2014) kennt, kann neben den Hollywood-Routiniers wie Donald Sutherland, Judy Greer oder Luke Wilson sehr gut mithalten. Neben dem tadellosen Schauspiel wirkt sich auch der ruhige, gefühlvolle Score positiv auf die Sommerstimmung aus. Die Filmmusik umrahmt melancholisch, doch lebendig die emotionale Geschichte eines jungen Teenagers auf seinem Weg zum Erwachsenen.

Visuell ist Measure of a Man nicht mehr als gutes Mittelmaß, man darf sich keine raffinierten Kamerafahrten, überwältigende Einstellungen oder wunderschöne Bildkompositionen erwarten. Im Laufe des Films gibt es eine Szene zwischen der Hauptfigur Bobby und der Nebenfigur von Donald Sutherland, die leider angesprochen werden muss: Dr. Kahn (Donald Sutherland) gibt dem niedergeschlagenen Bobby einen Rat, wie man mit fiesen Tyrannen und gemeinen Hänseleien umgehen sollte. Es stellt sich heraus, dass Dr. Kahn ein Überlebender des Holocaust ist und in dieser Szene Schulhof-Mobbing drei Jugendlicher vom Land mit dem organisierten und industrialisierten Genozid jüdischer Menschen vergleicht. Dies führt dazu, dass die sympathische Beziehung der beiden Figuren und vor allem der Charakter von Dr. Kahn einiges an Glaubwürdigkeit einbüßen muss. Eine Szene bei welcher man schwer Schlucken muss, die den Film jedoch nicht in seiner Gänze abwertet.

Measure of a Man ist ein filmischer Sommerurlaub, den man schon oft erlebt hat, jedoch jedes Jahr aufs Neue das Gefühl von Sommerfrische genießt. Der Film kann mit seiner Erzählweise und seinen runden, sympathischen Charakteren punkten, bleibt dramaturgisch und inszenatorisch jedoch auf der Strecke liegen.

Regie: Jim Loach, Drehbuch: David Scearce nach dem Roman One Fat Summer von Robert Lipsyte, Darsteller: Blake Cooper, Donald Sutherland, Judy Greer, Luke Wilson, Filmlänge: 100 Minuten, Filmstart: 14.06.2019

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Autor

Adrian Zerlauth

 

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