Martin

MartinMartin Wisst ihr, Tinder hat einen riesen Vorteil: Man kommt in kürzester Zeit in viele Locations.
Ich schlage den Datewilligen immer eine neue Location, die ich unbedingt ausprobieren möchte, vor. Deshalb kann ich meine Liste an gesammelten "Da musst du mal hin " - Empfehlungen relativ aktuell halten.
Diesmal war es der Hutong Club in Schwabing der mein Date und mich kulinarisch verwöhnen durfte.
Was ich über den Typen wusste:
Er war Südländer, er arbeitete als Arzt in einem Klinikum, wir bevorzugten es beide keine Protzbilder von uns auf unsere Profile hochzuladen und wir liebten beide die süße Welt von Nestlé und Co..
Der Kontakt war von Anfang an - in einem Wort beschrieben - : EASY!
Kein dauerndes nerven über WhatsApp, keine lästigen Fragen ala "Was machst du?" "Du triffst dich doch bestimmt heute mit einem anderen", kein: "Schick mir mal ein Foto ohne Filter" - "... hast du noch eins?"
Nein... dieser Kontakt war der Erste der nicht an die wie bislang erschreckenden Oberflächlichkeiten von Tinder anknüpfte, deshalb war ich umso gespannter auf unser Treffen in der Realität - mal wieder!
Ach Kinder... ich kann mich nur wiederholen... manchmal ist es einfach schöner in einer Illusion zu leben!
Martin war, nennen wir es: Lebendig!
Er war nett, lustig, besaß Humor... ich schwam mal wieder mit einem Typen auf der gleichen Welle. ABER: Das tröste nicht über die Tatsache hinweg, dass er zum einen kleiner war als ich und dazu zerbrechlich wirkte. Er war geradezu dürr! Über den Größenunterschied hätte ich hinwegsehen können, aber keine Schulter zum anlehnen zu haben und eher befürchten zu müssen, dass mein Gegenüber, egal bei welcher Tätigkeit, zerbrechen könnte, NEIN, dass ging nicht! Ich wollte ihm schon nicht mal mehr zum Abschied die Hand reichen, so sehr hatte ich Angst ihm weh zu tun!
Ein Mann muss ein Mann sein - und ich möchte keinen Mann an meiner Seite der in mir Beschützerinstinkte ala Muttern hochholt... das funktioniert doch nicht?!
Umso gespannter war ich, was er sich von der Speisekarte des Hutong Clubs auswählte und dann auch tatsächlich davon aß. Es soll ja bekanntlich auch Männer geben die an Anorexia nervosa oder Bulimie leiden.
Martin
Das Essen lenkte mich erstmal von meinem Beschützerinstinkt, den ich über den Abend hinweg gegenüber Martin entwickelt hatte, ab. Ich war so begeistert von meinem Kung Pao Chicken with Cashews, dass ich kurzzeitig alles um mich herum vergaß. Diese Geschmacksexplosion rettete mich über den Abend und erklärte, weshalb das Restaurant an einem Montag vollbesetzt an Gästen war.
Und dann, zwischen dem Publikum des Hutong Club´s, dass aus einem Sammelsurium an Hippstern, trendigen Müttern, Intellektuellen, Modepüppchen und Normalos bestand, passierte es: Ich verliebte mich! - Und zwar in diesen unglaublich tollen, sympathischen, gutaussehenden, liebenswerten, mich zum lachen bringenden Drink namens: Caffee Negroni!
Es war Liebe auf den ersten Schluck! 
Woher er auch kam, wohin er auch ging, ich wollte bei ihm sein!
Martin
Auch wenn es mit Martin, der übrigens brav aufgegessen hatte was er sich bestellte nichts wurde, ab diesem Abend wusste ich: Da draußen gibt es etwas, was mich glücklich machen kann! - Und ich finde es im Hutong Club!
Wer nun ebenfalls im Hutong Club seine große Liebe finden möchte: Reservierung ist Pflicht!