Marc Almond

Der Mann hat's sich nicht leicht gemacht. Einst ein Held der 80er Jahre, die er mit Pomp und Glamour für sich eingenommen hat, dann die 90er, in denen er umtriebig Popspielarten jeglicher Couleur (nungut, die grossartige Coverversion von "Someting's Gotten Hold Of My Heart" ist von 1989) angestimmt hat und dann die 00er Jahre, die ihm zumindest was die allgemeine Wahrnehmung anging, nicht wirklich gut getan haben.
Jetzt ist 2010 und alles wird gut. Das neue Album "Varieté" ist ein Potpourri bester und ausuferndster Unterhaltung. Kein Disco, kein Dance, dafür wunderbar elegische Klangfülle, große, reichhaltig instrumentierte Balladen und ein Konzept welches den glitzernden Star wieder auf die Bühnen dieser Welt zurückholen muss: das Varietè.
Marc Almond bietet uns augenzwinkernd "Bread & Circus", stellt sich als "Exhibitionist" in den Mittelpunkt und ist doch auch immer der traurige "Cabaret Clown" und verrückt nach dem ihm eigens auferlegten Irrsinn. Ein Panoptikum, ein Baroque-Pop-Meisterwerk, wie es in diesem Jahr auch John Grant schon vortrefflich, The Divine Comedy eher mittelprächtig gelungen ist (von der fabelhaften Bonus-Disc mal abgesehen).

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