LTE: Ostereiersuchen mit E-Plus


Ostereiersuchen mit LTE von E-Plus

Bald ist wieder Ostern. Da kriechen junge und alte Kinder durch den Garten und suchen Osterreier und freuen sich riesig, wenn sie eins gefunden haben.

E-Plus Wiese

(E-Plus Sendestation. Foto: E-Plus-Gruppe)
Schon vorher streifen Mobilfunkfans durch die Lande und starren auf ihre Displays. Sie sind auf der Jagd nach LTE-Sendestationen von E-Plus, die bereits in Betrieb gegangen sind, um sie sofort mit Speedtest, Floq oder RTR zu “vermessen” und ihre Standorte und Meßwerte im Netz zu verewigen. LTE = “Long Term Evoution” hierzulande “4G” genannt, während in den USA unter “4G” eher HSPA verstanden wird. In Korea und Japan spricht und testet man bereits intensiv 5G. Soweit sind wir hier noch nicht.

Es geht wieder einmal um E-Plus: Lange Zeit als Netz voller Funklöcher und mit gähnenden langsamen Datenraten verspottet und belächelt, hat der Anbieter seine Hausaufgaben gemacht. Heimlich still und leise wurde in den Letzen Jahren vom Netzausrüster Alcatel-Lucent das Netz in UMTS-Technik auf HSPA+ und DC-HSPA+ (mehrere Träger/Kanäle werden zusammen “geklebt”) und die Geschwindigkeiten auf bis zu 42 MB/s hochgeschraubt.

Dann wechselte der Netzbetrieb “über Nacht” von Alcatel-Lucent zum chinesischen Ausrüster ZTE. Fast unbemerkt wurde das Netzkontrollzentrum umgeschaltet und übergeben.

Noch geheimer wurden in Deutschland unzählige Sendestationen in aktueller LTE-Technik aufgebaut, aber zunächst für die Nutzung gesperrt. Selbst E-Plus-Mitarbeiter, so erzählt die Legende, durften lange Zeit nicht in den LTE-Bereich vordringen. Am Aschermittwoch war das vorbei, sukzessive wurden die Stationen freigegeben, genauer, die rund 25 Millionen SIM-Karten der Kunden von E-Plus und seinen zigtausend Neben- und Untermarken wurden Stück für Stück im NGNP Server freigeschaltet.

Wer ein LTE-fähiges Handy besitzt, kann jetzt auf Netzsuche gehen und entdeckt mit etwas Glück im E-Plus Netz eine LTE (“4G”) Station, die gar nicht mal in den großen Ballungszentren stehen muß, sondern durchaus in den Mittel- und Kleinstädten zu finden sein kann, wo man LTE von E-Plus kaum erwarten würde. Noch kein LTE im Netz von E-Plus bekommen mobile Telefone von Apple und teilweise von Samsung, die eine Form von “Update” benötigen, was es noch nicht in allen Fällen gibt und ein “Jailbreak” will gut überlegt sein.

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona zelebrierte E-Plus eine Pressekonferenz der besonderen Art: Dort wurde ein 5 Jahresvertrag mit dem chinesischen Netzausrüster ZTE vorgestellt, der als de-facto-Netz-Betreiber das Netz nicht nur aufbaut, sondern auch gleich betreibt, das Personal wurde teilweise von der Alcatel Lucent Network Service übernommen. Das ist insbesondere bemerkenswert, da zwischen dem Mitbewerber Telefonica o2 und der E-Plus-Mutter KPN längst eine Fusion verabredet worden war, die derzeit von der EU-Kommission intensiv geprüft wird.

Allerdings stellte Dr. Xiangming Zhao, seines Zeichens Executive Vice President bei ZTE auf Nachfrage klar, habe man nicht die Absicht E-Plus als Lizenzinhaber und Netzbetreiber zu kaufen, sondern man sei ein Lieferant (“Vendor”) von hochwertiger Netztechnologie und wolle das auch bleiben.

Für wenige Sekunden war bereits der Verdacht aufgekeimt, die Fusion von E-Plus mit o2 könnte am Ende gar nicht stattfinden, was rein theoretisch…

Doch selbst bei planmäßiger Fusion wird es schwierig, da Lieferant ZTE mit seinem Hauptkonkurrent Huawei sprechen muß, der bislang den Fusionspartner o2 beliefert. Selbst wenn am Ende irgendwann der Dienstleistungsvertrag für den gesamten Netzbetrieb mit ZTE auf das komplett fusionierte Netz ausgedehnt werden könnte, wird man in der Zwischenzeit intensiv miteinander reden müssen.

Derweilen streifen die E-Plus-Fans durch das Land und entdecken täglich neue LTE-Stationen, die sie dokumentieren. Auf den Fluren man, das weitere folgen werden, die gerade aufgebaut oder noch in Planung sind. Das Guerilla-Marketing at its best. Der Kunde entwickelt ein erotisches Verhältnis zu seinem Lieblingsanbieter und empfiehlt ihn weiter. Das wirkt mehr als sündhaft teure Werbekampagnen im TV oder auf Plakatwänden.

Bei aller Begeisterung über E-Plus, es gibt auch Schattenseiten. Neue Tarifoptionen etwa bei Prepaid sind manchmal nicht so problemlos nutzbar, wie es scheint. Da verschwinden Centbeträge vom Guthaben, berichten Betroffene, obwohl eine Datenflatrate mit klar definiertem Volumen gebucht war, das Problem scheint zwischenzeitlich behoben.

Da werden Laufzeitverträge auf dafür nie gedachte Prepaid-System aufgeflanscht, welche die anfangs hoch gelobte “Einfachheit” ad absurdum führen. Da werden Handys für den berühmten einen Euro mit Verträgen gekoppelt, doch wenn der Kunde die bestellt, ist das Handy auf einmal nicht lieferbar, der E-Plus-Discounter zuckt mit den Schultern, besteht aber auf Einhaltung des MobilfunkVertrages, kann oder will aber nicht dafür sorgen, daß das ausgelobte Handy vom “Kooperationspartner” pünktlich geliefert wird. Soziale Netzwerke sind voller Klagen.

Vieles hat E-Plus richtig gemacht Immer wieder jagen sie die etablierten Anbieter vor sich her, führen neue Preispunkte ein, Kostenloses ankommendes Roaming in Europa und der angeblich so “teuren” Schweiz, eine bezahlbare Roaming-Option für Grenzgänger und Vielreisende oder Minuten- und Datenpakete, die den Traum vom “roam like home” ein Stückchen näher rücken lassen. Sie setzen richtige Akzente: LTE für alle und nicht nur in hochpreisigen Tarifen.

Moderne Mobilfunknetze können inzwischen bis zu 500 MB/s und mehr an Datenraten erreichen, wobei diese Traumgeschwindigkeiten für einen einzelnen Kunden wenig sinnvoll sind, eher sollte diese Kapazität genutzt werden, um die datenmäßige Rush-Hour abzufangen und E-Plus betont auch ganz klar, dass man nicht vorhabe ein flächendeckendes LTE-Netz aus dem Boden zu stampfen, sondern die nutzbaren Datenraten zu verbessern.

Fusion oder Nicht Fusion: Die Wünsche der Kunden sind klar. Die EU hat auch Bedenken, Telefonica und KPN sind weiter wild zur Fusion entschlossen. o2 und E-Plus haben auf der mittleren Management-Ebene vermutlich unterschiedliche Vorstellungen: Eine neue Firma mit neuer Marke und neuer Philosophie? Oder weiter zwei “Marken”, namens o2 und E-Plus die zufälligerweise das gleiche Sender-Netz verwenden? Zwei Marken, die miteinander im Wettbewerb bleiben und so die Bedenken, dass es bei nur noch 3 Netzbetreibern bald eine langweilige “Dreifaltigkeit” geben könnte, zerstreuen?

Längst hört man, dass sich die geplante Fusion mit allen Abläufen und Auswirkungen bis 2019 hinziehen könnte. Das kann ja noch spannend werden.

Zunächst erst einmal: Frohe Ostern!

Schlagwörter: Alcatel-Lucent, Barcelona, E, Fusion, Guerilla Marketing, LTE, Marke, MWC, Netzabdeckung, o2, Ostereier, Ostern, Sendersuche, suchen, ZTE


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