Linie – Fläche – Raum: Bildarchitekturen

Linie – Fläche – Raum: Bildarchitekturen, Ausstellung anlässlich der Plan 10 in Köln. Zeichnung von Denis AndernachAnlässlich der Kölner Veranstaltung “Plan 10″, dem Forum aktueller Architektur, werden vom 24. September bis 1. Oktober verschiedene Ausstellungen im Stadtgebiet präsentiert. Darunter die Gemeinschafts­ausstellung im Kunsthaus Lempertz mit Arbeiten von sechs Künstlern, die sich zeichnerisch mit Architektur auseinandersetzen.

Ankündigungstext zur Ausstellung:

Das Medium schlechthin, um bildhafte Vorstellungen aus dem eigenen Kopf in die übrige Welt zu bringen, ist von jeher die Zeichnung. Aber es ist nicht nur der Transfer in die Sichtbarkeit, was die grundlegende Bedeutung von zeichnerischen Darstellungen ausmacht, es ist ebenso ihr geradezu „interaktives“ Potenzial, denn Zeichnen ist auch eine Form des nach außen verlagerten Denkens in Bildern, eines fortgesetzten Phantasierens unter Zuhilfenahme externer Mittel.

Gemeinsam mit dem Architekten und Künstler Thomas Schriefers haben die plan-Veranstalter Kay von Keitz und Sabine Voggenreiter sechs aktuelle künstlerische Positionen zusammengeführt, die auf höchst unterschiedliche Art architektonische Bildwelten zeichnerisch erschaffen: Denis Andernach imaginiert „Häuser für Landschaften, Landschaften für Häuser“. Seine solitären Objekte finden ihren Platz in einer für sie bestimmten Landschaft, idealisiert und pointiert gesetzt. So korrespondieren Natur- und Kunstform miteinander und sind in den fein gezeichneten Blättern auf eine Weise überhöht dargestellt, die auch eine Spur von Ironie vermuten lässt. Daniela Brahm verarbeitet die zeitgeistgeprägten Formensprachen, Materialitäten und Farbgebungen der jüngeren Architekturgeschichte zu kulissenartigen Installationen und Environments. Grundlage dafür ist die beständige zeichnerische Erfassung, Abstraktion oder auch Verfremdung von realen Architekturen in Serien kleinformatiger Bilder. Bei ihr scheint sich die Begeisterung für einzelne Exemplare der Gattung Bauwerk zwischen Liebhaberei und wissenschaftlichem Interesse zu bewegen. Valeria Fahrenkrog erfasst die sie umgebende Architektur als wahre Phänomenologin, die sich wechselnd fast aller zur Verfügung stehender Medien bedient: Zeichnung, Malerei, Fotografie, Plastik oder Installation. Für diese Ausstellung nimmt sie eine 1:1-Zeichnung vor, indem sie Gebäudekonturen am realen Objekt per Klebeband nachbildet. Philipp Hennevogl fertigt opulente Strichzeichnungen in Linolschnitt-Technik an, die schier endlose Verästelungen riesiger Gerüste und filigraner Konstruktionen zeigen. Die technoid anmutenden Geflechte erscheinen in ihrer räumlichen Tiefe wie ein Wald aus einander kreuzenden Streben. Auch seine anderen Architekturmotive zeigen eine Welt aus schwarzweißen Lineaturen. Der niederländische Bildhauer, Zeichner und Grafiker Rob Voerman kreiert Architektur- und Stadtwelten, die auf eigentümliche Weise ebenso historisch wie zukünftig sein könnten. Oft erinnern seine mitunter großformatigen Arbeiten, aus farbigen Flächen und Konturlinien bestehende Druck- und Zeichentechnikkombinationen, an atmosphärisch dichte Szenenbildentwürfe für Monumentalfilmprojekte, bedrohlich und lockend zugleich. Und auch Thomas Schriefers selbst ist mit einigen Arbeiten vertreten. Scheinbar organisch wachsende Raumstrukturen und „urbane Implantate“ bestimmen seine Bildkompositionen, in denen sich Montage und Zeichnung ergänzen. Seine auf ausgedienten Schulkarten wuchernden Architekturkonglomerate sind dem Konstruktivismus und Surrealismus verwandte Bauträume, in denen er mit der Perspektive und dem Einsatz semantischer Versatzstücke spielt.

Quelle: Plan 10

Wann und wo:
Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3
50667 Köln

25. September – 1. Oktober 2010, 14:00 – 21:00 Uhr
Eröffnung: 24. September 2010, 18:00 – 22:00 Uhr
Künstlergespräch: 28. September 2010, 18:00 Uhr


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