Liebe unter erschwerten Bedingungen

„Warum hast du denn schon wieder nicht dran gedacht…?“ „Wie, nicht dran gedacht? Du hast doch vergessen…“ Ich vergessen? Nie! Wenn ich überhaupt etwas vergesse, dann nur, weil du nicht…“ „Ach so, ich soll also mal wieder Schuld sein an allem. Als ob nicht du gestern genauso…“ „Gestern! Gestern! Gestern! Immer kramst du den alten Mist hervor, wenn dir die Argumente ausgehen. Was gestern war, ist doch egal, wir reden jetzt von heute. Aber wenn du schon mit gestern kommen willst, darf ich dich dann an vorgestern erinnern? Da hast du doch auch wieder…“ „Ha! Von wegen! Das von vorgestern war ganz alleine dein Fehler. Ich hätte das ja ganz anders gemacht und dann wäre es auch nicht derart schief gelaufen. Aber du weisst es ja immer besser als ich.“ „Das sagst ausgerechnet du. Wer muss immer darauf bestehen, dass niemand besser weiss als du…“ „Ich sag’ ja nicht, dass es niemand besser weiss als ich, aber es ist nun mal so, dass meine Methode viel effizienter ist als deine…“ „Effizienter? Ich würde ja sagen unsorgfältiger und chaotischer, aber wenn du das unbedingt Effizienz nennen willst…“ „Chaotisch? Höre ich wirklich das Wort chaotisch? Aus deinem Mund? Wo du es noch nicht mal fertigbringst, die…“ „Das ist mal wieder typisch für dich: Ausgerechnet meinen einen grossen Schwachpunkt musst du herauspicken, um mir eins gegen das Schienbein zu treten. Du weisst genau, dass ich mit diesem Bereich einfach nicht klarkomme, das habe ich dir schon unzählige Male gesagt…“ „Oh ja, das hast du, jedes Mal, wenn du dich vor der Sache drücken wolltest. Weisst du überhaupt, wie ich es hasse, diesen Mist zu erledigen? Aber weil es ja dein „Schwachpunkt“ ist, bleibt die Sache jedes Mal an mir hängen…“ „Na und? Ich übernehme dafür immer den anderen Mist für dich, weil dir angeblich beinahe übel wird, wenn du es mal ausnahmsweise tun müsstest…“ „Jetzt kommst du wieder damit. Wie oft muss ich dir noch sagen, dass du darin einfach viel besser bist als ich und dass ich die Sache deshalb lieber dir überlasse…“ „Dankeschön, wie grosszügig von dir. Du lässt mir die Drecksarbeit und glaubst, ich würde das als Kompliment auffassen, weil ich das ja soooooo viiiiel besser mache als du. Dann verleih mir doch eine Auszeichnung für meine meisterhafte Erledigung der Drecksarbeit…“ „Ach so, jetzt wünscht man auch noch Applaus für seine grossartigen Taten. Ich mache das ja alles ganz selbstverständlich und ohne einen Dank zu erwarten. Aber wenn du das machst, ist es natürlich etwas ganz Besonderes…“ „Jetzt hör schon auf damit. Wir führen uns ja auf wie ein altes Ehepaar…“ „Nun ja, wir sind ja auch ein Ehepaar und alt… na ja, man ist so alt wie man sich fühlt, sagt man und ich für meinen Teil fühle mich im Moment ausgesprochen alt. Weil du nie…“ „Können wir jetzt bitte endlich aufhören damit. Eigentlich hätte ich dich ja nur fragen wollen, ob du daran gedacht hast…Weisst du, wenn du daran gedacht hättest, dann hätten wir jetzt endlich mal wieder ein wenig Zeit nur für uns zwei. Mir scheint, wir haben uns in den vergangenen Wochen ein wenig auseinandergelebt…“ „Zeit nur für uns zwei? Das wäre himmlisch! Könntest du bitte damit aufhören, mir auf die Nerven zu fallen, dann mache ich uns einen schönen Tee…“ „Wer fällt hier wem auf die Nerven? Du hast doch vergessen…“ „Hab’ ich nicht. Du hast doch…“ „Hab’ ich nicht…“ „Hast du doch…“ „Ach, lass das doch endlich. Wir sind schon bald so, wie wir nie haben werden wollen…“

Liebe unter erschwerten Bedingungen



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