Leserrezension zu "Das heilige Blut" von Anne Grießer

Leserrezension

Sutton Verlag

Die Autorin entführt uns in ihrem Roman in die finstere Welt des Mittelalters, in eine Welt aus Aberglauben und tiefer Religiösität, aus falschen Reliquien und echten Wundern. Im Mittelpunkt steht die blutjunge Küchenmagd Fronica. In Mainz wird sie zu Unrecht des Reliquiendiebstahls beschuldigt und flieht durch die Mithilfe eines Unbekannten nach Dürn, wo ein alter Großonkel von  ihr wohnt. Dieser Großonkel ist Pfarrer der kleinen Stadt und liegt im Sterben. Doch zuvor berichtet er seiner Großnichte von einem wundertätigen Altartuch mit dem Antlitz Christi, das er vor Jahrzehnten versteckt hat. Er vertraut ihr diese Kostbarkeit an. Doch der jungen Frau entgleiten die Geschehnisse recht bald und sie gerät in Lebensgefahr. Das Tuch wird gestohlen und ein Meuchelmörder ist hinter ihr her.
Anne Grießer beschreibt das Leben und Leiden im Mittelalter wie auch den damaligen Glauben so lebensnah, dass man sich als Leser direkt in diese Zeit hinein versetzt fühlt. Eine Zeit, in der Frauen eigentlich gar nichts zu sagen haben, vor allem, wenn sie von geringem Stand sind. Unwillkürlich bangt man mit der jungen Fronica und hofft, dass sich für sie alles zum Besten wendet. Und das geschieht tatsächlich - mit Gottes Hilfe. Ein sehr unterhaltsamer historischer Roman aus dem Beginn der Wallfahrtsgeschichte Walldürns. Vier von fünf Punkten.

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