Lebens-Lagen #18: 25. März

ecki paraphrasiert goethe

Im Frühjahr 1831 kauft sich Goethe an einer Auktion einen grünen Lehnstuhl. Will er sich etwa zur Ruhe setzen? Mitnichten. Busenfreund Eckermann notierte am 25. März Goethes Aussage über die Bequemlichkeit:

“‘Ich werde ihn [den Stuhl] jedoch wenig oder gar nicht gebrauchen (…) denn alle Arten von Bequemlichkeit sind eigentlich ganz gegen meine Natur. Sie sehen in meinem Zimmer kein Sofa; ich sitze immer in meinem alten hölzernen Stuhl und habe erst seit einigen Wochen eine Art von Lehne für den Kopf anfügen lassen. Eine Umgebung von bequemen geschmackvollen Meublen hebt mein Denken auf und versetzt mich in einen behaglichen passiven Zustand. Ausgenommen, dass man von Jugend auf daran gewöhnt sei, sind prächtige Zimmer und elegantes Hausgeräte etwas für Leute, die keine Gedanken haben und haben mögen.’”1


1. Aus: Goethe. Gespräche mit Eckermann.Hg. v. Ernst Beutler. Artemis 1976

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