Krabat

KrabatDie schwarze Mühle
Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern wie ich das erste Mal dieses Buch gelesen habe. Es war vor ungefähr acht Jahren und wir nahmen diesen Roman in der Schule durch. Obwohl ich schon damals sehr gerne las, gehörten Schulbücher nie zu meinem favorisierten Genre aber Krabat änderte diese Einstellung. Noch heute, erwachsen und hoffentlich auch reifer geworden, kann ich immer noch nicht genug von dem Weisenjungen bekommen, der die Macht besaß, sich in einen Raben zu verwandeln.
Drei Jahre in Koselbruch
In letzter Zeit suchten immer wieder dieselben Träume Krabat in den kalten Nächten heim. Eine Stimme befahl dem Jungen, dessen Mutter vor nicht allzu langer Zeit gestorben war, in die schwarze Mühle zu kommen. Dort würden ihn ein warmer Schlafplatz, etwas zu Essen und eine Lehre in die schwarzen Künste erwarten. Angetrieben von der Aussicht auf Nahrung und Wärme machte sich Krabat auf den Weg nach Koselbruch und ließ seine beiden Freunde, mit denen er gereist war, hinter sich.
Als Krabat bei der Mühle ankam, erwartete ihn schon der Meister. Mit wenigen Worten nahm dieser dem Jungen das Versprechen ab, hier arbeiten zu wollen und so begannen die härtesten Jahre in seinem Leben. Krabat schuftete täglich und die Gesellen hatten nicht viel für den Neuen übrig. Nur Tonda, der Altgesell, nahm sich seiner an. Er war nur einige Jahre älter als Krabat selbst und doch schon ein junger Mann, der sich nicht nur um sein eigenes Wohl sorgte. Die Monate vergingen und immer wieder verschwanden die Gesellen für einige Stunden. Sie wurden vom Meister eingeschult und erst als Krabat so weit war, erfuhr er, dass auch er sich nun in einen Raben verwandeln konnte. Je mehr das Jahr sich dem Ende neigte, desto älter und kraftloser wirkte auch der Meister. Kurz vor Silvester verließ dieser die schwarze Mühle und ließ die Burschen allein. Keiner der Gesellen freute sich auf das neue Jahr und Krabat sollte erst am ersten Jänner erfahren, dass einer seiner Freunde diesen Tag nicht mehr miterleben sollte. Die Jungen begruben den armen Gesellen und der Meister kehrte erholt mit einem jungen Aussehen zurück.
Das zweite Jahr war auch für Krabat nicht erfreulich. Ein neuer Geselle nahm den Platz seines toten Freundes ein und nun verstand Krabat, was für einen schlechten Pakt er noch vor einem Jahr eingegangen war. Das Leben als geschulter Geselle war hart und in den Nächten, in denen die Mühle wieder mahlte, waren alle Gesellen angespannt und verängstigt. Nur ein Mädchen gab Krabat Hoffnung. Er traf sie das erste Mal in der Osternacht und von der ersten Sekunde an war er von ihrer glockenhellen Stimme verzaubert. Doch erfuhr der Meister, dass er ein Mädchen hatte, schwebte diese in Lebensgefahr.
Als das dritte Jahr anbrach kam erneut ein neuer Geselle, der den Platz eines weiteren Verstorbenen einnehmen sollte. Krabat erkannte ihn als seinen Freund, mit dem er noch vor zwei Jahren im Land umherstreifte. Ihm sollte es nicht so ergehen wie den restlichen Jungen hier in der Mühle. Krabat würde sein Mädchen bitten, ihn beim Meister freizubitten. Das war die einzige Möglichkeit, die Mühle zu verlassen. Würde sie aber scheitern, waren ihr und das Leben ihres Jungen vorbei und ein neuer sollte seinen Platz einnehmen. Krabats Mädchen war nicht die erste, die dies versucht hatte und scheiterte.
Cover
Die Illustration von Krabat mit Rabenflügeln finde ich sehr schön. In den verschiedenen Ausgaben von dem Roman Krabat, findet man immer wieder diese tollen Zeichnungen.
Fazit
Krabat zählt noch heute zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Am liebsten würde ich den Roman sofort wieder von vorne aufschlagen und von neuem zu lesen beginnen. Diese Version enthält die volle Geschichte in Großdruck und ist dadurch sehr angenehm zu lesen. Otfried Preußler hat es geschafft mit diesem Roman nicht nur Kinder zu begeistern. Auch Jugendliche und Erwachsene krallen sich in die Seiten dieses Buchs und wollen nicht mehr davon ablassen. Ein großartiges Meisterwerk.
Irie Rasta Sistren dankt dtv herzlichst für die Bereitstellung dieses Buchs.

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