Köpfe der Spielebranche: Interview mit Mareike Ottrand

Das Diplom in Motion Design machte sie mit 28. Ein eigenes Games-Studio mit preisgekrönten Spielen und eine Professur folgten mit gerade mal 31 Lenzen. Heute ist innovativen und ästhetischen Spielkonzepten. Grund genug für uns, euch Mareike in unserer Rubrik „Mareike Ottrand längst ein bunter Hund in der deutschen Games-Branche. Als Art-Directorin und Mitgründerin von Studio Fizbin, kreiert sie Charaktere und erschafft ganze Welten. Darüber hinaus macht sie sich als Jurorin beim Deutschen Computerspielpreis für die Förderung von Nachwuchsprojekten stark und gibt als Professorin für Interaktive Illustration und Games an der HAW Hamburg Einblicke in die visuelle Entwicklung vonKöpfe der Spielebranche" einmal genauer vorzustellen. Im Interview spricht sie unter anderem über ihren Einstieg in die Spielebranche und ihren Alltag als Dozentin.

Games-Career.com: Karriere in der Games-Branche: Eher Zufall, oder war es schon immer dein Ziel? Ok, außerdem hat mir das der Automat im Job-Center so ausgespuckt. ... Rückblickend sind solche Meilensteine natürlich schwer zu isolieren, dennoch denke ich unsere Karrierewege wären ohne den Preis anders verlaufen, was ja schon mal eine mächtige Wirkung darstellt. Der Preis stellt eine Art Qualitäts-Siegel dar, welches ohne Zweifel die eine oder andere Situation positiv beeinflusst hat, vor allem wenn man mit branchenfremden Bereichen interagiert. Das Pitchen um ein Projekt in einem Museum zum Beispiel, oder den Mut einen zweiten Teil von „The Inner World" zu machen. Oder das Bewerben um eine Professur mit 31. Jeder von uns hat da auf seine Art und Weise profitiert, aber natürlich auch wir als Team. Nebenbei versuche ich so viel wie möglich an Projekten zu arbeiten, nicht nur weil mir das Studio und die Menschen viel bedeuten, auch weil ich das praktische Arbeiten und Gestalten brauche. Der Kontrast zwischen den beiden Berufen ist enorm: An der Hochschule bin ich eine Lehrende, vermittele Grundlagen, gebe Feedback, Inspiration, bin manchmal Coach, Motivator oder Projektmanagerin. Ich denke mit dem Kopf, statt mit den Händen. Bei Fizbin nennen mich alle „Motti", der Umgang ist frei Schnauze und ich mache das, was der Projektplan braucht. Ich gebe meinem Bauchgefühl Raum, kreative Entscheidungen zu lösen. Das lässt mich gewissermaßen immer wieder zwischen den Rollen springen. Dieser kleine Balanceakt ist neben der Lehre möglich und manchmal etwas anstrengend, aber er ist es absolut wert und ich liebe die Abwechslung, die hält mich wach. Abgesehen davon finde ich es an einer angewandten Hochschule enorm wichtig, dass die Lehrenden praxisnah bleiben. Zusätzlich bin ich noch an einer Reihe anderer Baustellen beteiligt, gebe Workshops, springe auf Konferenzen rum und arbeite auch an kleinen eigenen Projekten.

Games-Career.com: Was ist das größte Problem, dass die Branche derzeit zu lösen hat?

Herzlichen Dank an Mareike für das Interview!

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