Kolumne: Der unbeschwerte Abgang eines weiteren Charakterkopfes

mark_webber_300613Mark Webber wird nächstes Jahr Porsche in der WEC fahren und räumt somit freiwillig das Top-Cockpit bei Red Bull Racing in der Formel 1. Dabei dürfte nicht seine neue, sondern eher die alte Heimat die Argument für diesen Wechsel gegeben haben.

Am Ende dieser Saison wird Mark Webber 215 Mal für ein Formel 1 Team an den Start gegangen sein. Danach macht der Australier Schluss und schließt das Kapitel F1 endgültig ab. Ohne Wehmut und gewohnt ausgeglichen ließ der sympathische neunfache GP-Sieger (Stand: Silverstone 2013) die vielmals zitierte Bombe platzen.

Von 2002 bis 2013 manövrierte Webber die schnellsten Autos des Rennsports um die Rennstrecken der Welt und durchlebte den kompletten Wandel der Serie. Einen Wandel, den er in der jüngeren Vergangenheit oftmals unterschwellig kritisierte. Reifenschonen, Fahren unterhalb des Limits, diverse weitere Restriktionen im Reglement – Mark Webber ist nicht der erste Fahrer der älteren Schule, der mit der „neuen“ Formel 1 nicht mehr ganz konform gehen kann.

Jahr für Jahr, in denen Webber Teil der Formel 1 war, wandelte sich das Reglement immer weiter. Erst mit Red Bull konnte der Australier in eine erfolgreiche Zeit starten, von dort an aber durchlebte die Rennklasse eine Phase der teils extremen Veränderungen. Auch die Fahrer an sich müssen nun viel mehr auf ihre Wortwahl achten, sollten sich den politischen Komplexen beugen und immer im Rahmen bleiben. Charakterköpfe wie Mark Webber passen nicht wirklich in dieses System hinein, was auch er selbst oft ironisch zu kommentieren wusste.

Mit Mark Webber verliert Red Bull einen der (zugegeben wenig) sympathischen Gesichter des Rennstalls. Helmut Marko formuliert die Aufgaben des künftigen Webber Nachfolgers nüchtern. Er solle „regelmäßig in die vorderen Punkteränge“ fahren. Anhand dieses Satzes wird klar, welche Art der Wertschätzung Mark Webber bei Red Bull genossen haben dürfte. Er feierte nie die großen Erfolge, stand durchgehend im Schatten seines Teamkollegen Sebastian Vettel – aber Fahrer wie Webber sollten nicht am Erfolg gemessen werden.

Mark Webber hätte für sich persönlich wahrscheinlich keine bessere Entscheidung treffen können. Das Bild, welches wir vom sympathischen Australier in den Medien bekommen haben, sollte eine eigene Sprache sprechen. Für die Zuschauer und Fans ist es verdammt schade, dass ein weiterer ehrlicher Sportsmann, der immer einen Spruch auf den Lippen hatte, die Formel 1 verlässt.

Was sagt ihr zum Abschied von Mark Webber aus der Formel 1? Eure Meinung dazu interessiert mich brennend.


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