Kölner Kliniken in katholischer Trägerschaft weisen Vergewaltigte ab

Piraten AG Humanistischer LaizismusDer Kölner Stadt-Anzeiger vom 17.01.2013 mel­det: Frauen, die Opfer einer Vergewaltigung wur­den, wer­den nach Recherchen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ in eini­gen katho­li­schen Krankenhäusern des Erzbistums Köln nicht mehr behan­delt. Im Dezember war eine 25-Jährige in zwei Kölner Kliniken, die von der Stiftung der Cellitinnen zur hl. Maria geführt wer­den, abge­wie­sen wor­den. Die junge Frau war offen­bar bei einer Party auf den Kölner Ringen mit K.O.-Tropfen betäubt wor­den und erst einen Tag spä­ter auf einer Parkbank in Stadtteil Kalk wie­der zu sich gekom­men.

von Bernd Vowinkel

Dieses Beispiel zeigt wie­der ein­mal in aller Deutlichkeit, dass es mit der viel geprie­se­nen christ­li­chen Nächstenliebe in der katho­li­schen Kirche nicht allzu weit her ist. Wenn es um die Durchsetzung mit­tel­al­ter­li­cher, dog­ma­ti­scher Moralvorstellungen in der Gesellschaft geht, dann küm­mert es die katho­li­sche Kirche einen Dreck, wenn sie damit Leid und Elend erzeugt. Wenn aber auf der ande­ren Seite durch die eige­nen Mitglieder gegen fun­da­men­tale ethi­sche Grundsätze ver­sto­ßen wird, dann wird ver­schwie­gen und ver­tuscht und das Leiden der Opfer küm­mert sie nicht. Unter die­sen Gesichtspunkten ist es völ­lig unver­ständ­lich, dass immer noch Vertreter der Kirchen wegen ihrer angeb­li­chen Kompetenz in Fragen der Ethik in Rundfunkräten und staat­li­chen Ethikräten sit­zen. Hier wird der Bock zum Gärtner gemacht.

In staat­li­chen und staat­lich geför­der­ten Einrichtungen soll­ten reli­giöse Moralvorstellungen nicht über Wohl und Wehe von Menschen ent­schei­den. Die Piratenpartei hat aus guten Gründen 2011 beim Bundesparteitag in Offenbach die Trennung von Staat und Religion in ihr Grundsatzprogramm auf­ge­nom­men. Die AG Humanistischer Laizismus arbei­tet der­zeit an einem Entwurf, mit dem diese Forderungen in detail­lier­ter Form auch ins Wahlprogramm auf­ge­nom­men wer­den sol­len.

Der gesund­heits­po­li­ti­sche  Sprecher der Piratenfraktion im Landtag NRW Lukas Lamla sagt zu den aktu­el­len Vorfällen: „Wer den Glauben über den Opferschutz stellt, hat das mit den Menschenrechten nicht ver­stan­den. Wir for­dern in einem Eilantrag die Landesregierung auf, sich strikt gegen sol­che Praktiken aus­zu­spre­chen, sämt­li­che Hintergründe die­ser Vorgehensweise auf­zu­ar­bei­ten und ent­spre­chende deut­li­che Konsequenzen dar­aus zu zie­hen.“

[Erstveröffentlichung: ag-hula.de]

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