Klettern auf Kalymnos: Nützliche Tipps & geniale Spots

Steile Wände, klares Wasser, lockeres Leben – wer zum Klettern nach Kalymnos fährt, kann aufsteigen und abtauchen.

Kalymnos ist eine kleine Insel in der griechischen Ägäis und liegt nördlich der bekannten Ferieninsel Kos unweit der Türkei. Im Gegensatz zur recht vegetationsreichen Insel Kos ist Kalymnos ein karges und felsiges Eiland. Schroffe Felsklippen, Höhlen, steile Wände und kleinen Berge prägen die Landschaft. Genau deshalb ist Kalymnos vor rund 20 Jahren zum Klettern entdeckt worden und hat sich in den letzten zwei Dekaden zum wahren Kletterparadies entwickelt. Kaum anderswo auf der Erde gibt es auf so kleinem Raum eine so hohe Dichte an einmaligen Klettergebieten.

Während meiner letzten Urlaube auf Kalymnos konnte ich nützliche Erfahrungen und Tipps zum Klettern, zur Anreise, zur Unterbringungen und zur Mobilität auf der Insel sammeln. Hier möchte ich sie mir dir teilen!

Kalymnos: Anreise zum Klettern

Als Ausgangspunkt für eine Anreise nach Kalymnos dient die Nachbarinsel Kos. Dort befindet sich ein größerer Flughafen, der aus zahlreichen Europäischen Städten direkt angeflogen wird. Direktflüge gibt es in der Hauptreisezeit (bis November) zum Beispiel von Wien oder München.

Via Athen gibt es auch in der Nebensaison regelmäßig Flüge nach Kos. Auch Kalymnos selbst hat einen kleinen Flughafen, der aber nur von Athen aus angeflogen wird. Am besten sind wir bei unseren letzten Urlauben in Kalymnos mit Direktflügen nach Kos via Wien oder München ausgestiegen. Das Zusatzgepäck für die Kletterausrüstung kostet etwa 40 € für zehn Kilogramm.

Vom Flughafen Kos erreichst du in einer zehnminütigen Taxifahrt (20 €) oder mit dem Bus (2 €) den Hafen Mastichari.

Klettern Kalymnos Auf der Fähre von Kos nach Kalymnos. Klettern Kalymnos Hafen Pothia.

Von Mastichari setzen täglich mehrere Fähren nach Kalymnos zum Hafen Pothia über. Die Überfahrt dauert wischen 30 und 45 Minuten. Es gibt kleinere, schnellere Fähren und langsame, größere Fähren, die auch Autos oder Mopeds transportieren, falls du dir ein solches schon auf Kos mieten willst.

Den Fährenplan gibt es theoretisch online. Jedoch werden die Zeiten oft zu spät oder gar nicht aktualisiert, weshalb du dich nicht zu sehr auf die dort angegebenen Zeiten verlassen solltest. Den Fährenplan für die Olympios Zeus (langsame Fähre) findest du hier. Achte bei den Zeiten immer auf die Gültigkeit. Sie werden saisonal angepasst! Hier kannst du nach aktuellen Fährverbindungen suchen. Gib als Abfahrtshafen einfach Mastichari und als Zielhafen Kalymnos ein.

Masouri: Das Kletterzentrum auf Kalymnos

Die Fähren legen in Pothia, dem Hafen an der Südseite der Insel an. Die Klettergebiete liegen jedoch im Norden und Westen der Insel. Es ist also sinnvoll, sich nicht in Pothia, sondern direkt in der Nähe der Klettergebiete eine Unterkunft zu nehmen.

Das Zentrum der Kletterszene ist der Ort Masouri an der Westküste von Kalymnos. Dorthin fährt vom Pothia am Hafen regelmäßig ein Bus. Wir haben uns aber meist mit anderen Kletterern ein Taxi geteilt. Normalerweise finden sich beim Aussteigen aus der Fähre immer Leute, die in dieselbe Richtung wollen.

Klettern KalymnosKlares Wasser, karge Landschaften und sympathische Küstenorte prägen Kalymnos.

Übernachten auf Kalymnos

Rund um und in Masouri selbst gibt es unzählige Unterkünfte, die sich auf Kletterer spezialisiert haben. Du hast die Möglichkeit, in Hotels und Appartements unterzukommen oder ein Haus zu mieten. Das haben wir einmal gemacht, als wir zu siebt auf Kalymnos waren.

Seid ihr zu zweit oder zu dritt unterwegs, dann ist es am sinnvollsten, sich ein Appartement oder kleines Studio zu mieten. Studios sind in Kalymnos Mini-Ferienwohnungen mit 2-3 Betten, einem Kühlschrank, einer Kochecke, einem kleinen Bad und einem Balkon. Pro Person haben wir so im Schnitt zwischen 15 und 20 € pro Nacht gezahlt. Das Frühstück kann man sich bequem selbst zubereiten. In Masouri gibt es mehrere kleine Supermärkte, in denen man die wichtigsten Lebensmittel bekommt. Die meisten bieten auch frisches Brot, Gebäck, frischen Humus und Kaffee zum Mitnehmen an.

Temperaturen auf Kalymnos und die beste Jahreszeit zum Klettern

Grundsätzlich kannst du auf Kalymnos das ganze Jahr über Klettern. Es gibt zahlreiche schattige Gebiete für warme Tage, aber auch Sektoren, die in der Sonne liegen, sollte es im Schatten schon zu kalt sein.

Mir hat es zum Klettern auf Kalymnos bisher im Herbst am besten gefallen! Von Anfang Oktober bis Ende November ist das Meer noch warm, die Tage sind lang, aber nicht mehr zu heiß und man kann je nach Temperatur entscheiden, ob man im Schatten oder in der Sonne klettert. Bei Wind war es uns beim Sichern in den schattigen Sektoren aber manchmal schon fast zu frisch. Der Grip beim Klettern ist dann natürlich ideal!

Klettern KalymnosAuch im Herbst ist es auf Kalymnos zum Klettern in der Sonne häufig noch zu warm. Man findet aber für jede Tageszeit ein schattiges Wändchen!

Übrigens: Die lauen Abende im Herbst sind perfekt für ein ausgiebiges After-Climbing an der Strandbar und auch zum Abendessen konnten wir bisher immer draußen sitzen. Das soll beim Klettern auf Kalymnos nämlich auch nicht zu kurz kommen!

Natürlich bietet sich auch das späte Frühjahr (ab etwa Mitte März bis Mitte Juni) zum Klettern an. Dann kann es aber sein, dass das Meer noch recht kühl ist und der Wind häufig stark bläst.

Der Sommer auf Kalymnos ist zum Klettern nicht wirklich zu empfehlen (siehe Klima-Tabelle). Temperaturen bis über 30° machen das Klettern in der Sonne ungemütlich, aber auch im Schatten kann es zu warm zum Klettern sein. Die Sommermonate eignen sich eventuell am besten für Kletterurlaube mit Kindern. Dann kann man das Klettern in leichteren Routen gut mit einem Badeurlaub verbinden. Im Herbst und im Frühjahr ist es im Schatten am Wandfuß häufig aufgrund des Windes schon zu kühl zum Spielen und Chillen – für Kids ist der Sommer also sicher angenehmer!

Klettern auf Kalymnos: Nützliche Tipps & geniale SpotsKlima auf Kalymnos. Quelle: griechenland.de

Mobilität auf Kalymnos

Wer in Masouri übernachtet, hat unzählige Klettergebiete vor der Haustür. Einige davon sind vom Ortszentrum sogar zu Fuß erreichbar, andere nur wenige Minuten Fahrzeit entfernt. Am einfachsten bewegt man sich auf Kalymnos mit dem Moped fort. Damit kommt nicht nur südländisches Lebensgefühl auf, du bist damit auch am flexibelsten unterwegs. Mit dem Moped kannst du fast überall parken und auch kurze, schottrige Wege befahren. Am besten mietet ihr euch das Moped zu zweit – auch mit Kletterrucksack hat man darauf gut Platz und ihr könnt euch die Leihgebühr teilen.

Klettern Kalymnos Mit dem Moped… Klettern Kalymnos …an den Fels.

Mieten kannst du die Mopeds direkt in Masouri. Dort gibt es im Ortszentrum mehrere Verleihs. Reserviere das Moped in der Hauptsaison am besten vor der Anreise vor. Diese sind nämlich von den Kletterern schnell vergriffen, wenn auf Kalymnos viel los ist. In maximal dreißig Minuten düst ihr dann zu allen Klettergebieten der Insel.

Klettern auf Kalymnos – Felsen & Gesteinsarten

Kalymnos ist ein ziemlich neuer Treffpunkt der Kletterszene: Erst in den 1990er-Jahren entdeckten Sportkletterer die Insel in der Ägäis mit ihrer großen Vielfalt an Kalksteinformationen zum Klettern. Im aktuellen Kletterführer von 2019 sind 3.400 Sportkletterrouten angeführt – in der Ausgabe von 2015 waren es noch 2.700. Und ständig kommen weitere hinzu!

Es gibt tausende Routen, in denen jeder Kletterbegeisterte seine Lieblingslinie finden wird! Die Schwierigkeiten reichen von sehr einfachen Routen im dritten und vierten Schwierigkeitsgrad bis zu 9a. Vom Anfänger bis zum Profi ist also für jeden etwas dabei.

Klettern KalymnosKalkstein in allen Variationen prägt das Klettern auf Kalymnos. Von überhängenden Sinterrouten bis scharfkantigen Leisten ist alles dabei!

Wenn du erst mit dem Klettern beginnst, dann ist Kalymnos das perfekte Ziel für deinen ersten Kletterurlaub. Denn kaum sonst wo gibt es eine so hohe Dichte an leichten bis mäßig schwierigen Routen, die noch dazu wunderschön, lang und bestens abgesichert sind!

Die Art der Kletterei reicht von gemütlichen, flachen Plattenrouten, wasserzerfressener Wandkletterei, steilen, leistigen Wänden bis hin zu henkeliger, überhängender Sinterkletterei. Vorwiegend findet man Kalkstein in allen erdenklichen Variationen.

Klettern auf Kalymnos: Gebietstipps

Ein ganzes Kletterleben riecht nicht aus, um alle Routen auf Kalymnos abzuklettern. Und weil die Zeit im Urlaub begrenzt ist, will man natürlich keinen Fehlgriff machen und in einem dürftigen Sektor landen. Aber sei beruhigt: etwas wirklich Grauenhaftes sind wir auf Kalymnos noch nicht geklettert!

Wir waren bisher in mehreren verschiedenen Gebieten. Hier eine kleine Auswahl der Sektoren, die wir bisher besucht haben. Zur besseren Übersicht habe ich die Sektoren danach kategorisiert, wann sie im Schatten liegen.

Ganztags Schatten

  • Griffig
  • Secret Garden
  • Odyssey
  • Symplegades
  • Spartacus

Vormittags Schatten

  • Poets
  • Kalydna
  • Olympic Wall
  • Spartan Wall
  • Arginonta – Fire Wall

Nachmittags Schatten

  • Pezonda – Valhalla
  • Eros

Klettern Kalymnos

Griffig

Griffig ist neuerer Sektor auf Kalymnos. Er wurde im Frühjahr 2022 von zwei Schweizer Bergführern erschlossen. Auf 31 bestens abgesicherte Routen kann man hier den ganzen Tag im Schatten klettern. Die Kletterei reicht von großgriffigen Überhängen und scharfkantiger Wandkletterei bis zu technischen Platten mit kleinen Leisten. Gefragt ist athletische Kletterei und Ausdauer, denn einzelne Routen sind bis zu 40 Metern lang!

Erreichbar ist Griffig von Arginonta über den Pass Richtung Vathy und einem 20-minütigen Zustieg. Da der Sektor noch sehr neu ist, ist er noch nicht im Führer von 2019 angeführt. Eine vorläufige Topo und Zustiegsbeschreibung gibt’s hier!

Klettern KalymnosTabea Hornegger in der Route 0,07 seconds (7b+) im Sektor Griffig.

Die Erschließer dürften noch nicht alle Routen durchgestiegen sein und bewertet haben. Denn vor allem die Routen ab 7a sind deutlich zu schwer bewertet. Du kannst also ruhig als 7a-Kletterer in eine 7c einsteigen! Unabhängig von der Bewertung habe ich die Routen aber wunderschön gefunden.

Hier eine kleine Auswahl der Routen mit meiner Bewertung, die ich in Griffig geklettert bin:

  • Hoppla (Bewertung 6a+ passt)
  • Chuchichäschtlitripp (Bewertung 6b+ passt)
  • Griffig goes to Kalymnos (Bewertung 6b passt)
  • Lou+Zoe (ich würde sagen 6c)
  • Pestalozzi (ich würde sagen 6c+ statt 7a, die Schlüsselstelle kann man links umklettern. Dann vermutlich nicht mal 6c+, sondern eher 6b+)
  • Timba Climber (wunderschöne Route, aber niemals 7c, wie im Führer angegeben. Meine Bewertung wäre 7a+, oder eine leichte 7b)

Secret Garden

Nicht mehr ganz geheim, aber trotzdem genial! Secret Garden ist ein Sektor, der direkt am Meer und ganztags im Schatten liegt. Meist ist es hier ziemlich windig, weshalb die Daunenjacke beim Sichern nicht fehlen soll!

Klettern KalymnosZustieg zum Klettergebiet Secret Garden an der Nordküste. Klettern Kalymnos Klettern Kalymnos

Die Kletterei in Secret Garden ist wirklich außergewöhnlich. Hier kannst du dich in leichten Überhängen an riesigen Tufas und Sinterfahnen hocharbeiten – Knee-Bars und Sitzraster inklusive! Achte auf herunterfallende Stalaktiten und die frechen Ziegen, die uns die Rucksäcke leergefressen haben, während wir am Klettern waren.

Odyssey

Im Sektor Odyssey kannst du bis zum späten Nachmittag im Schatten klettern. Unweit von Masouri entfernt erreichst du die ersten Routen schon nach 10 Minuten Zustieg.

Von Plattenrouten, steiler Wandkletterei bis zu harten Überhängen ist hier quasi für jeden Kletterstil etwas dabei. Die Schwierigkeiten reichen von 2 bis 9a. Mit Los Revolutionarios befindet sich im Sektor Odyssey nämlich auch die erste 9a von Kalymnos. Der erste Durchstieg ging 2009 auf das Konto von Adam Ondra.

Die Kletterei in Odyssey ist generell technisch, athletisch und pumpig. Einige Routen sind schon ziemlich abgeklettert! In der Satyros (6c+) beispielsweise kommt im Mittelteil echtes Marmor-Feeling auf. Für diesen Schwierigkeitsgrad führt die Route aber über richtig coole Dächer und ein Einstieg lohnt sich trotzdem!

Symplegades

Symplegades ist ein schöner Sektor hoch über Kamari mit genialem Weitblick übers Meer! Die Wände sind hier in alle Expositionen ausgerichtet, weshalb sich immer eine schattige Linie findet.

Am attraktivsten ist Symplegades für Kletterer, die Routen im Schwierigkeitsgrad 6a bis 7a suchen. Darüber hinaus gibt’s kaum schwierigeres. Die Routen sind ziemlich steil, die Kletterei technisch und die Wand überrascht immer wieder mit versteckten Griffen.

Der Sektor ist auch ideal für Kinder. Denn am Wandfuß gibt’s sehr viel Platz zum Spielen und Chillen.

Klettern KalymnosSteile Wandkletterei im Sektor Symplegades.

Spartacus

Knackig, denn der Name ist Programm! Eine 7a muss man sich hier schon ordentlich verdienen und in allen Routen Kampfgeist beweisen. Die Routen sind lang, leicht überhängend und kraftraubend.

In Summe ein sehr schöner Sektor mit knapp 30 durchwegs steilen Routen. Der Sektor liegt links oberhalb der Grande Grotta und ist von Masouri aus gut zu Fuß erreichbar. Im unteren Schwierigkeitsgrad (<6c) gibt es nur wenige schöne Routen. Da die Wand die meiste Zeit im Schatten liegt, ist sie vor allem warmen Tagen empfehlenswert. Es sollte aber nicht zu schwül sein, denn einige Griffe und Tritte sind schon recht schmierig!

Poets

Poets ist ganz klar einer meiner Lieblingssektoren auf Kalymnos! Mit 140 Routen findest du hier eine unglaubliche Auswahl an großartigen Linien. Im rechten Wandteil dominieren kleingriffige Platten, Wandkletterei an wasserzerfressenem Fels und wunderschöne Routen, die nach oben hin in speziellen Versinterungen auslaufen. In Poets bin ich einige meiner schönsten 6a bis 7a+ Routen geklettert.

Klettern KalymnosIm Sektor Poets mit genialem Blick auf die Insel Telendos und die Ägäis.

Im linken Wandteil geht der Sektor in eine Höhle mit überhängenden Routen über. Einige davon sind schon ziemlich abgeschmiert. Poets ist von Masouri aus auch super zu Fuß erreichbar und liegt sehr zentral über dem Küstenort.

Kalydna

Hier solltest du dein längstes Seil einpacken, den die Routen in Kalydna sind wunderbar lang! Mit einem 80-Meter-Seil bist du gut bedient, für die noch längeren Routen sind Zwischenstände eingerichtet.

Der rote Superfels in Kalydna klettert sich hervorragend. Technische Kletterei an Leisten und Sinterknollen findest du hier ebenso wie sanft überhängende Routen im Schwierigkeitsgrad 7b aufwärts. In den leichteren Schwierigkeitsgraden wartet Kalydna mit liegenden Platten auf, die aber einige knifflige Schlüsselstellen bereithalten.

Klettern Kalymnos In Tassir (7a+) im Sektor Kalydna. Klettern Kalymnos Aufstieg zum Sektor links der Grande Grotta (Bildmitte). Klettern Kalymnos After Climb bei Super Mario.

Besonders gut gefallen haben mir die Routen Tassir (7a+, großartige athletische Ausdauerkletterei) und Kalynikhla (6b, wunderschöne Aufwärmroute an Sinterknollen).

Olympic Wall

Diese Wand ist einfach großartig und es zahlt sich aus, hier öfter vorbeizuschauen. Von leicht und sauschön bis schwer und schauschön findet sich auf der Olympic Wall für jedes Niveau eine Traumroute.

Die Routen sind steil bis leicht überhängend. Taschen, riesige Tufas, scharfe Leisten, Stalaktiten und kleine Sinterköpfe machen jede Linie abwechslungsreich, herausfordernd und spaßig! Kurzum: Kaum anderswo liegen so viele Top-Linien nebeneinander! Auch wenn 6a für viele wahrscheinlich zu einfach ist, lohnt es sich, die Route Il Movimento Sexi zu klettern. Sie ist sicherlich eine der schönsten Routen, die ich jemals in diesem Grad geklettert bin!

Klettern Kalymnos Die gigantische Olympic Wall. Klettern Kalymnos In der Route Telendos.

Allen, die kleingriffige Routen lieben, kann ich rechts daneben Sextoys (7a) und Telendos (7b+) empfehlen. Beide Routen habe ich leichter empfunden, als im Führer bewertet.

Der etwas längere Zustieg von 30 Minuten zahlt sich also absolut aus. Man sollte aber schon früh dran sein, denn auch im Herbst ist schon gegen 13 Uhr die Sonne da. Einen Besuch auf der Olympic Wall kann man aber super mit Odyssey verbinden und am Rückweg ein Stockwerk unterhalb im Schatten weiterklettern!

Spartan Wall

Die Spartan Wall habe ich bisher zweimal besucht. Die Routen dort finde ich nach wie vor gewöhnungsbedürftig. Die Bewertung ist generell ziemlich knackig, die Hakenabstände oft weit und einige Routen sind schon leicht poliert. Man spürt, dass dieser Sektor schon länger existiert. Die Kletterei ist ziemlich oldschool – lang, leistig, technisch! Die Brüder Remy haben hier ihre Spuren hinterlassen. Stelle dich also auf Runouts und bis zu 45 m lange Ausdauerkletterei ein.

Nichtsdestotrotz sind einige Linien richtig gut! Besonders hervorzugeben die Spasspartour (6a+, wunderschön, aber sehr knackig für diesen Grad), Problème Mineur (6b, wunderschön, mit knackiger Traverse), Tales of Greek Heroes (6b+, weite Hakenabstände), Lucifer’s Hammer (6c, knackig und leicht polierte Leisten), Xerxes (6c+, fast nicht enden wollend, knackig und leicht poliert). Schwierigere Routen habe ich an der Spartan Wall noch nicht versucht, da ich mit den 6c schon gut bedient war.

Der Sektor liegt zwischen Spartacus und Afternoon links der Grande Grotta. Man kann also super zwischen einzelnen Sektoren hin und her wechseln und zu Spartacus weiterwanden, sobald die  Sonne in die Spartan Wall kommt.

Arginonta – Fire Wall

Die Fire Wall in Arginonta ist perfekt für eine kurze Klettersession am Vormittag oder einen Kletternachmittag in der Sonne an Wintertagen.

Der Sektor liegt nah am Meer und so kann man sich bei einem atemberaubenden Blick entweder in den leichten Routen erholen oder sich vor dem Sprung ins Nass an einer der schwierigen Routen versuchen. Ein weiterer Pluspunkt ist der nur etwa 5-minütige Zustieg!

Klettern Kalymnos In der Route Red Sea Secrets. Klettern Kalymnos Hoch über Arginonta.

Die Sonne erreicht den Sektor mit dem feuerroten Fels auch im Herbst schon kurz nach Mittag. Danach loht es sich zum Beispiel noch nach Pezonda weiterzufahren!

Ich bin an der Fire Wall die Route Red Sea Secrets (7a) geklettert. Eine wunderschöne Linie mit einem sanften, gutgriffigen Überhang und eine kleingriffigen, athletischen Schlüsselstelle.

Pezonda – Valhalla

Neben Giffig ist Pezonda eines der neuen Gebiete, die wir auf unserem letzten Kalymnos-Trip erkundet haben. Pezonda besteht aus fünf kleineren Sektoren, von denen wir allerdings nur in Valhalla geklettert sind.

Der Sektor liegt erst ab etwa 13 Uhr im Schatten, weshalb es sich anbietet, zuvor in Arginonta an der Fire Wall aufzuwärmen und dann die Passstraße weiter hochzufahren.

In Valhalla habe ich mich auf den ersten Blick verliebt! Versteckt liegt der Fels oberhalb eines Fjords, dessen blaugrünes Wasser so verführerisch heraufleuchtet, dass man sich kaum aufs Klettern konzentrieren kann.

Tut man das schließlich doch, ist man sofort begeistert vom Grip des Felses und den irre langen Routen. Pack unbedingt dein längstes Seil ein, in Valhalla gibt es auch mittelschwere Routen, die bis zu 45 m lang sind! Alternativ kannst du dich aber auch an einem der Zwischenstände abseilen.

Klettern Kalymnos In der Route Ymir. Valhalla Durchstiegsnervosität am letzten Klettertag. Klettern Kalymnos Sektor Valhala. Valhalla In der Route Ymir.

Besonders hervorzuheben sind die Routen Heidrun + Heidrun Ext. (7a+), More Than Honey (6c), Arabiata (6a mit Verlängerung 7b) und die Ymir (7b), die mit einem Einstieg an harten Leisten startet und mich mit einer späten Schlüsselstelle überrascht hat.

Da das Gebiet noch sehr neu ist, ist es nicht im aktuellen Führer abgebildet. Zustieg und Topo findest du hier!

Eros

Steil, steiler, Eros! Der Sektor liegt auf der Insel Telendos – erreichbar von Masouri aus mit dem Boot. Der Kapitän setzt dich direkt an der wilden Küste ab und los geht der Kletterspaß!

Da der Sektor erst ab ca. 14 Uhr im Schatten liegt, musst du nicht zu früh starten. Die Wand ist unglaublich steil, selbst die leichteren Routen ziehen durch vertikalen, scharfen Fels. Im rechten Wandteil findest du die leichteren Routen, die aufgrund ihrer Länge aber nicht zu unterschätzen sind und einige kniffelige Passagen aufweisen. Kaum ein anderer Sektor bietet derart lange Routen in einem so moderaten Schwierigkeitsgrad. Hier findest du mehrere Linien zwischen 6a und 6c mit bis zu 40 Metern Länge! Ein stetiger Begleiter: der grandiose Meerblick!

Klettern KalymnosAn der Küste der Nachbarinsel Telendos. Hier hat uns gerade das Boot abgesetzt uns wir steigen 15 Minuten zum Sektor Eros auf. Klettern Kalymnos Steile Wandkletterei… Klettern Kalymnos …bei großartiger Aussicht.

Im linken Wandteil sind die Routen pumpig und überhängend. Mein Versuch an der Adonis (7a+) und der Nymph (7a) sind kläglich gescheitert – die Kletterei war aber auch ohne Durchstieg grandios! Ein Ausflug nach Telendos zahlt sich also für Genusskletterer als auch ambitionierte Sportkletterer auf jeden Fall aus.

Klettern auf Telendos – dem kleinen Nachbarn von Kalymnos

Der Insel Telendos möchte ich noch einen separaten Absatz widmen. Telendos ist eine kleine Nebeninsel westlich von Kalymnos.

Jede halbe Stunde legt von Mai bis November in Ausflugsboot von Myrties Richtung Telendos ab. Myrties ist ein Nachbarort von Masouri. Mit dem Moped erreichst du den Hafen in wenigen Minuten, kannst unkompliziert dort parken und dich für ca. 10 € nach Telendos hinüberschiffen lassen.

Telendos sieht aus wie ein zu Stein gewordener Vulkan. Klettermöglichkeiten gibt’s an allen Seiten. Südwestlich findest grandiose Mehrseillängenrouten wie die Wild Country (6a, 9 Seillängen), die wir bei unserem ersten Kalymnos-Tripp klettern durften. Der Norden und Osten von Telendos sind mit den Gebieten Eros, Lambda oder Pescatore perfekt zum Sportklettern.

Klettern KalymnosAm Gipfel der Insel Telendos, nachdem wir die Mehrseillänge „Wild Country“ geklettert sind.

Verkehr und Asphaltstraßen suchst du auf Telendos vergebens. Dafür findest du niedlich verzierte Häuschen, schmale Gassen, verspielte Katzen, wenige, aber nette Restaurants und vor allem jede Menge Entschleunigung.

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Lebensgefühl auf Kalymnos

Wer einmal auf Kalymnos war, den wird es immer wieder hierher ziehen. Nicht nur, weil es auf Kalymnos so großartig zum Klettern ist. Auch, weil hier ein so entspanntes Lebensgefühl herrscht. Das liegt nicht bloß an den Kletterern, die, wie wir wissen, generell ein gelassenes Gemüt haben. Sondern auch an den Einheimischen, die uns hier jedes Jahr so offen und herzlich empfangen.

Ob am Morgen im Supermarkt, nach dem Klettern an der Strandbar oder in einem der kleinen Geschäfte in Masouri – überall fühl man sich willkommen, kann mit den Einheimischen quatschen und den mediterranen Lebensstil ausgiebig zelebrieren. Am besten klappt das auf Kalymnos natürlich nach dem Klettern bei gutem Essen, Wein und Ouzo.

Nach dem Klettern: Essen und Trinken auf Kalymnos

Kalymnos bietet neben langen Traumlinien auch echte kulinarische Köstlichkeiten. Frischer Fisch, Oktopus, Griechischer Salat, Moussaka, Käse und eine Vielzahl an warmen und kalten Vorspeisen stehen zur Auswahl. Auf Kalymnos erlebst du also nicht nur Kletter- sondern auch Gaumenfreuden!

In Masouri reiht sich ein Restaurant an das nächste. Schlecht gegessen haben wir noch in keinem. Oft waren die auf den ersten Blick wenig einladenden Lokale sogar die besten!

Richtig gut zu Essen fanden wir es im Manifesto, bei Matheos, bei Rita, bei Stelios & Maria oder in Psiri’s Family Tavern.

Wer nach dem Klettern Baden gehen und dort auch gleich etwas trinken und essen will, dem sei die Super Mario Beach Bar oder der Piraten-Strand (Pirates of Kalymnos) unweit von Arginonta empfohlen! Und zum Frühstücken schaust du am besten bei Sofranos vorbei – unser Morgenritual an Rasttagen.

Pause vom Klettern: Rasttag auf Kalymnos

Ein Rasttag ist auf Kalymnos alles andere als langweilig – denn auch abseits vom Klettern findest du dort zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten, Badeplätze und Sehenswürdigkeiten.

Erkunde zum Beispiel die Hauptstadt Pothia mit ihren pastellfarbenen Häusern, verwinkelten Gassen, Restaurants, Cafés und Shops. Den typisch mediterranen Stil hat die Stadt durch die Besatzungszeit der Italiener erhalten. Über der Stadt thront das Kloster Agios Savvas, das zum Sonnenuntergang stimmungsvoll beleuchtet ist. Von dort kannst du einen traumhaften Blick über Pothia und die Ägäis genießen.

Klettern auf Kalymnos: Nützliche Tipps & geniale SpotsSonnenuntergang am Kloster Kloster Moni Stavrou.

Unweit von Masouri entfernt liegt der Ort Panormos mit dem Kloster Moni Stavrou. Die leuchtend weiß gestrichene Kirche liegt nur wenige Minuten vom Strand Kantouni Beach, dessen Kiesstrand perfekt zum Baden ist. Am Abend sind wir in der Psiri’s Family Tavern unterhalb des Kosters eingekehrt.

Wenn du am Rasttag einfach chillen und am Strand liegen willst – kein Problem! Schöne Strände findest du zum Beispiel am Akti Beach, am Strand von Sykate oder in Palionisos.

Arginonta BeachKaribik-Feeling am Arginonta Beach.

Weitere Tipps und Hinweise zum Klettern auf Kalymnos

  • Kletterführer: Das Standardwerk für Kalymnos ist das „Kalymnos Climbing Guidebook“ (2019). Es enthält die meisten Klettergebiete der Insel und einen kostenlosen Topo­Download mittels Vertical-Life-App. 2023 soll anscheinend eine neue Auflage des Führers herauskommen.
  • Fortbewegung: Miete dir ein Moped. Alle Kletterfelsen sind damit und kurzen Fußwegen zu erreichen.
  • Ausrüstung: 80m-Seil, 20 Expressschlingen, Helm, Bandschlingen, Schraubkarabiner (am Stand muss man häufig umbinden). In Masouri gibt es mehrere Fachgeschäfte für Kletterausrüstung.
  • Übernachten: Am besten mietet ihr euch Studios oder Appartements in Masouri. Sollten diese ausgebucht sein, gibt es viele andere Möglichkeiten ganz in der Nähe der Felsen, etwa in den Ortschaften Arginonta und Panormos.
  • Kleidung: Nimm unbedingt lange Hosen, Daunenjacke und Mütze mit. Im Frühjahr und Herbst können die Temperaturen abends und am frühen Morgen beim Mopedfahren recht kühl sein. Häufig weht an den Felsen auch ein frischer Wind.
  • Kommunikation: Achte auf das Handynetz! Aufgrund der Nähe zur Türkei kann es vorkommen, dass man im türkischen Netz landet – das kann schnell teuer werden!
  • Absicherung: Die Absicherung der Routen ist weitgehend perfekt und die Abstände der Haken sind human. Aufgrund der Nähe zum Mehr sollte man bei den Haken jedoch ein wachsames Auge haben. Immer wieder findet man rostige Laschen und Bolts. Die Umlenker an den Ständen sind häufig schon sehr scharf! Überprüfe den Umlenker immer vor dem Ablassen und binde dich im Zweifelsfall um!
  • Trinkwasser: Das Leistungswasser auf Kalymnos kannst du nicht trinken. Es gibt aber in jedem größeren Ort Wasseraufbereitungsanlagen (zwei in Masouri), bei denen du kostenlos Wasser zapfen kannst. Nimmer dir am besten von zuhause eine große Wasserflasche (-15 % mit dem Code Berghasen) mit!
Klettern auf Kalymnos: Nützliche Tipps & geniale SpotsBis nächstes Jahr, Kalymnos. <3

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