Kleine Schritte

Okay, sie haben ja Recht, „Meiner“ und die Kinder, wenn sie mich mehr oder weniger direkt dazu auffordern, mein schwarzes Loch endlich wieder zu verlassen, mich ans Tageslicht zurück zu kämpfen und den Frühling zu geniessen, der schöner nicht sein könnte. Natürlich wäre es besser, am Karfreitag mit der ganzen Familie an der Aare zu sitzen und das Leben zu geniessen, anstatt sich zu Hause im unaufgeräumten Wohnzimmer die Erschöpfung aus Körper und Seele herauszuschlafen. Aber was, wenn die Lebensfreude der Menschen am Aareufer die eigene Müdigkeit noch bleierner erscheinen lässt? Klar wäre es gesünder, mal wieder herzhaft zu lachen, anstatt gequält die Mundwinkel hochzuziehen, wenn eines der Kinder etwas Lustiges erzählt. Wie aber soll man ein herzhaftes Lachen zustande bringen, wenn einem doch die Tränen zuvorderst stehen? 

Ich wünschte, ich könnte das alles so einfach wegwischen, und doch weiss ich, dass es ihn nicht gibt, den Schwamm, der alles spurlos beseitigt. Ich wünschte, es wäre möglich, sich einfach dazu zu entschliessen, das Ganze hinter sich zu lassen und wieder voller Zuversicht auf das Leben zuzugehen, aber ich ahne, dass es auch diesmal nicht anders als in kleinen Schritten vorwärts gehen wird. Und hin und wieder auch den einen oder anderen Schritt zurück. Mir graut vor diesem Weg und dennoch habe ich irgendwann gestern den Entschluss gefasst, dass ich ihn in Angriff nehmen will. Mit kleinen Schritten nur, aber immerhin.

Kleine Schritte, das heisst zum Beispiel, Tomatensetzlinge zu kaufen, weil ich mich wieder auf etwas freuen will. Und zwar nicht einfach gewöhnliche, runde, rote Tomaten, sondern Gelbe, Gestreifte, Rosarote, Längliche. Weil das Leben wieder bunt werden soll. Kleine Schritte, das heisst auch, spontan mit drei Kindern loszufahren, um Sandalen zu kaufen. Weil ich mir wieder zutraue, die Situation meistern zu können, auch wenn sich vielleicht eines der Kinder quer stellt. Kleine Schritte, das heisst auch, wieder einmal bewusst das Gedankenkarussell anzuhalten, bevor sich wieder alles im Kreise dreht.  Kleine Schritte, das heisst auch, dem Schreiben wieder Raum zu geben, auch wenn mir jeder Satz, den ich vollende, zuwider ist. Es heisst, die Lebensfreude zurückzuerobern, auch wenn ich mir momentan nicht mehr vorstellen kann, wie diese sich anfühlt.

Irgendwann werde ich es wieder wissen, auch wenn ich bis dahin noch viele kleine Schritte gehen muss.

Kleine Schritte



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