Kino-Kritik: Titanic 3D

3D lässt die Kassen klingeln. Dank eines James Camerons und seinen blauen Na’Vi dürfen wir uns jetzt nicht nur über eine handvoll eindrucksvoll-plastischer Filme freuen, sondern über jede Menge Geldmacherei in Form schwacher Konvertierung und Wiederaufführungen. Den Anfang machte letztes Jahr Der König der Löwen, zwischendurch zog uns George Lucas mit scheinbar miserablem 3D in Star Wars Episode I – Eine dunkle Bedrohung das Geld aus den Taschen. Und nun hat auch der große 3D-Maestro selbst zugeschlagen und für knappe 18 Mio. US-Dollar sein Meisterwerk Titanic in plastische Sphären übertragen.

Kino-Kritik: Titanic 3D

Mehr als 18 Millionen Menschen schauten 1998 in Deutschland gebannt auf die Kinoleinwand, als das prächtige Hochseeschiff Titanic sich steil aus den Fluten des Nordatlantiks erhebt. Beinahe zwei Milliarden US-Dollar zählten lange Zeit als uneinholbarer Rekord an den Kinokassen für einen Film, bis James Cameron seinen eigenen Rekord mit Avatar – Aufbruch nach Pandora egalisierte.

Ich vermute, über den Film selber braucht man nur sehr wenig sagen. Kaum jemand wird den Film nicht kennen, wahrscheinlich hat ihn auch jeder schon einmal gesehen. Deswegen sage ich nichts Neues, wenn ich hier schreibe, dass der Film auch nach sovielen Jahren nichts an Reiz verloren hat. Neben Terminator II – Tag der Abrechnung Camerons Bester. Da können die Pandoraner noch so blau vor Neid anlaufen, aber bis auf tolle Effekte hat der nun erfolgreichste Film der Welt nichts zu bieten. Sorry, aber das ist meine Meinung.

Grund dafür liegt aber auch daran, dass er ständig mit der Liebesgeschichte von Jack Dawson (Leonardo di Caprio) und Rose DeWitt Bukater (Kate Winslet) und dem spektakulären Untergang des Schiffes (nun genau 100 Jahre und einen Tag her) verglichen wird. Und der Vergleich kommt in etwa auf dasselbe raus, wie wenn man einen Komposthaufen mit einem Fünf-Sterne-Hotel vergleicht. Und würde der Film nicht elendige 3 Stunden und ein paar zerquetschte Minuten gehen, wäre er in meinem persönlichen Filmolymp. Ja, ich mag Titanic. Für mich eine nahezu perfekt konstruierte Geschichte mit unheimlich vielen erzählerischen und inszenatorischen Stilmitteln – hier hat James Cameron eindeutig einen der handwerklich ausgereifttesten Filme überhaupt auf die Kette bekommen. Natürlich ist solch ein Overkill an Romantik nicht jedermanns Sache, aber dafür wird man ab der Hälfte – genau dann, wenn der Film Gefahr läuft wirklich zu langweilen – mit dem schleichenden Sinken und dem Chaos auf dem Schiff entschädigt. Eigentlich bietet der Film für jeden etwas. Man muss nur genug Sitzfleisch mitbringen.

Beim 3D sieht es da schon etwas trüber aus. Es ist gut, keine Frage (was anderes darf man von Cameron auch nicht erwarten und er war in der Pflicht auch gutes konvertiertes 3D abzuliefern). Aber hier merkt man sehr gut, dass Titanic nie für diese Technik konzipiert war. Es gibt keinen erzählerischen Mehrwert und der Schnitt mancher Szenen plus Kamerafahrten lassen die Sicht auch konfus erscheinen. Gerade am Finale, wenn ein wenig Hektik einkehrt, ist das schlecht, weil man da schon überreizt ist mit den vorangegangenen zwei Stunden. Der einzig positive Aspekt, die Plastizität, bekommt man auch mit der künftigen Blue-Ray und dem damit verbundenen HD hin.

Nichtsdesto trotz ist Titanic ein Film für’s Kino. Und es ist schön ihn auf der großen Leinwand zu erleben (konnte ich damals nicht, da zu jung und zu uninteressiert in Schmonzetten). Ob einen der massive 3D- und Überlängenzuschlag für den Film wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Kino-Kritik: Titanic 3D


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