Kino-Kritik: The Dark Knight Rises

Drei Tage…zwei Kinobesuche…und noch immer Verzweiflung.
Vergangenen Mittwoch sah ich endlich den neuen Batman, The Dark Knight Rises. Den Abschluss von Christopher Nolans fulminanter Trilogie, die mit Batman Begins die perfekte Origins erzählte und bei The Dark Knight das perfekte Drehbuch präsentierte. Und die Erwartungen waren groß. Vielleicht zu groß. Das muss jeder für sich entscheiden. Ich hatte meine Probleme, als ich aus der Vorstellung rauskam. Enttäuschung oder Faszination – beides spielte gegeneinander in meinem Kopf Ping Pong. Es brauchte also zwingend einen zweiten Blick…
…den ich mir gestern gegönnt habe. Und trotzdem, auch wenn ich mir nun bei The Dark Knight Rises klarer im Kopf geworden bin, ist es trotzdem ungemein schwierig in zu bewerten. Aus diesem Grund lasse ich es auch bei diesem Film hier ausnahmsweise wirklich, eine Sternwertung zu geben. KEINE Sternwertung wäre gerchtfertigt, aber auch KEINE wäre falsch…

Kino-Kritik: The Dark Knight Rises

 

2005 überraschte Christopher Nolan, der vorher eher durch Indi-Perlen wie Memento und Following und dem atmosphärischen Thriller Insomnia glänzen konnte, mit Batman Begins, der Comicverfilmungen auf ein neues Level hob. Sein eigener, ernster Stil gepaart mit einer der beliebtesten Comicfiguren wurde zwar kein Kassenknüller, aber ein DVD-Geheimfavorit. Und dann kam schon The Dark Knight, nur drei Jahre später, der – ein wenig gehyped durch den frühen Tod des Joker-Darstellers Heath Ledger – enorme Wellen schlug. Einspielergebniss über der Milliarde, ein Drehbuch vom Feinsten und zwei Antagonisten mit Joker und Two-Face, die nicht nur exzellent geschrieben, sondern auch exzellent geschauspielert waren.
Und bereits bei diesen beiden Filmen habe ich ein kleines “Problem”. Obwohl ich sehen und erkennen kann, dass The Dark Knight objektiv der weitaus bessere Film ist, gefällt mir Batman Begins immer noch mehr. Das ist irgendwie eine Herzensangelegenheit. Und diese Herzensangelegenheit sollte auch mein Problem bei The Dark Knight Rises sein…

Objektiv betrachtet ist das Finale von Batman eine herbe Enttäuschung. Gerade im Vergleich mit ALLEN anderen Werken von Nolan liegt hier das schwächste Drehbuch vor, welches vor Hollywoodklischees und sogenannten Deus-Ex-Machina-Momenten nur so strotzt (wenn Personen aus dem Nichts erscheinen und “plötzlich” wieder wichtig für die Szene werden). Und es ist vorhersehbar. Unglaublich vorhersehbar. Nahezu in jeder Szene weiß man das Ende der Szene. Und wer comickundig im Batman-Universum ist, hat auch den Hauptplot SEHR schnell durchschaut…
Das fällt vor allem im Vergleich mit The Dark Knight auf. Hier waren der Joker und Two-Face zwei Antagonisten, die man nicht durchschauen konnte, weil sie für das Chaos und den Zufall standen. Und auch wenn sich die Leistung von Tom Hardy als Bane nicht vor seinen Vorgängern verstecken muss, sein Charakter ist einfach nicht fähig, ähnliche “Gefahr” zu erzeugen. Und das obwohl er als das pure Böse dargestellt wird.

The Dark Knight wird mir persönlich zu sehr auf Heath Ledgers Leistung als Joker bezogen. Doch ein eben solches herausstechendes Merkmal hat sein Nachfolger leider nicht. Wirklich großartig kann man nur die Nebenrollen bezeichnen, allen voran Michael Caine als Butler Alfred, der die gesamte Emotionalität des Films tragen muss. Und es auch schafft. Brilliant hingegen der Charakter von Joseph Gordon Levitt.
Leider schaffen es die wenigen Highlights nicht, die Schwächen des Drehbuchs auszumerzen. Gerade in der Schlussphase wird hier alles über den Haufen geworfen und ich bekomme einen Moment nach dem anderen serviert, wo ich am liebsten in den Kinosessel beißen möchte. Wären die Schlussszenen nicht, die mich versöhnlich stimmen, wäre mein Gefühl wohl noch klarer in Richtung Enttäuschung gewesen…

Doch dann….Faszination…
Es sind für mich persönlich dann doch genau diese Kleinigkeiten, die objektiv den Film nicht retten können, die mich erfreuen. The Dark Knight Rises hat einen extremen Bezug zu Batman Begins, da wirkt der mittlere Film wie ein Lückenfüller gegen. Und gerade weil er “quasi” die Geschichte meines Lieblings der Reihe weitererzählt und auch zu einem “akzeptablen” Ende bringt, teleportiert er sich hoch.

Besonders deutlich wird das, wenn ich nach den Punkten “objektiver Einschätzung” und “subjektiver Einschätzung” eine Reihenfolge generieren würde. Und ja… da wäre in der Subjektivität trotz aller Brillianz sogar der geniale The Dark Knight hinter The Dark Knight Rises. Ich kann euch das nicht ganz genau erklären, weil es keine wirklichen Argumente dafür gibt. Gerade beim zweiten Durchgang habe ich gemerkt: »Die Schwächen sind IMMENS. Aber verdammt nochmal, der Film war geil!«

Ich gebe zu, wenn ihr das hier gelesen habt, seid ihr kaum schlauer als vorher. Ich bin es ja selber noch nicht. The Dark Knight Rises wird polarisieren, und das liegt teils an den Erwartungen, teils an dem Gegebenen. Hier ist es zwingender als bei jedem anderen Film, dass man sich sein eigenes Urteil bilden muss. Ich habe zwei Urteile. Und sie mögen sich nicht. Daher kein Urteil. Keine Wertung. Und ich denke, solange ihr kein Nolan-Fanboy oder – Hater seid, wird es euch wahrscheinlich ähnlich ergehen wie mir…


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