Kinderleicht? Für Kinder vielleicht!

Wir lieben Sport und Bewegung an der frischen Luft. Eigentlich sind wir ziemlich fit, dachten wir zumindest. Doch heute wurden wir eines Besseren belehrt. Der Vater konnte sich endlich zwei Tage Urlaub gönnen und uns ein bisschen mehr Familienzeit als das übliche Wochenende bescheren. Das nutzten wir aus, um meine Cousine mit ihren beiden Kindern auf dem Gertrudenhof zu treffen. Die beiden Kinder sind sechs und sieben Jahre alt und ziemliche Bewegungsgranaten.

Kaum saßen wir im Sandkasten hangelte sich die Siebenjährige von Schlinge zu Schlinge als ob es für sie die leichteste Übung wäre. „Ist doch voll einfach“, sagte sie und legte die Strecke immer wieder zurück. Mein Ehrgeiz war geweckt. „Das kann ich schon lange“, dachte ich mir. Doch etwa auf halber Strecke machten sich meine Arme bemerkbar, meine Hände schmerzten und nur mit Ach und Krach hangelte ich mich einmal die Schlingen entlang – aber ich hatte es geschafft. Der Vater lachte über meine gelungene Performance. Na, dann sollte er eben selber mal ran. Auch wenn sein Bizeps weit imposanter ist als meiner, schwächelte er und musste seinen Hangelversuch bei der vorletzten Schlinge aufgeben. Ehechallenge hin oder her – die kleine Siebenjährige hat uns maßgeblich beeindruckt. Hat sie aber gar nicht mitbekommen, weil sie mit ihrem Bruder schon über Strohballen springend in der Scheune rumtollte.

Pausen sind was für Erwachsene

Rund fünf Stunden haben wir auf dem Gertrudenhof verbracht und bis auf eine kurze Verschnauf- und Essenspause waren die Beiden fast die gesamte Zeit unterwegs: Trampolin springen, schaukeln, Sandburgen bauen, Tiere füttern oder einfach im Affenzahn von A nach B rennen – Stillstand kannten diese beiden Kinder heute irgendwie nicht. Und eine Pause brauchten sie erst Recht nicht. Wir hingegen sind nach diesem Tag doch gut angestrengt. Gut, wir beide sind heute morgen in aller Frühe mit einem 10-Kilometer-Lauf in den Tag gestartet, aber auf dem Gertrudenhof haben wir uns nicht sonderlich viel bewegt, vielmehr haben wir den sich bewegenden Kindern zugeschaut und unseren Körpern eine Erholungspause gegönnt.

Kinder sind Sportprofis

Doch nicht nur die Beiden, sondern auch unser Sohnemann absolviert tagtäglich seine Sporteinheiten. In letzter Zeit frage ich mich immer wieder, ob unser kleiner Sohn eigentlich nicht mit dem schlimmsten Muskelkater aufwacht. Denn er ist momentan Meister der tiefen Kniebeuge. In Endlosschleife und perfekter Ausführung übt er seine Kniebeugen, um seine kleinen Beinchen optimal auf seine ersten Laufversuche vorzubereiten. So langsam zeichnen sich die ersten Erfolge seiner sportlichen Ausdauer ab: Der Patentanten-Mann nahm am Wochenende anerkennend seinen gut trainierten Rücken zur Kenntnis.

Es ist wirklich faszinierend, welch eine Kraft und Energie in unseren Kleinen steckt. Unser Sohn kommt zwar noch nicht weit, aber er arbeitet daran und trainiert täglich mit viel Fleiß. Wir freuen uns darauf, was er noch alles entdecken und erkunden wird und hoffen, dass er mit genau so viel Bewegungsfreude und Abenteuerlust seine kleine Welt erforschen wird wie die beiden Kinder meiner Cousine.


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