Kinder, Job, Haushalt und Sex

Oh sie schreibt über ihr Sexleben. Ja! Ja, das tue ich und daran sollte nichts verwerfliches sein, denn es ist schließlich das Normalste auf der Welt. Und nun fragt Anne von Einer schreit immer wie es in anderen Schlafzimmern von Eltern aussieht.

Das Stichwort nennt sich Elternsex. Ist Elternsex etwas anderes als Sex?

Ganz klar ist Sex nach der Geburt des Kindes erstmal gar kein Thema. Dafür ist nicht mal unbedingt der fehlende Schlaf verantwortlich. Aber die Brüste spannen, das Baby hat die Brustwarze überfordert und dann ist da noch die Unsicherheit, ob man überhaupt schon wieder Sex haben darf. Der Mann ist unsicher, ob er mir nicht doch weh tun kann, ich bin unsicher, ob es ihm noch gefallen wird. Ich fragte mich die verrücktesten Dinge. Viele werden wissen wovon ich rede. Doch dann kommt die Lust zurück. Ja und wie war das dann bei uns?

Wir kuschelten uns aneinander, ich brauche die Nähe und die Berührungen meines Mannes und das beziehe ich jetzt nicht nur auf den Sex. Doch es ist ganz normal, dass von Zeit zu Zeit die Lust steigt. Wir ließen es langsam angehen, probierten bis wohin es geht, ob es sich noch gut anfühlt. Und das tat es, wir sind nicht nur Eltern sondern nach wie vor ein Paar. Wir haben keinen Elternsex, wir haben Sex, nicht als Mama und Papa- als Mann und Frau.

Und das finde ich sehr wichtig. Sich als Paar nicht vergessen und auch wenn man nicht mehr so spontan sein kann in Sachen Sex. Man kann ihn dennoch haben. Man sollte ihn haben. Die Wäsche kann ich auch machen, wenn das Kind mir nicht von der Seite weicht.
Natürlich muss hier jeder selbst seinen Weg finden mit dem er glücklich ist, doch man sollte die Kinder nicht als Erklärung für fehlenden Sex sehen.

Ja, wir haben weniger Sex als vorher, aber er ist nicht weniger toll. Klar kann man nicht von der Arbeit kommen und direkt übereinander herfallen, aber das muss man doch auch nicht. Wenn ich tagsüber an Sex denke, dann schreib ich meinem Mann meine Gedanken. Und ich weiß, dass er diese SMS mit einem Lächeln lesen wird. Und er teilt mir seine Gedanken genauso mit. Wenn er nach Hause kommt und mir ins Ohr flüstert, an was er denkt, dann denke ich nicht, dass  ich eigentlich müde bin. Ich habe nicht die Wäsche im Kopf oder plane die Einkaufsliste. Und die Gedanken an Sex bleiben im Kopf, sie erinnern an diese wunderschönen Gefühle beim Sex und ich freue mich auf den Abend. Nicht, dass ihr ein falsches Bild bekommt, dass ist sicherlich nicht jeden Tag so. Und auch an solchen Tagen kann es mal vorkommen, dass die Kinder nicht schlafen wollen und der, der gerade nicht bei den Kindern ist, auf dem Sofa eingeschlafen ist. Und wenn es dann keinen Sex mehr gibt, dann ist das auch in Ordnung.

An den Wochenenden nutzen wir sehr gern mal einen ganz simplen Trick. Wir wollen Sex, aber die Kinder wollen früh aufstehen- dann machen wir ihnen einen Film drauf und erklären, dass es für uns zu früh zum Aufstehen ist. (Beachtet hierbei, dass ihr eine DVD einlegt oder sonstiges, denn im TV kann eventuell die Werbepause langweilig sein und die Kinder bitten euch, was anderes drauf zu machen.) Sitzen die zwei vorm Fernseher, ist die Welt drumrum abgeschaltet. Manchmal schlafen sie dabei sogar nochmal ein.
Man muss auch Situationen spontan nutzen und auch ein Quickie ist nicht zu verachten. Und solche Situationen erkennt man, wenn man sich eben nicht nur als Eltern sieht. Wenn man sich gegenseitig nicht als Mama und Papa betrachtet, sondern als sich liebendes Ehepaar. Und wenn die Lust aufeinander erhalten bleibt, dann macht man sich eigentlich keine großen Gedanken um den Sex. Er ist da, er ist schön, er ist selbstverständlich und er ist unser Ausgleich zum Elternsein.

Also ja es gibt Eltern, die Sex haben- wie gäbe es auch sonst Geschwisterkinder ;)

Vergesst euch nicht, erinnert euch an euren Sex vor den Kindern und lasst den Haushalt auch einfach mal Haushalt sein. Den könnt ihr hinterher immernoch zu zweit machen.

Verratet ihr mir, wie es bei euch aussieht?

Heike