Kevin Breit & The Upper York Mandolin Orchestra - Field Recording

Mandolinen zwischen Folk, Rock und Klassik - und ganz ohne Mondschein

Kevin Breit & The Upper York Mandolin Orchestra - Field Recording

Zwischen Blues und klassisch anmutenden Kompositionen, Country und Songs zwischen Musical und Filmmusik: „Field Recording“, das neue Album des kanadischen Sängers und Multiinstrumentalisten Kevin Breit ist eine Fundgrube eindrücklicher Songs. Und es ist für Freunde akustischer Musik durch die konsequente Einbeziehung eines Mandolinenorchesters eine absolut wundervolle Scheibe.

Kevin Breit ist als Saitenvirtuose längst ein Begriff für Musiker aus Folk, Country, Jazz und Blues. Als Songwriter mit einem wachen Blick für Tradition und Moderne konnte man ihn zuletzt etwa mit „Strictly Whatever“, seinem zweiten Duo-Album mit Harry Manx kennenlernen. „Field Recording“ allerdings geht weit darüber hinaus.

Ähnlich wie die Ukelele scheint die Mandoline, dieses seit dem 17. Jahrhundert bekannte Zupfinstrument, zur Zeit eine kleine Renaissance in der Folkszene zu feiern. Mandolinenorchester - diese an klassische Streichorchester aufgebauten Orchester mit Mandolinen, Mandolas, Mandocellos und Kontrabass - spielen allerdings dabei keine Rolle. Aber deren Flexibilität geht ja eh darüber hinaus - schon im Barock gab es Lautenchöre, die als klangliche Alternative zu Streichergruppen eingesetzt wurden. Und die seit dem 19. Jahrhundert weltweit entstandenen Zupforchester können im Prinzip das ganze Repertoire klassischer Streicherliteratur spielen und werden von Komponisten immer wieder auch durch spezielle Kompositionen gewürdigt.

Und genau hier setzt Breit mit „Field Recording“ an: Hier ist kein einsamer Bluesman mit seinem Saiteninstrument zu erleben, sondern ein Songwriter, der sich von großem Orchester begleiten lässt. Die Zupfinstrumente malen in den Arrangements Klangflächen, die zuweilen an Filmscores von Morricone erinnern, im nächsten Moment nach einer heruntergekommenen Zirkusshow klingen oder nach der großen Musical-Bühne am Broadway: Das ist eine Musik, die sich einfach jeder Kategorisierung entzieht. Wenn etwas Breits Hommage an „Big Bill Broonzy“ beginnt, dann ist das weit entfernt vom Blues des Meisters sondern ist zunächst eher mit einem Rezitativ eines modernen Oratoriums verwandt, ehe dann doch noch ein paar Folkklänge in die Melodie einfließen. Aber das Orchester bleibt hier der ständige moderne Kontrast zu den tradionelleren Melodien des Liedes. Natürlich gibt es auch Songs, wie ich sie von Breit nach meiner Vorbildung eher erwartet hätte - „Johnny Dollar“ etwa, eine schöne Folknummer, bei das Orchester zumeist die Riffbegleitung Breits übernimmt. Aber es sind für mich vor allem die so unerwarteten Klänge und Arrangements, die Breit für seine Songs jenseits des Blues gefunden hat, die „Field Recordings“ für mich so großartig machen. (Poverty Playlist)

Field Recording by Kevin Breit and the Upper York Mandolin Orchestra  


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