Keramik aus Neuseeland

Ungewöhnliche Herkunft einer neuseeländischen Ikone

swanWie andere Klassiker des neuseeländischen Alltags hatte auch der Keramikhersteller Crown Lynn seine Anfänge in einem anderen Bereich: 1854 erwarb Rice Owen Clark ein Stück Land in Hobsonville bei Auckland. Um das Land trocken zu legen, stellte er eigene Abflussrohre her indem er Baumstämme mit Ton umwickelte und sie dann über Holzkohle feuerte. Er war so erfolgreich damit, dass er nicht nur Aufträge von Nachbarn bekam, sondern auch einige Nachahmer inspirierte. Er und diese anderen Hersteller vereinigten sich dann 1929 zu einer Firma, Amalgamated Brick and Pipe Company. Einige Jahre vorher – 1925- hatte R.O.Clark seine Firma nach New Lynn verlagert, wo eine bessere Art Ton zu finden war, ein Bahnanschluss existierte und neue Siedlungen für mehr Arbeiter die Produktion wesentlich vereinfachten.

crown17Als Tom Clark – ein Urenkel R.O.Clarks – während der Depression in der Firma anfing, war er für die Erweiterung der Produktpalette veranwortlich und unterstützte experimentierfreudige Mitarbeiter. Schon 1938 hatte die Firma eine Forschungsabteilung gegründet und die Rentabilität der Herstellung von Gebrauchsgeschirr untersuchen lassen. Als dann im Zuge der Kriegsmassnahmen von 1940 kein Alltagsgeschirr mehr importiert wurde, bekam die Firma den Auftrag für die heimischen und amerikanischen Truppen und auch für den zivilen Markt Geschirr zu entwerfen und zu produzieren. Wenn auch anfänglich die Qualität nicht hundertprozentig war – die Henkel brachen ab! – wurde dies ständig derart verbessert, dass in kürzester Zeit der Begriff Crown Lynn ein Synonym für robuste und zuverlässige Produkte wurde.

coffee11Nach dem Krieg wurde die praktische Palette durch kreative und abwechslungsreiche Motive erweitert und konnte sich noch bis Mitte der 70er Jahre grosser Beliebtheit erfreuen. Leider war die Produktion nicht mehr kostengünstig und die Firma wurde 1989 mit allen ihren Rechten, Designs und Markenzeichen von einem malaysischen Hersteller aufgekauft.

Alltägliches Kulturgut bewahren

CL1Für viele Neuseeländer war dies ein trauriges Ende einer klassischen neuseeländischen Erfolgsgeschichte. Wer je in einem typisch neuseeländischen Haushalt zu Besuch ist, wird unter Garantie das eine oder andere Stück – oder gar eine ganze Sammlung von Memorabilia – dort vorfinden.

Nach dem Verkauf machten deshalb die Liebhaber und Sammler sich daran, ihre Schätze zusammenzutragen und in einem Museum und im Internet zu archivieren. Es wurde eine Stiftung gegründet und seit Anfang Mai können nun im Te Toi Uku oder Art of Clay Museum nicht nur die Klassiker gesichtet werden, sondern auch Maschinen aus den Fabriken und Dokumente zur Geschichte der Firma.

Weltberühmt aus Neuseeland

Die Weltberühmtheit beschränkt sich wohl eher auf den englischsprachigen Teil der Welt, aber wer Interesse an Porzellan und Keramik hat und ein paar Stunden Zeit in Auckland hat, kann im neuen Museum anschauen, was die Kiwis diesbezüglich geschaffen haben. Im Moment sind die Öffnungszeiten noch nur nach Vereinbarung, aber schaut auf deren Webseite oder Facebook Seite für aktuelle Informationen.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens



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