Keine Vorsätze, aber…

Das mit den guten Vorsätzen ist nicht so mein Ding, einerseits, weil ich dem Jahreswechsel keine allzu grosse Bedeutung beimesse, andererseits, weil ich wohl einfach zu bequem bin, mir selber irgendwelche Vorschriften zu machen, die ich dann ohnehin bald einmal missachten werde. Nun ergibt es sich aber, dass ich mich nach Jahren der Überlastung endlich wieder einmal energiegeladen genug fühle, um etwas bewusster zu leben, anstatt mich von den äusseren Umständen treiben und einengen zu lassen.

Dass dieser Wandel ausgerechnet mit dem Start des Jahres, in dem Menschen mit Jahrgang 1974 vierzig werden, zusammenfällt, ist purer Zufall und wenn ich nun aufschreibe, was ich in den kommenden Wochen und Monaten angehen möchte, hat das nichts mit guten Vorsätzen zu tun, sondern mit meinem Wunsch, keine frustrierte Mittelalterliche zu werden, die immer nur jammert, was sie alles täte, wenn sie sich doch bloss dazu aufraffen könnte und wenn man ihr doch nicht immer Steine in den Weg legte.

Einen ersten kleinen Schritt zum bewussteren Leben habe ich heute unternommen, indem ich google den Rücken zugekehrt habe und fortan mit ecosia.org das Internet durchforste, in der Hoffnung natürlich, dass die auch wirklich halten, was sie versprechen. Weitere Schritte sollen folgen, zum Beispiel:

  • Diese nervtötende Hauptfigur aus einer meiner unfertigen Texte in den Griff bekommen, damit ich endlich ihre Geschichte erzählen kann. Jedes Mal, wenn ich denke, ich hätte sie jetzt endlich an dem Punkt, an dem ich sie haben will, entwischt sie mir und stellt irgend eine Dummheit an, die sie in ihrer Entwicklung um Jahre zurückwirft. Und meinen Text, mit dem ich nun auch schon seit Jahren ringe, reisst sie gleich mit sich. In den kommenden Monaten, das habe ich mir geschworen, werde ich die Dame kleinkriegen.
  • Wie zwanzig kann und will ich nicht aussehen, aber ein bisschen mehr Sorge tragen zu meiner Gesundheit und dabei ein paar Kilos – alle überschüssigen zu beseitigen schaffe ich wohl nicht –  liegen zu lassen, wäre keine schlechte Idee und ich habe sogar einen Hauch von einer Ahnung, wie das gehen soll. 
  • Wer ein Kind bekommt, steckt vorher mal grob die erzieherischen Grenzen ab. Natürlich sind diese Grenzen in erster Linie dazu da, fröhlich niedergerissen zu werden, wenn die Grundsätze mit der Realität in Berührung kommen, aber immerhin hat man sich mal Gedanken gemacht. Bei Teenagern ist das nicht mehr so einfach, denn erstens kündigt sich der Übergang vom Kind zum Teenager nicht so deutlich an wie der Übergang von Schwangerschaft zu Elternsein und zweitens lässt einem das Familienleben wenig Zeit, in aller Ruhe zu überlegen, welche Grenzen gelten sollen. Plötzlich reagiert man nur noch, anstatt in groben Zügen vorzugeben, in welcher Richtung es gehen soll. Es soll kein umfangreiches Regelwerk werden, das auf ewige Zeiten gelten soll, aber ein paar Dinge müssen geregelt werden, auf die Gefahr hin, dass es zu lautem Protestgeheul kommt. 
  • Alt fühle ich mich nicht, aber das Bewusstsein, dass wir nicht ewig Zeit haben, um das zu verwirklichen, was uns wichtig ist, steigt. Darum gilt es, bei den Träumen auszumisten. Die einen müssen in konkrete Ziele umgewandelt werden, andere werden wohl auf ewig ins Reich der Fantasie verbannt, wo ich sie gelegentlich besuchen und sehnsüchtig betrachten werde. 
  • Der neu geschaffenen Ordnung Sorge tragen. Auch wenn ich dem Perfektionismus – bis auf wenige Bereiche – abgeschworen habe, so weiss ich es doch wieder zu schätzen, zu wissen, welches Ding wohin gehört. Und da die ganze Familie auf wundersame Weise zur gleichen Erkenntnis gelangt ist, stehen die Erfolgschancen für einmal erstaunlich gut.

Natürlich ist nichts davon in Stein gemeisselt, denn die vergangenen Jahre haben mich zur Genüge gelehrt, dass sich das Leben nicht gängeln lässt, doch das soll mich nicht davon abhalten, wieder etwas überlegter durch die Tage zu gehen. 

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