Kauf dir deine Meinung!

06072013_immerabgelenkt_bildonline

Die New York Times hat sie schon vor langer Zeit hochgezogen, die Money-Mauer genannt Paywall. Bestimmte Inhalte und Artikel gibt’s nur gegen Bezahlung. Das ist irgendwie gemein und zugleich total nachvollziehbar. Denn früher, damals, in einer anderen, fernen Zeit (!!!) vor dem Internet, hat man für die Tageszeitung am Kiosk auch ne Mark oder sogar mal mehr hinlegen müssen. Der Tausch von Zahlungsmitteln gegen Güter war ein akzeptiertes System. Dann kam das Internet und auf einmal wollte alle alles umsonst haben. Mal ehrlich, die Zahlungsbereitschaft im Internet ist noch geringer als im All-Inklusiv-Urlaub.

Online Content ist das neue Leitungswasser und sollte darum einfach aus dem Hahn kommen, dann darf es ja auch was kosten, aber eben nicht pro Duscheinheit. Denn das führt zu Geiz und Geiz führt zu Dreck. Man kann sich das Internet ja durchaus als Informationsdusche vorstellen.

Wenn Content Konsumgut wird, über dessen Charakter die Nachfrage entscheidet, verändert das die Inhalte. Die Wasser- bzw. Informationsqualität nimmt ab, denn die, die am anderen Ende des Rohrs sitzen, wollen ja möglichst viel Geld verdienen und die unter der Brause wollen möglichst wenig zahlen, aber ganz lange duschen.

Die schmutzigen Ausmaße dieses Dilemmas zeigen sich am Beispiel Bild.de. Denn statt dem üblichen Schund zwischen den normalen, überkompakten Meldungen über tatsachlich Relevantes aus dem Weltgeschehen, setzt auf der Onlinepräsenz von Bild seit der Installation der Paywall die Inflation des Bullshits ein. Die superlativierten Megameldungen, die man zumindest im Ansatz als „informativ“ einordnen könnte, scheinen nun ganz verschwunden, stattdessen gibt es nur noch verwässertes Promiblabla, Geschichten, die so belanglos sind, dass sie kein seriöses Medium kaufen wollte und die Bild-Online darum jetzt als „Exklusiv-Story“ verramschen kann.

Soviel ich mich über den bisherigen Extrem(journal)ismus des Blattes aufgeregt habe, die völlig verkürzte oder auch mal schlecht recherchierte Informationsübermittlung regte mich doch bisher wenigstens dazu an, mir eine Meinung zu bilden… jetzt bilde ich mir eine (gar nicht sehr nette) Meinung zum Bild der Nachfragenden dieser Art von Content. Denn irgendwer scheint’s ja doch wieder zu kaufen… und damit zu wollen und damit zu vermehren.



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