Welche Mottenarten kommen in der Wohnung vor – und wie lassen sie sich sicher unterscheiden? Entscheidend ist nicht nur das Aussehen des Falters, sondern vor allem der Fundort und das Schadbild. In Küche und Vorratsschrank sind meist Lebensmittelmotten unterwegs. Kleine Löcher in Wollkleidung, Teppichen oder Polstern sprechen dagegen eher für Kleidermotten.
Diese Übersicht zeigt die wichtigsten Mottenarten in der Wohnung mit Bildern und typischen Merkmalen. Du erfährst außerdem, woran du Larven und Gespinste erkennst, welche Vorräte oder Textilien gefährdet sind und was bei einem Befall zu tun ist.
Mottenarten in der Wohnung: Übersicht mit Bildern
Kleidermotten: Ihre Larven hinterlassen unregelmäßige Fraßlöcher in Wolle und anderen Materialien tierischen Ursprungs.
Lebensmittelmotten: Dörrobst- und Mehlmotten sitzen häufig an Wänden nahe der Küche oder Vorratskammer.
Kleidermotteeinfarbig gelblich bis bräunlich, bis etwa 10 mm langKleiderschrank, Wollteppich, Polster; unregelmäßige Fraßlöcher
DörrobstmotteFlügel vorn hellgrau, hinten kupferrot bis braunNüsse, Müsli, Trockenobst, Schokolade, Gewürze und Tierfutter
Mehlmottegraue Flügel mit dunklen, gezackten QuerlinienMehl, Getreideprodukte, Backwaren, Nüsse und Hülsenfrüchte
Speichermottegraubraune Flügel mit hellen QuerbändernKakao, Getreide, Nüsse, Saatgut und andere trockene Vorräte
Mehlzünslerdeutlich gemusterte braune und helle Flügelbereichevor allem Mühlen und Lager, gelegentlich Haushalte
Getreidemotteklein, gelblich-braun bis silbrigLarven entwickeln sich im Inneren von Getreidekörnern
Schnelltest: Findest du Gespinste oder verklebte Körner in trockenen Lebensmitteln, handelt es sich wahrscheinlich um Lebensmittelmotten. Entdeckst du Löcher, Gespinströhren oder Larven an Wolle, Federn oder Tierhaaren, spricht das eher für Kleidermotten.
Welche Mottenarten kommen in Wohnungen vor?
In deutschen Haushalten sind vor allem zwei Gruppen relevant: Kleidermotten als Materialschädlinge und mehrere Arten von Lebensmittelmotten als Vorratsschädlinge. Die erwachsenen Falter richten den eigentlichen Schaden nicht an. Verantwortlich sind die Larven, die Textilien oder trockene Vorräte als Nahrung nutzen.
Kleidermotte
Die Kleidermotte (Tineola bisselliella) ist ein kleiner, unscheinbarer Nachtfalter. Körper und Vorderflügel sind einfarbig gelblich bis bräunlich. In Ruhestellung liegen die schmalen Flügel eng am Körper. Die weißlich-gelben Larven besitzen eine braune Kopfkapsel und leben häufig in einer selbst gesponnenen Röhre.
Kleidermottenlarven verdauen Keratin und befallen deshalb vor allem Wolle, Pelz, Federn, Tierhaare und Mischgewebe mit tierischen Fasern. Reine Baumwolle oder synthetische Fasern dienen ihnen nicht als Nahrung. Typische Hinweise sind kleine, unregelmäßig verteilte Löcher, Gespinste und krümeliger Kot in einer ähnlichen Farbe wie das befallene Gewebe.
Kontrolliere besonders selten bewegte Wollkleidung, Teppichränder, Polster, Bettkästen sowie dunkle Bereiche unter Schränken. Teppich- und Pelzkäfer können ähnliche Schäden verursachen. Deren Larven sind jedoch behaart; die für Kleidermotten typischen weißen Gespinste fehlen meist. Weitere mögliche Verwechslungen zeigt unser Ratgeber zu Käfern in der Wohnung.
Dörrobstmotte
Die Dörrobstmotte (Plodia interpunctella) gehört zu den häufigsten Lebensmittelmotten in der Wohnung. Ihr wichtigstes Erkennungsmerkmal ist die zweigeteilte Färbung der Vorderflügel: Der körpernahe Bereich wirkt hellgrau bis gelblich, die hintere Hälfte kupferrot bis braun.
Die Larven haben ein breites Nahrungsspektrum. Sie können unter anderem Nüsse, Müsli, Reis, Nudeln, Gewürze, Tee, Schokolade, Trockenobst, Saatgut und trockenes Tierfutter befallen. Feine Gespinste, verklumpte Lebensmittel und weißliche Larven an Wänden oder Schrankdecken sind deutliche Warnzeichen.
Mehlmotte
Die Mehlmotte (Ephestia kuehniella) ist größer und grauer als die Dörrobstmotte. Auf den Vorderflügeln verlaufen dunkle, gezackte Querlinien. Ihre Larven bevorzugen Mehl und andere Getreideprodukte, kommen aber auch in Backwaren, Nüssen, Mandeln, Hülsenfrüchten, Schokolade und Tiertrockenfutter vor.
Ein Befall fällt oft dadurch auf, dass Mehl durch Gespinstfäden verklumpt. Dünne Papier-, Papp- und Kunststoffverpackungen sind kein sicherer Schutz. Trockenprodukte sollten deshalb in fest schließende Behälter aus Glas, Metall oder stabilem Kunststoff umgefüllt werden.
Speichermotte
Die Speichermotte (Ephestia elutella) ist eine weitere Lebensmittelmottenart. Sie besitzt graubraune Vorderflügel mit helleren, leicht gewellten Querbändern. Befallen werden unter anderem Getreide, Kakao, Nüsse, Saatgut, Tabak und andere trockene pflanzliche Produkte. In Wohnungen ist sie weniger auffällig als die Dörrobstmotte, kann aber über befallene Waren eingeschleppt werden.
Mehlzünsler
Der Mehlzünsler (Pyralis farinalis) ist an seinen deutlich gemusterten Vorderflügeln zu erkennen: Helle mittlere Bereiche werden von dunkleren braunen Abschnitten begrenzt. Die Art tritt vor allem dort auf, wo Getreide und Mehl verarbeitet oder gelagert werden, beispielsweise in Mühlen, Bäckereien und Futtermittellagern. In privaten Haushalten ist sie seltener.
Getreidemotte
Die Getreidemotte (Sitotroga cerealella) ist klein und gelblich-braun bis silbrig gefärbt. Ihre Larven entwickeln sich im Inneren einzelner Getreidekörner. Dadurch bleibt ein Befall anfangs leicht unbemerkt. Die Art ist vor allem in landwirtschaftlichen Lagern relevant und wird in Wohnungen deutlich seltener gefunden.
Motten bestimmen: Fundort und Spuren sind entscheidend
Löcher in Wollpullovern, Teppichen oder PolsternKleidermotteTextilfalten, Schrankritzen, Teppichränder und Tierbetten
Falter mit kupferfarbener hinterer FlügelhälfteDörrobstmotteNüsse, Müsli, Trockenobst, Gewürze und Tierfutter
Grauer Falter mit dunklen WellenlinienMehlmotteMehl, Backzutaten, Getreideprodukte und Nüsse
Weiße Fäden, verklumpte Körner oder Larven im SchrankLebensmittelmottealle trockenen Lebensmittel sowie Bohrlöcher, Fugen und Schrankdecken
Behaarte Larven ohne weiße Gespinsteeher Teppich- oder PelzkäferFußleisten, dunkle Ecken, Teppiche und Naturtextilien
Ein einzelner Falter lässt sich anhand eines Fotos nicht immer sicher bestimmen. Achte deshalb auf mehrere Merkmale gleichzeitig: Farbe und Zeichnung der Flügel, Größe, Fundort, befallenes Material sowie Larven und Gespinste. Pheromonfallen können dabei helfen, einen Befall zu überwachen und den Schwerpunkt einzugrenzen. Sie reichen allein aber meist nicht zur vollständigen Bekämpfung.
Was tun bei Motten in der Wohnung?
Lebensmittelmotten beseitigen
- Kontrolliere alle trockenen Lebensmittel und auch Tierfutter. Gespinste, Larven, Kot oder verklumpte Produkte weisen auf Befall hin.
- Entsorge befallene Vorräte verschlossen. Befallene Lebensmittel sind nicht mehr zum Verzehr geeignet.
- Räume den Schrank vollständig aus, sauge Ecken, Fugen und Bohrlöcher gründlich ab und wische die Flächen anschließend aus.
- Fülle unauffällige Vorräte in luftdicht schließende Behälter um und kontrolliere sie in den folgenden Wochen regelmäßig.
- Nutze Pheromonfallen zur Befallskontrolle. Bei hartnäckigem Befall können geeignete Schlupfwespen oder professionelle Schädlingsbekämpfer helfen.
Kleidermotten beseitigen
- Prüfe Wollkleidung, Teppiche, Polster, Felle und Textilien mit Federn oder Tierhaaren.
- Reinige geeignete Textilien nach Pflegeetikett. Empfindliche Stücke können professionell gereinigt oder ausreichend lange tiefgefroren werden.
- Sauge Schränke, Schubladen, Fußleisten und Ritzen sorgfältig aus. Entsorge den Staubsaugerinhalt anschließend verschlossen.
- Lagere gereinigte Textilien künftig in dicht schließenden Boxen, Kleidersäcken oder Vakuumbeuteln.
- Kontrolliere den Erfolg über mehrere Wochen. Bei starkem oder wiederkehrendem Befall ist fachkundige Hilfe sinnvoll.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Erklärung findest du in unserem Ratgeber Motten im Haus bekämpfen und vorbeugen.
Motten in der Wohnung vorbeugen
- Kontrolliere trockene Lebensmittel bereits beim Einkauf auf beschädigte Verpackungen, Larven und Gespinste.
- Bewahre Mehl, Müsli, Nüsse, Gewürze, Tierfutter und andere Trockenprodukte in fest schließenden Behältern auf.
- Reinige Vorrats- und Kleiderschränke regelmäßig und entferne Staub, Haare und Wollflusen aus Ritzen.
- Wasche oder reinige saisonale Wollkleidung vor dem Einlagern und verpacke sie dicht.
- Lüfte Teppiche und Naturtextilien regelmäßig und setze sie, sofern das Material es verträgt, zeitweise dem Sonnenlicht aus.
- Fliegengitter erschweren Motten und anderen Insekten das Einfliegen durch geöffnete Fenster und Balkontüren.
Häufige Fragen zu Mottenarten in der Wohnung
Welche Mottenarten findet man am häufigsten in der Wohnung?
Besonders häufig sind Kleidermotten sowie Dörrobst- und Mehlmotten. Kleidermotten befallen Materialien tierischen Ursprungs, während Dörrobst- und Mehlmotten trockene Lebensmittel und Tierfutter nutzen.
Wie erkenne ich, ob es Kleidermotten oder Lebensmittelmotten sind?
Der Fundort liefert den wichtigsten Hinweis. Löcher und Gespinste an Wolle, Federn oder Tierhaaren sprechen für Kleidermotten. Gespinste, Larven und verklumpte Produkte in Küche oder Vorratsschrank deuten auf Lebensmittelmotten hin.
Woher kommen Motten in der Wohnung?
Lebensmittelmotten werden meist mit bereits befallenen Lebensmitteln, Tierfutter oder Verpackungen eingeschleppt. Kleidermotten können mit Textilien in die Wohnung gelangen oder in warmen Monaten von draußen zufliegen.
Sind Motten in der Wohnung gefährlich?
Kleidermotten gelten vor allem als Materialschädlinge. Von Lebensmittelmotten befallene Vorräte können durch Kot, Gespinste, Pilze oder Milben verunreinigt sein und sollten nicht mehr gegessen werden.
Reichen Pheromonfallen gegen Motten aus?
Nein. Pheromonfallen locken vor allem männliche Falter an und eignen sich zur Befallskontrolle. Eier und Larven werden dadurch nicht zuverlässig beseitigt. Entscheidend sind die Suche nach dem Befallsherd, gründliche Reinigung und die Behandlung oder Entsorgung befallener Vorräte beziehungsweise Textilien.
Fazit: Mottenart zuerst bestimmen, dann gezielt handeln
Wer Mottenarten in der Wohnung bestimmen möchte, sollte Aussehen, Fundort und Schadbild gemeinsam betrachten. Kleidermotten hinterlassen vor allem Schäden an Wolle und anderen tierischen Materialien. Dörrobstmotte, Mehlmotte und weitere Lebensmittelmotten verraten sich durch Larven, Gespinste und verklebte Vorräte.
Je früher du den Befallsherd findest, desto leichter lässt sich eine Ausbreitung verhindern. Kontrolliere angrenzende Schränke und Produkte sorgfältig, beseitige befallenes Material und überwache die betroffenen Bereiche über mehrere Wochen.
