Karneval: Segen oder Fluch bei Angst und Panikattacken?

Jetzt geht sie wieder los: Die fünfte Jahreszeit, besser bekannt als Karneval oder Fasching. Für Menschen, die Angstzustände und Panikattacken haben, ist diese Zeit alles andere als angenehm, wenn man denn überhaupt mitfeiert. Denn leider neigen wir Menschen dazu, Situationen zu vermeiden, die uns Angst machen.

Vor allem, wenn man an Agoraphobieleidet, hat man mit Situationen zu kämpfen, aus denen man nicht schnell genug flüchten kann und die gibt es im Karneval zuhauf. Warum Karneval eine hervorragende Möglichkeit bietet, sich Deiner Angst zu stellen und was Du tun solltest, selbst, wenn Du kein Karneval feierst, das erfährst Du in diesem Artikel.

Karneval machte mir Angst

Ich lebe im Rheinland, ganz in der Nähe der Karnevalshochburgen Düsseldorf und Köln. Auch wenn Karneval nicht jedermanns Sache sein mag, so habe ich es meist gerne gefeiert. Das sah anders aus, als mich meine Angststörung im Griff hatte. An Weiberfastnacht ging es morgens mit dem Zug nach Köln. Eine knappe Stunde Zugfahrt in einem vollkommen überfüllten Zug. Die Menschen sangen, feierten und tranken. Und ich mit meinen Panikattacken mitten drin.

Schon tagelang bevor es losgehen sollte, verspürte ich eine ansteigende Unruhe. Am Morgen als es losging, ging es mir richtig schlecht. Ich fühlte mich als sei ich krank. “Ich glaube ich habe Fieber. Keine gute Idee heute nach Köln zu fahren.” Und trotzdem bin ich gefahren. Ich habe tatsächlich trotz Angst und Panikattacken nur selten etwas vermieden. Mir war von Anfang an bewusst, dass ich mich ansonsten immer weiter einschränken würde.

Hilft Alkohol bei Panikattacken?

Die Zugfahrt war die Hölle und in Köln angekommen war es zunächst nicht anders. Menschenmassen ohne Ende, relativ weit weg von zu Hause. Kein Wunder, dass sich eine Panikattacke an die nächste reihte. Aber ich habe durchgehalten, irgendwann war es richtig schön, was teilweise auch dem steigenden Alkoholpegel zu verdanken war. Alkohol entspannt und birgt gerade deshalb eine Gefahr. Es ist gar nicht so selten, dass Menschen, die Angstzustände und Panikattacken haben, regelmäßig zur Flasche greifen. So gelangt man vom Regen in die Traufe und dieser Gefahr solltest Du Dir bewusst sein.

Mir hat das jedoch auch gezeigt, dass eine Angststörung tatsächlich ursächlich für meine Symptome waren. Beschwerden einer organischen Erkrankung würden sicherlich nicht verschwinden, wenn man etwas getrunken hat. Ich habe das bereits in “Exfreundin Angst” ausführlich am Beispiel eines WM-Spiels beschrieben.

Warum Du Dich Deiner Angst stellen solltest

Ich rate Dir dringend, Dich nicht durch Deine Angst davon abhalten zu lassen, Karneval zu feiern und das gilt auch für alle anderen Situationen, die Du fürchtest. Ansonsten schränkst Du Deinen Bewegungsradius immer weiter ein. Ja, es ist gut möglich, dass Du Panikattacken bekommst, wenn Du Dich diesen Situationen stellst, aber Du wirst die Erfahrung machen, dass Du es überlebst und Dir nichts geschieht.

Als ich wieder zu Hause war, hat mir dies einmal mehr gezeigt, dass mir nichts passiert. Und mit der Zeit habe ich auch gelernt, dass ich stolz auf mich sein konnte, wenn ich diese Situationen durchstand, denn ich habe viel Mut bewiesen. Und das solltest Du auch: Höre auf, Dich für Deine Panikattacken zu schämen. Du bist mutig, wenn Du Dich Deiner Angst stellst. Man kann überhaupt nur dann mutig sein, wenn man Angst hat.

Karneval oder Fasching musste hier nur als Beispiel für viele andere Situationen herhalten, in denen mich Angstzustände plagten. Arbeit, Ausflüge, Reisen, Busfahrten, Autofahrten, Kinobesuche…immer war die Angst mit dabei und das habe ich natürlich auch ohne Alkohol irgendwie bewältigt.

Lasse nicht zu, dass Dich die Angst in die Kniee zwingt. Höre auf, Dich selbst zu belügen, indem Du Ausreden dafür erfindest, weshalb Du dieses oder jenes nicht machen kannst oder tun solltest. Es ist die Angst, die Dich davon abhält und Du hast den Mut in Dir, um Dich dieser Angst zu stellen.


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