Kagoule: Und immer wieder Lieblingslieder

Kagoule: Und immer wieder LieblingsliederKagoule
„Strange Entertainment“
(Alcopop Records)
Das ist sicher keine leichte Entscheidung: Das erste Album draußen, von der Kritik hoch gelobt, die Fanbase ist begeistert, aber der richtige Durchbruch scheint noch nicht gelungen. Frage also: Wie weiter? Auch Kagoule aus Nottingham haben sich um eine Antwort wohl nicht herumdrücken können, nachdem ihr Erstling „Urth“ 2015 das Grunge-Revival befeuert und auch sonst viel Lob geerntet hatte. Gleichwohl steht man als Musiker irgendwie immer vor der Entscheidung, ob man weiter vor allem dem eigenen Anspruch genügen möchte und unbeeindruckt weiterwerkelt oder besser auf ein paar Ecken und Kanten verzichtet und dem Geschmack der Masse und ein paar Ziffern mehr auf dem Kontoauszug so ein paar Meter näher kommen will. Beides zusammen geht selten und gleich, welche Richtung man einschlägt – es erwarten einen garantiert Beifall und Unverständnis zu gleichen Teilen.

Was von dem Trio aus der Mitte der Insel zu erwarten war, ließ sich schon aus einem Interview mit Gitarrist und Songschreiber Cai Burns herauslesen, das dieser einem Netzportal bei Veröffentlichung der Single „Not My Day“ gegeben hatte: „Das wichtigste und lohnendste für mich ist, dass ich einen Song, den ich gemacht habe, wirklich genießen kann. Das mag vielleicht komisch oder sogar egoistisch klingen, aber ich versuche tatsächlich, einfach jedes Mal mein neues Lieblingslied zu schreiben.“ Was zwischen den Zeilen nichts anderes heißen soll, als daß es ihm ziemlich egal ist, wem außer der Band selbst seine Ideen sonst noch gefallen, solange sie für ihn, Bassistin Lucy Hatter und Drummer Lawrence English funktionieren, läuft alles bestens.

Keine Sorgen also für alle, die den Ausverkauf fürchteten, Kagoule klingen weiterhin so rough und eckig wie zu Zeiten des Debüts. Sie haben ein einige, kleinere Stellschrauben gedreht, der Grunge steht nicht mehr ganz so dominant im Vordergrund, ein paar Synthsequenzen und Fuzzgitarren wurden ergänzt. Angepaßt oder gar glanzpoliert wirkt das alles bei weitem nicht. Auffällig oft hat sich Burns auch die Leadvocals geschnappt, Hatter übernimmt in der Regel den Backing-Part und tritt nur selten in die erste Reihe. Richtig durchgerockt wird eigentlich nur beim Dreiklang aus besagtem „It’s Not My Day“, „Superhuman“ und dem vorzüglichen „Mister Automaton“, die restlichen Stücke frönen der Lust am Gegenspiel aus laut und leise, hart und zart und wechseln das Tempo nach Belieben. Sie haben lange gebraucht für diesen zweiten Wurf und liest man ihre aktuellen Tweets richtig, spürt man einige Erleichterung, daß der Kampf nun endlich vorbei ist. Bleibt zu hoffen, dass ihnen der Anhang die Konsequenz danken wird – wir fangen jedenfalls schon mal an und vergeben die maximal erreichbare Punktzahl.

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