Kafka im Theater unterm Dach

Schauspiel/ Musik Iljá Pletner

Regie/Bühne/Filme Ingrun Aran

Kamera Jakobine Motz

Dramaturgie Miriam Sachs

 

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Ich habe den Bau eingerichtet und er scheint wohlgelungen“. Kafkas Erzählung beschreibt den Kampf eines Wesens gegen eine feindliche Umwelt. Es versucht sich durch das Errichten eines ausgeklügelten Baus zu schützen und verliert sich immer mehr im Abgrund der Paranoia. Zwanghaft beobachtet und perfektioniert es das Labyrinth, bis es schließlich durch ein ominöses Zischen aufgeschreckt wird und keine Ruhe mehr findet. „Das Geräusch scheint stärker geworden, nicht viel stärker natürlich, hier handelt es sich immer nur um feinste Unterschiede, aber ein wenig stärker doch, deutlich dem Ohre erkennbar. Und dieses Stärkerwerden scheint ein Näherkommen, noch viel deutlicher als man das Stärkerwerden hört, sieht man förmlich den Schritt, mit dem es näher kommt“.

Die Bühne, der Raum ist durch eine kleine Leinwand vor der größeren geteilt; ein weißes Quadrat bildet die Hauptspielfläche für den einsamen Protagonisten (Iljá Pletner). Es ist ein medialer Abend.

Ingrun Aran hält sich in Ihrer Inszenierung nah an den Text, der Abgrund wird mit Projektionen bebildert, mit Musik unterlegt und gerappt. Bilder von konservierten Skeletten rufen Erinnerungen an „Körperwelten“ wach, System-Steuerungsanalagen werden gezeigt und Augen, immer wieder Augen. Das manisch Getriebene des Wesens erzählt sich sehr schön in Pletners repetetivem Gesten-Repertoir und der Zuschauer wird in den Sog aus Kafkas Worten gezogen, in den kaputten Algorhythmus, der sich ständig wiederholt. Überlebensgroß sehen wir die dreckverkrusteten Finger des Wesens, das sich die Nägel rot lackiert und den Mund grell bemalt. Denn da ist natürlich auch die Notwendigkeit, die Masturbation im Horror. Was wenn der Bau einmal sicher ist? „Aber nichts dergleichen geschah“.

Manchmal gerät die Inszenierung ein wenig plakativ , so wenn auf dem übergroßen Styropor-Pad mit großen Gesten theatral herumgetippt wird und auch die Rap-Einlage wäre nicht nötig gewesen.

Für mich entstanden die eindrucksvollsten Momente genau dann, wenn die Inszenierung Pletner vertraut und den Zuschauer allein lässt. Mit Kafkas Worten und der ungeheuren Anspannung, die Pletner aus sich selbst spielt – wo er das hernimmt, will man gar nicht so genau wissen.

 


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