Jedi vs. Predators

Also ich muss sagen, dass mich „Padawan Lost“ und „Wookiee Hunt“ – die beiden Abschlussfolgen der dritten Staffel von Clone Wars nicht wirklich beeindruckt haben. Nach den fantastischen Nightsisters/Savage Opress-, Mortis- und Citadel Trilogien leidet diese Duologie an einer etwas matten Handlung und mancher an den Haaren herbeigezogenen Wendung.

Doch kommen wir zunächst zum Positiven: einmal mehr ist dies die optische Umsetzung dieser beiden Folgen. Nie zuvor sah man in der Serie eine derart vielfältige und detailreiche Szenerie wie hier auf Wasskah (auch wenn ich die Bäume mit ihren „Eiterbeulen“ für etwas eklig halte). Vergleicht man diese Bilder mit den „vertrockneten Korallenriffen“ aus „Ambush“, so liegen hier buchstäblich Welten dazwischen.

Jedi vs. Predators

Die Star Wars Version der Fussfessel

Und diese gute Umsetzung schließt auch Chewbacca mit ein. Das ist wohl umso bemerkenswerter, als Haare ja quasi die „optische Schwachstelle“ der Serie sind. Dennoch wirken die Wookiees hier keineswegs wie aus Holz geschnitzte Wurzelsepps und speziell bei Chewie hat man sich sichtlich Mühe gegeben, diesen so aussehen und sich bewegen zu lassen als stecke tatsächlich Peter Mayhew in dem Kostüm. Ich bin gespannt, ob wir irgendwann auch Ewoks in der Serie sehen werden, quasi die nächste Herausforderung in Sachen Haare und Fell.

Jedi vs. Predators

Der wandelnde Bettvorleger

Vieles in diesen beiden Folgen erinnert an die „Predator“ Filme: angefangen von der Grundhandlung – eine kriegerische und äußerst brutale Rasse macht im Dschungel Jagd auf andere Wesen – über manche Kameraeinstellungen bis hin zu den Geräuschen.

Und einmal mehr zeigt sich Felucia als ein Großkampfort der Klonkriege, denn immerhin schon zum dritten Mal macht die Serie hier Station. Und wieder werden als Bewohner nur die kleinen, schildkrötenartigen Wesen aus „Bounty Hunters“ (Staffel 2) gezeigt und nicht die „echten“ Felucianer aus TFU.

Doch kommen wir nun zu den Punkten, die mir an diesen Folgen nicht gefallen haben:

Zunächst habe einige Probleme mit der Geschichte an sich. Ja, mir ist schon klar, dass es auch bei uns Menschen gibt, die viele Zeit und Geld dafür aufwenden irgendwo hinzufliegen, um dort allemöglichen Tiere zu jagen und abzuschlachten, aber was hat eine solche Geschichte mit „Clone Wars“ zu tun? Und überhaupt: fliegen die Trandoshianer (nach den Toydorianern und den Dugs scheinbar die neuen „Oberungusteln“ in der SW Galaxis) einfach nur so rum, sammeln alle möglichen Spezies auf, nur um sie dann im Urwald auszusetzen und zu jagen? Ich habe ja irgendwie das Gefühl, dass man diese ganze Geschichte nur zusammengezimmert hat, um zu zeigen, wie sehr sich Ahsoka weiterentwickelt hat…

Jedi vs. Predators

Der oberste Jäger...

Apropos Ahsoka: diese darf hier nach „The Accademy“ zum zweiten Mal das Kindermädchen spielen, wenn es hier auch nicht um Korruption und vergiftete Getränke, sondern buchstäblich um Leben und tot geht. Ihre Schutzbefohlenen sind hier drei Jedi Jünglinge, die zwar über eine ausreichende Ausbildung verfügen, um den Gedankentrick, den Machtschub und das Machtwürgen anzuwenden, jedoch offensichtlich zu wenig, um zu spüren, wenn einer von ihnen stirbt. Oder auch nur um in den Himmel zu schauen, um herauszubekommen, woher ihre Angreifer eigentlich kommen…

Und noch etwas: Ahsoka versteht offensichtlich Shyriiwook, jene Wookieesprache mit der auch Leia etliche Jahre nachdem sie Chewie zum ersten Mal begegnet ist noch enorme Schwierigkeiten hatte. Und ein 15 jähriger Padawan hat mit dieser Lautsprache keine Probleme. Ja natürlich, man kann argumentieren, dass Ahsoka vielleicht bei ihrer Ausbildung im Jeditempel mit einem Wookiee-Padawan zusammengetroffen ist und deshalb die Sprache versteht. Das Problem ist, dass es in diesen beiden Folgen eine Menge, solcher Dinge gibt, die man sich so irgendwie zusammenreimen muss, damit sie halbwegs einen Sinn ergeben.

Noch ein paar Beispiele gefällig? Woher wissen Ahsoka und ihre Bande, wann das nächste Sklavenschiff eintreffen wird? Lauern sie tagelang am Strand oder haben sie einfach so viel Glück, dass genau in dem Moment, als sie am Landeplatz ankommen auch schon das Schiff auftaucht…

Jedi vs. Predators

Nachts am Strand

Oder: Chewbaccas Sender löst sich lautstark in Rauch auf. Und doch funktioniert er einige Stunden später plötzlich wieder und baut sogar selbstständig eine Funkverbindung auf. Ja, man kann argumentieren, dass der Wookiee das Gerät halt in der Zwischenzeit repariert hat, aber das wird weder gezeigt noch irgendwie angedeutet, der Sende geht einfach plötzlich von selbst an…

Und von solchen „Deus ex Machina“ Momenten gibt es leider einige in dieser Geschichte!

Doch ich möchte noch auf die letzten beiden Szenen dieser Staffel zu sprechen kommen:

Auch wenn man es nicht explizit sieht, bin ich sicher, dass sich Anakin am Ende bei den Wookiees für Ahsokas Rettung bedankt. Bei jener Rasse, die er wenige Jahre später jagen, versklaven und – gemäß dem Beginn von TFU – brutal abschlachten wird. Welch Ironie!

Die zweite Sache ist die allerletzte Szene von „Wookiee Hunt“: man sieht einen lächelnden Yoda, der Anakin und Ahsoka nachschaut und es ist ein „und-er-sah, dass-es-gut-war“ Lächeln. Doch ist es das wirklich? Yoda hat Anakin Ahsoka als Schülerin zugeteilt, um diesem zu lehren loszulassen, wenn es an der Zeit ist, sprich wenn Ahsoka keinen Meister mehr benötigt. Doch der Anakin in dieser Geschichte zeigt keinerlei Anstalten, dass ihm das gelingen wird. Er wird vor Sorge um seine Schülerin fast krank, gibt sich selbst die Schuld für ihr Verschwinden und ist nur mit großer Überzeugungsarbeit von Plo Koon bereit, die Suche nach ihr aufzugeben. Wie es scheint, ist Ahsoka wesentlich eher bereit loszulassen, als dies ihr Meister ist. Und dass das Ganze letztlich nicht funktioniert, sehen wir ja in ROTS.

Und noch einen letzten Gedanken möchte ich Euch auf den Weg mitgeben: als sich Anakin in Episode III hilfesuchend an Yoda wendet und über seine Angst berichtet jemanden zu verlieren…Mir kam es immer seltsam vor, dass der Jedi Meister nie fragte, auf wen sich Anakins Angst denn eigentlich bezog. Nehmen wir mal an, dass er nicht wusste, dass Anakin mit Padme verheiratet und nehmen wir weiter an, dass Ahsoka zu diesem Zeitpunkt noch am Leben war. Könnte Yoda Anakins Worte dann nicht vielleicht auf die junge Togruta beziehen?

Was es sonst noch zu erwähnen gibt:

  • Die Szene in der Chewbacca erstmals zu sehen ist erinnert stark an jene Sequenzen aus den Terminator Filmen, in denen sich die jeweiligen Helden/Bösewichte, nachdem sie in der Zeit zurückgeschickt wurden aufrichten, nur dass der Wookiee den „Vorteil“ hat nicht nackt zu sein.
  • Einmal mehr wird hier Lando Calrissian zitiert (wenn auch nicht wörtlich): „Now, what do we have here?“
  • Das „Jagdzimmer“ der Trandoshianer bietet eine wahre Fundgrube an Easter-eggs. Muss muss allerdings fast Bild für Bild betrachten und sollte die Helligkeit der Bilder hinaufsetzen, aber dann wird man mit einigen Überraschungen belohnt…

Die obigen Bilder und noch viele mehr gibt es wie immer auf meiner Flickr Seite (Padawan Lost), (Wookiee Hunt)