Jeans Team im Gespräch: “Knackig. Stur. Modern.”

Jeans Team im Gespräch: “Knackig. Stur. Modern.”Berlin-Wedding: Zwei verloren wirkende Gestalten warten vor einem großen eisernen Tor. Der Himmel ist grau, es regnet Bindfäden. Plötzlich schwingt die Tür auf. Ein junger Mann mit Kapuze grüßt fröhlich mit den Worten: “Bier? Zigaretten?”. Bei den verloren wirkenden Gestalten handelt es sich um zwei Stereopol-Damen, der junge Mann ist Franz von Jeans Team.

Da die beiden Gestalten jedoch ein wenig kränkeln und das Angebot daher ausschlagen müssen, werden sie ins warme Studio geführt, wo sie von Franz und dem anderen Jeans Team-Mitglied Reimo mit heißem Tee und netten Worten versorgt werden. Man versteht sich sofort blendend und hilft sich gegenseitig mit Technikproblemen (Reimo: “Wie kann ich so ein Herz in meine E-Mail einfügen?”, Stereopol: “Wie funktioniert dieses Mikrofon doch gleich?”), bevor man sich schlagartig entsinnt, dass man doch eigentlich zum Interview gekommen war. Bier auf, Mikro an, losgelegt:

Ihr seid jetzt schon gut 15 Jahre im Geschäft. In diesem Zeitraum hat sich auch vieles im Musikgeschehen geändert. Wie hat sich denn eure Sicht der Dinge verändert?

Franz: Ja, das ist eine gute Frage. Es hat sich wahnsinnig viel verändert und das ist natürlich auch ständig irgendwie Thema hier. Es hat sich vieles auch zum Guten verändert, also es gibt natürlich auch viele solche Horrormeldungen und viele Leute jammern sehr viel. Die sagen, das ist alles so schlecht geworden, aber es gibt ja auch viele positive Entwicklungen. Als wir angefangen haben, gab es das Internet so für uns alle noch nicht. Und als wir angefangen haben, hatte auch noch keiner ein Handy. Und seitdem hat sich einfach was die Medien angeht alles extrem umgestellt. Eine Sache, die natürlich irgendwie stimmt, ist dass der klassische Musikmarkt, wie es in früher mal gab, komplett eingebrochen ist und sich komplett neu formiert hat. Aber eigentlich war uns das immer – auch ganz am Anfang schon – ziemlich scheißegal. Wir wollten eigentlich auch keine Platten rausbringen am Anfang, wir wollten nur Videotapes rausbringen. Das haben wir dann irgendwann sein lassen, weil das hat sich gar nicht verkauft.

Reimo: Gottseidank! Es gibt auch keinen VHS-Player mehr. Und gerade wurde auch der letzte Plattenspieler gebaut…

Franz: Ja? Aber das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Ich glaube, es wird doch immer irgendwelche Leute geben, die Plattenspieler herstellen.

Reimo: Also, Technics hat seine Plattenspieler eingestellt.

Franz: Ok. (Pause) Krass. (Alle lachen) Ja aber was meinst du, worauf willst du hinaus? Dass der Markt sich so verändert hat und dass man heutzutage nichts mehr verkauft oder was meinst du?

Ja, sozusagen. Ihr habt ja angefangen zu einer Zeit, zu welcher der Musikmarkt noch erheblich anders funktioniert hat. Wie arrangiert man sich als Künstler damit so über die Jahre hinweg?

Franz: Also, über die Jahre hinweg ist es auf jeden Fall ziemlich krass, dass man die ganze Zeit so runterkorrigiert. Wenn der Markt so geblieben wäre, wie er war, als wir angefangen haben mit dem Musikmachen und dann auch Platten zu machen, nicht nur VHS-Kassetten (grinst) … Dann wäre das eigentlich so gewesen, dass man immer ein Paar Platten mehr verkauft. Aber dadurch, dass der Markt zurückgegangen ist, ist das bei uns dann immer gleich geblieben. Was natürlich sehr hart daran war, war, unsere Partner – unsere Labels, die Plattenfirmen – zu sehen und auch mit denen immer wieder zu sprechen und von denen dann auch immer wieder zu hören: “Jungs, ihr könnt es vergessen, es ist nur noch so (deutet mit den Händen eine kleine Quantität an). Ihr könnt froh sein, wenn wir noch ein paar Tausend verkaufen. Ihr könnt froh sein, wenn überhaupt…” und so. Das ist ne Sache, die so ein bisschen auch in der ganzen Zeit immer wieder zwischendurch auf das Gemüt geschlagen hat und wo man immer wieder schlucken musste und sagen musste: “Wow. Ja. Das ist die Realität, das ist halt einfach jetzt anders.” Ein ganz genereller Gedanke, den ich heute habe, wenn ich an Musik denke – gerade wenn ich an junge Musiker denke – dann finde ich es ziemlich hart, dass man merkt, dass es in dieser Gesellschaft wahrscheinlich in naher Zukunft fast nur noch Hobbymusiker geben wird. Das heisst, als wir angefangen haben, in unserem Umfeld, als wir Freunde kennengelernt haben, die schon länger dabei waren – die haben davon gelebt. Damals gabs ja auch noch Leute, die haben gesagt: “Ich bring nur Platten raus. Ich spiel gar nicht so viel live.” Das sind ja auch wirklich zwei völlig unterschiedliche Sachen, Live und Studio. Das kann man sich heutzutage eigentlich gar nicht mehr vorstellen. Das ist jetzt so: Du machst ne Platte eigentlich nicht wegen des Geldes, sondern du machst die Platte, damit die Platte da ist, damit du live spielen kannst. Das ist schonmal ne ganz, ganz, ganz krasse Änderung in der ganzen Marktsituation. Und dann ist es auch so, dass viele von den jungen Bands jetzt wirklich sehr, sehr lange vor sich hin krebsen müssen und sich auch mit wahnsinnig kleinen Gagen über Wasser halten müssen. Die müssen wahrscheinlich ihre komplette Lebensstruktur so bauen, dass sie eigentlich arbeiten und Musik nur so als Hobby betreiben. Aber was bedeutet das in der Zukunft für unsere Gesellschaft, wenn wir nur noch Hobbymusiker haben? Das finde ich eigentlich ein bisschen traurig, weil das eine andere Musik ist und das ist auch ne andere Kunst. Auch bei bildender Kunst. Wenn du dir jetzt vorstellst, wir hätten nur Leute in der bildenden Kunst, die das nicht als Hauptberuf machen und die nicht ihre ganze Lebensenergie – das Leben ist ja auch nur kurz – dieser Kunst widmen könnten, sondern nur einen gewissen Anteil ihrer Lebenszeit. Das finde ich irgendwie sehr schade. Ich glaube, da leidet am Ende doch im Großen die Qualität drunter.

Wie ist das denn jetzt speziell für euch, wenn man feststellen muss, dass die Singles als mp3-Download verfügbar sind und dass diese Möglichkeit auch häufig genutzt wird? Leidet das Selbstbewusstsein als Musiker darunter, wenn man weiss, dass irgendwer das dann irgendwo auf dem Rechner hat? Ist es nicht schöner, wenn die Leute sozusagen etwas in der Hand haben, wenn sie die Musik hören?

Franz: Ja, es gibt wie gesagt Vorteile und Nachteile. Einerseits ist es so, dass diese ganz schnelle Verfügbarkeit und auch das Downloaden und Rippen aus dem Internet ja natürlich die Möglichkeit birgt, dass du überhaupt in einem größeren Kreis und auch bei Leuten, die sich das als Platte früher nie gekauft hätten, auf den Rechnern landest. Das ist ja nicht schlecht. Andererseits ist es schon auch so, dass es sich komisch anfühlt, wenn du dafür kämpfst und dich irgendwie die ganze Zeit so knapp über Wasser halten kannst – mal gibts mehr Geld, mal gibts weniger Geld, das ist immer wie so eine Achterbahnfahrt – und dann machst du ein super Lied, stellst das ins Netz, guckst auf iTunes – und dann gibts das da für 99 Cent. Das ist halt irgendwie so… wow. Das ist halt so gar nichts, das ist eigentlich nur noch so ne Schutzgebühr. Das ist schon so, dass da manchmal so ein Gefühl kommt, wie du grade sagtest oder angedeutet hast, als wärst du so Billo-mäßig. Man macht so Billo-Sachen. Aber Reimo und ich haben uns gesagt, wir setzen uns darüber komplett hinweg. Wir denken da natürlich viel drüber nach, aber wir versuchen, uns da nicht zu sehr beeinflussen zu lassen. Wir machen die Musik letztendlich aus dem Beweggrund, weil wir sagen: Wir wollen Musik machen. Wir wollten damals auch Musik machen. Als wir angefangen haben, haben wir auch nicht gesagt: Wir wollen jetzt 200.000 Platten verkaufen, da haben wir überhaupt nicht drüber nachgedacht. Es geht uns eher darum, dass wir irgendwann später in unserem Leben auf das, was wir gemacht haben, zurückblicken wollen, und sagen wollen: Wir haben immer korrekt abgeliefert. Das ist ja auch ein Beispiel für andere Generationen und andere Musiker und auch für uns und unsere Kinder, für alle. Wir wollen doch gute Musik machen.

Reimo: Wir werden immer Platten pressen. Weil, eine Sache, so doof sich das auch anhört: Wenn ich Bock krieg, Liebe über Musik zu empfinden, leg ich ne Platte auf. Wenn ich zuhause in der Küche sitze, es total gemütlich abends, ich trink noch mit nem Freund ein Bier und ich will dieses tolle Wahnsinnsgefühl, dann reicht es mir meist nicht – obwohl das natürlich auch oft passiert – dass der Laptop aufgeklappt wird und man sich durch Youtube-Videos klickt. Das ist natürlich auch lustig, aber das, was da architektonisch in einem Raum passiert, das passiert mir tatsächlich auch nur, wenn ich ne Platte auflege und die auch ein bisschen wie so ein Wein gereift ist. Eine ältere Platte auflegen, das bringt der Atmosphäre irgendwie mehr als den Rechner an die Anlage anzuschliessen und dann für zwei, drei Stunde son Rahmenprogramm zu entwickeln.

Franz: Erstens das und zweitens ist es so: Wenn du ne Platte auflegst, dann heisst das, dass du nen Plattenspieler aufgebaut hast zuhause. Das heisst auch, dass du da irgendwie Boxen hast und Verstärker, und das ist ein ganz anderes Klangerlebnis als vom Rechner. Heutzutage ist es eben leider so, dass ganze Generationen aufwachsen mit einer Darstellung von Musik, die von kleinen Rechnern kommt oder auch von Handys. Diese Lautsprecher können die Musik überhaupt nicht darstellen und den Raum auch gar nicht ausfüllen. Und dieses private, wirkliche Klangerlebnis, was da alles passieren kann im Raum, passiert da halt einfach auch nicht. Viele junge Leute wachsen damit jetzt auf und das ist eben anders als früher. Früher war das so, da hat man gespart und von dem Geld, das man zu Weihnachten, Geburtstag, Ostern, Konfirmation und von Oma, die da irgendwie abgenippelt ist, bekommen hat, hat man sich dann ne super Anlage gekauft. Das war wichtig, das war echt noch wichtig. Und wenns ein Schneider Power Pack war – das musste zuhause stehen. Das stellt viel mehr Musik dar als ein Rechner. Viele Produzenten von heute – auch junge Produzenten – geben sich mit diesem sehr, sehr limitierten Darstellungsmöglichkeiten von Musik dann auch zufrieden, nehmen mit ihrem Laptop auf und spielen mit ihrem Laptop ab. Das ist zum Beispiel ein echter kultureller Rückschritt, das müssen wir einfach so sehen. Das bringt nichts, da kommt nichts bei rüber. Das verändert auch die Auswahl der Musik extrem. Ich hab letztens Totes Kino im Radio gehört, in so nem Asialaden, in so nem Scheißradio, und das kam halt überhaupt nicht rüber. Aber das Lied ist, wenn du das auflegst oder über eine gute Anlage hörst, unglaublich liebevoll und detailliert produziert und auch gemischt. Das ist dann auch immer so eine künstlerische Entscheidung. Sagst du dann halt: Ist mir scheißegal, ob das im Radio im Asialaden dann scheiße klingt und ob das auf dem Laptop vielleicht nicht so gut klingt oder geh ich eben immer nur über den Laptop? Die Leute gehen ja auch zum Mastern mit dem Lied, das sie gerade gemacht und gemischt haben, wo sie wochenlang dran rumgefummelt haben. Dann wird das gemastert und dann sagen die: Warte mal eben, brenn mir das mal eben. Dann packen sie sich das auf den Rechner und hören sich auf dem Rechner an, ob sich das da gut anhört. Das machen viele, weil sie natürlich wissen, dass die meisten Leute auf dem Rechner hören. Dann muss das natürlich durch dieses ganz, ganz kleine Nadelöhr durch, am Ende ist der Klang aber scheiße, weil der Rechner halt sowieso scheiße klingt. Und wenn du auf dem Rechner gut klingen willst, dann muss die Musik so scheiße klingen, dass sie auf dem Rechner gut klingt. (Alle Lachen) Ist einfach so. Jetzt sind wir irgendwie von dem einen auf das andere gekommen.

Reimo: Es ist so. Was Franz gesagt hat, das stimmt einfach. Aber ich hab so ein bisschen das Gefühl, dass Teenagern das einfach scheißegal ist.

Franz: Ja, natürlich ist ihnen das scheißegal. Aber es ist ihnen auch nur deswegen scheißegal, weil sie gar nichts anderes kennen, und das ist ein kultureller Verfall. Dafür gehen aber viele Leute auch lieber zu Konzerten, da kriegen sie ja dann auch eine andere Qualität. Das ist dann auch schnell vorbei, so ein Konzert. Ne Stunde hast du dann richtigen Klang gehabt und zuhause wird wieder nur so rumgeschrottet. Das ist ein bisschen rückschrittlich, das Ganze. Das Ohr gewöhnt sich sehr schnell an solche Sachen, auch an schlechte Klänge. Wir haben auch mal ein Lied gemacht, das heißt “Haddu Zeit”. Das klingt total scheiße! Aber wenn du es vom Handy abspielst, klingt das total geil. (Alle lachen) Da ist einfach so, weil es so dünn ist. Aber wenn du das jetzt mal im Club ganz laut spielen würdest… das macht dir die Ohren kaputt, weil es so schlecht ist. Aber auf dem Handy gehts halt voll durch. Das ist halt präsent, weil es genau die Frequenz ist, die diese kleinen Lautsprecher darstellen können. Aber irgendwie … Das ist einerseits ganz lustig, da kann man mit arbeiten, mit solchen Sachen, machen wir teilweise auch extra. Manchmal. Aber im Grunde genommen find ichs abartig.

Ihr habt ja beide was in der künstlerischen Richtung studiert, oder?

Franz: Reimo hat überhaupt nicht studiert! Ah, doch, Reimo wollte mal Lehrer werden!

Reimo: Ich wollte eigentlich immer Kunstlehrer werden und ich war lange echt auch ein bisschen geknickt, warum ich das nicht auch wirklich gemacht habe. Ich war, glaube ich, nur so vier Wochen da an der Uni. Irgendwann hab ich meine Schubladen aufgeräumt und hab die alten Aufzeichnungen gesehen. Ich hab gesehen, dass in der Zeit, in der ich da studieren war, …

Franz: … in den vier Wochen (Alle lachen)

Reimo: … in der Zeit hatte ich also, anstatt Hausaufgaben oder irgendwas zu machen, ganz viele superinteressante andere Sachen vorgehabt. Wir hatten ne Galerie eröffnet, ich hab so Flyer entworfen, oder irgendwie so ne Ausstellung… Ich hatte so viel zu tun und das hab ich irgendwie darüber hinaus vergessen, dass ich eigentlich schon einen Lebensweg gehe, der aber an einem Studium vorbeigeht. Ich war noch immer so drauf: Ich muss studieren, um irgendwas zu werden, aber ich war schon voll auf dem Weg. Und das hab ich irgendwann nach vielen Jahren erst erkannt und das hat mich sehr glücklich gemacht.

Franz: Ich habe Keramik studiert. (Alle lachen) Ich habe freie Kunst studiert und mit Keramik hab ich viel gemacht, Ton…

Reimo: Ton in Ton!

Franz: Ja, Ton ist ein super Material, was einen sehr überfordern kann und total Spaß macht.

Wenn man zunächst so künstlerische Lebenswege einschlägt, wie wirkt sich das dann z.B. auf die eigenen Videos aus? Gebt ihr die gerne in andere Hände ab?

Franz: Hm, also…

Reimo: Wir geben eigentlich nie gerne was ab. Deswegen haben wir wahrscheinlich auch gar nicht so eine Popgröße erreicht, weil wir da immer unseren eigenen Kopf durchsetzen wollen. Das ist total hinderlich, weil irgendwann die Leute, mit denen man arbeitet, auch einfach keinen Nerv mehr haben, sich immer in die Ideen hineinziehen zu lassen. Und immer kommen neue Ideen, umändern, da hat manch einer keinen Bock drauf. Aber dafür sind wir auch immer relativ nah an dem, was wir eigentlich haben wollen. Ich muss sagen: das Einzige, was einem wirklich Glück bringt, das ist nicht Geld, sondern wenn man das gemacht hat, was man machen wollte.

Franz: Ja, auf jeden Fall, kann ich nur unterstreichen. Genau so ist es. Mir war da was eingefallen, aber…

Reimo: … ich habs dir weggelabert.

Franz: Du hasts mir weggelabert. (Alle lachen) Ja, aus der Hand geben. Es gibt immer Leute, die sagen, das wär besser. Vielleicht ist das wirklich auch ein besserer Tip für junge Musiker, dass man mehr so Kollaborationen eingeht mit anderen Künstlern und die auch einfach mal machen lässt. Dass man sich dann eher so um die eigene Musik kümmert und nicht so sehr um das Video, weil das dann ein anderer macht. Aber es macht auch so viel Spaß! Du hast dann die Idee und willst die dann mit drin haben, und am Ende siehst du es dann und dann ist halt aus der Idee etwas geworden. Es wird aber auch besser mit den Kollaborationen bei uns, oder?

Reimo: Ja, wir weichen uns sozusagen selber auf.

Stichpunkt Kollaborationen… Wir haben in Erfahrung gebracht, dass ihr große Fans von HGich.T seid…

Franz & Reimo: YOOOO! (Alle Lachen)

Wollt ihr da nicht mal zusammenarbeiten?

Reimo: Ich würd gerne mal so ein Penis-Bild malen mit dem Typen in der Windel.

Franz: Ja, ich finde die auch ganz großartig, ganz großartig. Leider haben wir sie noch nie live gesehen.

Wir schon – sehr empfehlenswert.

Franz: Ja? Das müssen wir echt mal nachholen. Das war immer so doof, wir waren immer grade auf Tour, wenn die hier waren. Ich guck immer, wann sie jetzt irgendwo wieder auftreten, damit wir da auch endlich mal hin können. Wir haben das auch irgendwie in so ner Zeit entdeckt im Internet,… wir haben ja auch selber schon seit Langem so ne situationistischere Idee von Musik und auch von Texten, und dann kam das, und dann waren wir auch so… wow, jetzt gehts los, super, endlich werden die Leute noch freier. Sehr gut. Wir sind Fans.

Ihr seid ja inzwischen eingesessene Berliner. Wo fühlt ich euch am wohlsten? Man könnte ja fast meinen, hier in Wedding…

Franz: Ja, Wedding ist super. Aber so richtig wohlfühlen… Ich war heute schon draußen! (Alle Lachen) Ich hab mich überhaupt nicht wohlgefühlt! Es ist echt wie so eine kalte Dusche, und es kann auch ziemlich hart sein. Aber ich war auch vorhin in so nem türkischen Obst- und Gemüseladen. Es hat geregnet und der Typ stand draußen und hatte so seinen Tee aus dem Samowar und irgendwie fand ich das alles so total korrekt und auch gut, wie das hier so ist. Die Leute haben nen guten Style und sind sehr bodenständig und irgendwie kommt das alles ganz gut, wie die das hier machen in Wedding. Mitte ist halt… kennen wir ja, ne? Und Prenzlauer Berg kennen wir jetzt auch, und es hat sich alles sehr verändert. Da hat man eigentlich gar nicht mehr so viel Lust, das so mitzumachen. Ich hab da auch lange gewohnt, in der Lychener Straße, und irgendwann ist es so… Was ist das für ein Kasperletheater? Das hat mit der Realität hier irgendwie gar nicht viel zu tun. Hier (Wedding) hat man irgendwie immer eine gute Erdung am Start.

Reimo: Ich bin am liebsten in der Küche und hör Musik. Das kann überall sein. Ich bin immer gerne in Küchen und dann unterhalte ich mich gerne und höre dabei gerne Musik, das finde ich irgendwie trippig.

Ihr scheint euch privat mit einer ziemlich breit gefächerten Auswahl an Musik auseinanderzusetzen. Wie wirkt sich das auf die eigene Musik aus? Hört man das, was man dann selbst auch macht?

Franz: Du meinst Einflüsse? Ich hör viel Musik, die mit unserer Musik rein gar nichts zu tun hat. Klassik. Jetzt habe ich gerade Cobla entdeckt. Cobla ist so südspanische Volksmusik, da gehts immer um Liebe und so, das find ich irgendwie ganz gut. Da wird mal gesungen und dann kommen da wieder Kastagnetten, so RATRATRATRATRAT! Und irgendwie mag ich das ganz gerne, das is irgendwie so: Pass mal auf, jetzt hab ich gesungen, jetzt mach ich so viel Lärm, dass da keiner was dazwischenlabern kann. Das mag ich gern.

Reimo: Wir mögen das eigentlich nicht so gern, wenn man beim Ausgehen nicht das kriegt, was man will. Wenn man schon ausgeht und es irgendwie zwei Uhr nachts ist, dann möcht ich auch irgendwie die Techno-Tröten hören, dann will ichs auch richtig von allen Seiten bekommen. Ich bin früher auch oft auf so Indie-Parties gewesen, aber die Sache ist: ich kann nicht jedes Wochenende dieselben Lieder hören, das ist da ja meistens so. In diesem Techno-Bereich ist es ja immer eher so einfach gestrickt, dass man sich auch immer wieder was neues darunter vorstellen kann. Das brauche ich abends, wenn ich ausgehe. Darum höre ich abends immer am liebsten elektronische Musik beim Ausgehen.

Franz: Ja, ich auch.

Reimo: Ansonsten habe ich irgendwie festgestellt, dass im Sommer zum Beispiel Punk total gut funktioniert, das geht im Winter nicht so gut. Ich mag gerne im Sommer, wenns so heiß ist und so schwül, wenn man so ein T-Shirt und ein bisschen so weniger anhat, gerne harten Punk hören. Das kommt bei mir gut an.

Franz: Wir legen ja auch auf, und wir machen das ja auch, weil wir Musikliebhaber und vor allen Dingen Tanzmusikliebhaber sind. Wir legen eigentlich immer Techno und House auf. Das hat was damit zu tun, dass da nicht so viele Texte drin vorkommen. Tanzmusik find ich einfach super als Konzept. Musik zu machen, die einfach dafür da ist, sich vielleicht gar nicht so genau Gedanken um den Inhalt des Liedes zu machen. Das, was da immer transportiert werden muss, das ist ja auch ein Ballast. Tanzmusik ist ja eher: Komm, wir fühln uns jetzt mal so YEEEEEAAAH! Und das ist das tolle an Tanzmusik, dass man damit einfach so ne gewisse Atmosphäre herstellen kann, wo dann wieder ganz viel offen ist. Ich fand das auch Ende der Neunziger/Anfang des neuen Jahrhunderts nen Riesen-Rückschritt, als dass dann anfing, dass auch im Radio ganz viel gesagt wurde. Auf einmal gabs gar keine Instrumental-Tracks mehr. In den Neunzigern gab es durchaus ganze Sendungen, in denen eigentlich gar nichts gesagt wurde, oder nur ein, zwei Sätze oder so. Und das war sehr frei. Das konntest du einfach hören und dann fandest du diesen Sound irgendwie gut, oder das eine war deep und das andere war ein bisschen höher, knackiger, das andere ein bisschen schlabberiger. So mag ich mich zu Musik gerne fühlen. Und das dann immer jemand genau erzählt, was er denn gerade denkt… Das ist doch meistens auch so, wenn du mal Abstand dazu nimmst und dir die Sachen anhörst, dass diese Texte auch überhaupt nicht kosmisch genug sind. Das sind ganz oft Texte, die du im Radio hörst, von Leuten, wo du das Gefühl hast: Das ist so eine kleine Existenz, aus der diese Zweigroschenpoesie irgendwie rauskommt. Das is alles so Europa, und dann auch noch ein schlechter Teil Europas, irgendwie Deutschland. Und dann wird dann irgendwas erzählt und das bringt dir überhaupt nichts. Da dröhnt dir die ganze Zeit so ne Kassette ins Ohr, und du denkst nur: Ach, halt doch einfach den Mund. Deswegen versuchen wir ja auch, mit unseren Liedern Texte zu machen, die so minimal sind, wo so wenig gesagt wird, dass die Leute auch noch für voll genommen werden. Die können sich da selber noch was zu denken. Ich finde, die Leute werden entmündigt, wenn du die da so dichtballerst, das find ich nicht gut. Find ich auch nicht fair.

Gibt es für euch denn Beispiele für gute Texter in der deutschsprachigen Musik?

Franz: Ja, ganz klar, D.A.F.! Ich war letztens wieder bei D.A.F., die haben im Festsaal Kreuzberg gespielt. Ich kann da immer wieder hingehen und mir das anhören, weil die einfach Texte haben, die so sind, dass du danach nach Hause gehst und das Gefühl hast: Ja, ich habe hier jetzt irgendwie sieben oder acht Lieder gehört, die alle Texte haben, der mich weiterbringt, wenn ich darüber nachdenke beim Einschlafen oder am nächsten Tag beim Aufstehen. Und die mir genug Freiraum lassen, nachzudenken, und die mir existenzialistische Anstöße geben. Das ist mir wichtig.

Reimo: Wenn wir jetzt hier Namedropping machen: Mich bewegt Doc Schoko sehr mit seinen Texten. Das ist das einzige, wo ich wirklich total gerührt bin. Ich weiß nicht, warum. Er macht ganz einfache, kindische Texte, aber die gehen superkrass unter die Haut.

Franz: Ja, das ist einer der besten Texter. Milch fand ich auch immer sehr gut. Sehr, sehr gute Texte. Und Andreas Dorau fand ich auch immer gut. Sehr gute Texte, die auch immer wieder irgendwie alles auslassen und auch immer anstoßen.

Reimo: Andreas Dorau ist zum Beispiel so ein Musiker, der singt Deutsch. Der hat nie ein englisches Lied gemacht… Ach, doch, ja, aber selten. Und das spielt man dann so Freunden aus Amerika vor und dann sind sie irgendwie angetan von diesem minimalen deutschen Sound. Und dann erklärt man ihnen die Texte, und dann sind sie so: wow, geile Texte. So muss das eigentlich doch auch laufen.

Ihr habt ja mit dem Album “Kopf Auf” eine etwas andere Richtung eingeschlagen. Viele Musikkritiker fanden das wohl ziemlich gut und scheinen jetzt etwas enttäuscht, dass ihr wieder zu eurem alten Stil zurückgekehrt seid.

Franz: Ja, das hört man, da muss ich aber sagen, dass… (Handy klingelt)

Reimo: Ist das Andy? (Reimo geht ans Handy und verschwindet)

Franz: Also, ich finde das gar nicht so unterschiedlich. Ich finde, gerade auf “Kopf Auf” sind auch so Texte, die sind doch gar nicht so unterschiedlich. Was ist eigentlich generell der Unterschied zwischen “Das Zelt” und einem Lied wie “Cocktailständer”? Klar, das ist ein völlig anderes Lied, aber auch da geht es nur um eine einfache Idee. Du kannst ja nicht nochmal “Das Zelt” machen. “Das Zelt”, das ist ein Vagabundenlied, da geht es um diese ganze Freiheitsgeschichte und um die Auseinandersetzung mit dem Staat. Wir hatten dafür viel mehr Text, ich hab das rigoros immer weiter zusammengestrichen. Ich find das jetzt eigentlich auch, es ist ziemlich… eng. Es könnte noch freier sein. Gut, das Lied hatte dadurch Erfolg, dass es sich so bekannt hat. Aber ich möchte eigentlich in Zukunft wieder freiere Lieder machen. Ich will nicht derjenige sein, der immer diese Art von Pop-Gassenhauer macht. Ein Ur-Jeans-Team-Lied ist “Keine Melodien”, das ist ein total sinnentleerter Text, der aber in dieser Zeit – und auch jetzt noch – genau das darstellt, dass es um die Musik geht, und nicht darum, dass ich irgendwem was singe, was jetzt Sinn macht. Ich bin nicht dein Papi und ich nehm dich nicht an die Hand und zeig dir, wo es lang geht. Du musst deinen Weg selber gehen.

Aber ihr würdet nie ganz auf Texte verzichten?

Franz: Wir haben viel zu viel Spaß am Text. Ich hab viel zu viel Lust, Texte zu machen. Ich hab mir auch überlegt, so Instrumentallieder zu machen und dann zwischendrin die Texte zu rezitieren, ohne Musik. Einfach mal son kleines absurdes Gedichtchen zwischendurch, und dann gibts wieder ein Lied. Wenn du willst, kannst du das trennen oder wieder verflechten und in Zusammenhang bringen, aber muss nicht sein.

(Reimo kehrt zurück und hat Andy von Thieves Like Us im Schlepptau, kurze Kennenlernrunde, Andy bekommt Tee, etc.)

Franz: Das ist genau das Ding. Die “Kopf Auf”-Platte war unser Gitarrenpop-Album, und Gitarrenpop läuft halt im Moment eigentlich so ganz gut. Das ist halt ein Konzeptalbum. Aber du siehst ja auch etwas ganz anderes. Wenn du “Das Zelt” hörst, siehst du was anderes. Du siehst eine Band. Und das hat Erzverbundenheit. Da ist ein Schlagzeuger, da wird ein richtiger Bass gespielt, da wird Gitarre gespielt. Das heißt, das ist viel einfacher zu begreifen. Wenn du so ein rein elektronisches Stück hast, wie wir sie zum Beispiel auf “Musik von Oben” haben, dann ist das ja keine Band, dann ist das ja eine völlig virtuelle Musik. Das interessiert mich nach wie vor irgendwie viel mehr. Wir haben dieses Pop-Album zwar gemacht und dieses mit der Band und so, aber eigentlich interessiert mich dieses Floatige oben in der Luft, wenn du Musik machst, die so in der Luft stattfindet. Deswegen heißt die Platte ja auch “Musik von Oben”. Nicht so “Ah, kann ich einreihen, weiss ich, ist ne Band”. Und sie gehen ja auch zu Jeans Team, und wir spielen dann auch “Das Zelt” und die checken das gar nicht, dass da kein Gitarrist ist. Da muss ich einfach sagen: Ey, Musik kann auch mehr sein als immer so Shoegazing-Typen, die dann da so rumstehen und ne Band sind. Musik ist frei, muss freier werden!

Reimo: Genau, wir haben das ja auch gemacht, das Lied. Und das ist bei uns immer so: Das kann mal wiederkommen, aber auf jeden Fall nicht als nächstes. Wenn man mal eine Sache gemacht hat, die so konzeptionell ist wie “Das Zelt”, dann ist das bei uns jedenfalls so, dass wir als nächstes mehr oder weniger das Gegenteil davon machen. Ob das jetzt verkaufszahlentechnisch funktioniert, das ist irgendwie egal. Wir haben auch lange an “Das Zelt” gearbeitet. Ist jetzt nicht so, dass wir die Strokes sind, die das eine einspielen und dann das nächste. Wir haben uns das genau so überlegt, so sollte das sein, und wir haben auch die Leute dazu hergeholt, weil wir sowas auch selbst fast gar nicht können. Weil wir das wollten, dass es genauso ist, wie es am Ende geworden ist. Auf dem Album ist aber auch ein Lied drauf, das heisst “Silizium”. Das hätte man zum Beispiel auch als Single auskoppeln können, das ist zwar sehr Kraftwerk-mäßig, aber ich hab im Radio gehört, dass gestern die erste Silizum-Aufarbeitungsanlage eröffnet worden ist, weil man dieses Material braucht. Und das war ja auch nicht aus Spaß, dass wir uns das ausgedacht haben, sondern jetzt fängt irgendwann dieser Krieg um die Ressourcen an, dass man Kupfer braucht, um diese ganzen Sachen zu bauen und Silizum für die Solarenergie. Das ist auch irgendwie wichtig. Ist vielleicht jetzt nicht so das Pop-Thema, aber kann man auch machen.

Was ist denn eigentlich aus eurem Bomberjäckchen-Projekt geworden?

Franz: Aus der Spendenaktion? Die wollten wir letztes Jahr eigentlich fortführen, haben wir aber mehr oder weniger auf nächsten Winter verschoben, weil wir einfach Ende 2010 unser Label gegründet haben, unsere Platte selber veröffentlicht haben, das wurde dann auf einmal alles so viel. Wir haben auch dieses Video zu “Totes Kino” gedreht, das war alles wahnsinnig viel Arbeit und wir waren irgendwann so dicht, dass wir gesagt haben: Pass mal auf, wir verschieben das aufs nächste Jahr und gehen dann da lieber mit mehr Zeit und Mühe ran. So ein Projekt braucht ein bisschen Liebe und Zuneigung und man muss da auch ein bisschen Zeit rein investieren und das nicht nur so nach dem Motto “Achso, das haben wir ja auch noch am Laufen, wir kacken das jetzt irgendwie zwischendrin so raus”, das wird dann der Sache nicht gerecht. Deswegen haben wir gesagt: Jetzt können wir das nicht machen, wir verschieben es und können uns dann jetzt darauf vorbereiten, das dann im Herbst oder dann, wenn es kalt wird, zu machen. Der Winter ist ja jetzt auch wieder fast rum. Das lag jetzt einfach nicht so gut mit dem Timing.

Reimo: Aber wir haben natürlich ein Lied gemacht über die Bomberjacke. Und das wollen wir dann, so schnell wir das können, noch in den nächsten Monaten rausbringen. Mit Video, wie “Totes Kino” selbstgemacht und so ein bisschen witzig. Und das Thema ist diese Jacke. Das kann ich ja jetzt auch, bevor ihr das hört und euch dann fragt, erklären: Ich find so Themen wie zum Beispiel eine Stadt gut, “New York, New York”. Oder ein Lied über eine Straße. Wenn man mal darüber nachdenkt, Pop-Themen zu finden. Ein Lied über eine Jacke, oder “Blues Suede Shoes”, das find ich irgendwie gut.

Franz: Nochmal zu dem zurück, was du eben meintest – dass die Leute es uns jetzt vielleicht etwas übel nehmen, dass wir wieder so ein bisschen auf unsere Roots, unsere Wurzeln, zurückgekommen sind. Haben die “Kopf Auf” gehört? Haben die “Take Your Time To Shit” gehört? (Alle lachen) Wir machen genau das, was wir immer gemacht haben. Es ist genau das. Es ist nur so, dass auf der “Kopf Auf” mehr Gitarren drauf sind. Die Strukturen sind sehr ähnlich, die Einstellung ist gleich geblieben. Ich seh da gar nich so den Unterschied, bis auf die Tatsache, dass wir keine Gitarren mehr haben.

Noch eine Frage zum Abschluss: Wie würdet ihr euch bzw. euer Schaffen in drei Adjektiven beschreiben?

Franz: Ähäää. Ich find irgendwie… knackig! Knackig. (Alle lachen) Knackig, oder? Knackig. (Zu Reimo) Bist du knackig?

Reimo: Stoisch, stur.

Franz: Ja, wir sind relativ stur, glaub ich schon. Bei uns pellt so einiges ab. Perlt. Pellt. Ne, Perlt! Beides! (Ausgiebiges Gelächter allerseits ob der Abpell/Abperl-Verwechslung)

Also: Knackig, Stur, was noch?

Reimo: Und irgendwas modernes noch.

Franz: Modern! Knackig, stur und modern. Ich weiß nicht, wir sind echt auch dickköpfig. Das mit dem stur, das ist schon so. Jetzt fangen wir, mitten da, wo alle Leute sagen: Nee, das mit dem Label, das geht überhaupt nicht, das kannst du alles total vergessen, fangen wir halt an: “Jaaa, wir machen unser eigenes Label auf”. Irgendwann sprechen wir auch mit Leuten, die sagen: “Wenn du 200 Platten verkaufst, ist das schon echt richtig ambitioniert”. Was erzähl ich eigentlich? Wir machen unser Plattenlabel, das ist TOTAL GEIL! (Alle lachen)

Reimo: Wie wärs mit funky? Oder cool? Groovig oder sowas. (Alle lachen, Reimo wendet sich Andy zu) Andy, describe us in three words. We have two. Knackig…

Andy: What does that mean?

Franz: Knackig wie ein Apfel.

Andy: I’d say insane, vulgar and poetic.

Franz: Energisch! Achso, ganz gut ist auch: Temperamentvoll und oberflächlich.

Das sind doch gute Stichwörter.

Franz: Es gibt eine total geile Sache: Es gibt eine Live-Platte von Kraftwerk, da spielen sie “Trans Europe Express”, glaube ich. Ganz lange. Und ganz am Ende, wenn du ganz laut aufdrehst, hörst du, wie Ralf zu Florian – oder andersrum, einer auf jeden Fall – sagt… und du hörst es ganz leise, weils irgendwie übers Mikrofon mitkommt, musst tierisch laut aufdrehen. Und dann kommt, das hat uns mal einer gezeigt, wir haben uns tierisch schlappgelacht. Da meint der: “Vernünftig, aber gediegen”. (Alle lachen) Und das tat total gut, das zu hören, weil das zeigt den Humor, den die haben. Weisst du, das ist alles total spießig, aber sie haben halt auch diesen Abstand und haben sich bestimmt auch die ganze Zeit über sich selber lustig gemacht.

Reimo: Ja, die haben sich zum Beispiel überlegt: Sie wollen eine deutsche Band sein, in der Zeit. Was macht eine deutsche Band zu der Zeit für eine Art von Musik? Zu welchen Themen singen sie? Dann haben sie halt so gesungen: “Deutsche Bank” und haben so roboterähnliche Arbeitermusik gemacht, und alles immer ganz lange und durchdacht und so. Weisste, so diese Tugenden. Sie wollten diese Fake Band machen, die aus dem Ausland betrachtet alle deutschen Tugenden birgt. Gutes Konzept.

Franz: Ja, das hat auch Humor. Man kanns auch übertreiben mit Kraftwerk, find ich, aber es hat total viel Humor.

Alles klar. Wir danken euch für das Interview.

Franz: …Knackig. Hab ich wirklich knackig gesagt? So ein Blödsinn. (Alle lachen)

Jeans Team im Gespräch: “Knackig. Stur. Modern.”

Reimo und Franz von Jeans Team in ihrem Studio in Berlin-Wedding. Foto: Stereopol.

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Foto: Schnee auf dem Dach
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Kartoffelfrikadellchen mit buntem Spitzkohlsalat
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Schöne Adventskalender für Kinder