Istanbul, Teil 1

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Seit weit über 2000 Jahren als einzige Stadt auf zwei Kontinenten mit mittlerweile mehr als 15 Milionen Einwohner, vielfältigen kulturellen und natürlich auch kulinarischen Einflüssen – das ist Istanbul. Höchste Zeit also für rockthekitchen! auch mal vorbeizuschauen. Außerdem gibt es von Nürnberg einen Direktflug nach Istanbul, somit sprach auch gar nichts mehr gegen einen Kurzurlaub in der türkischen Metropole. Der Größe der Stadt angemessen wurden sechs volle Tage eingeplant, schließlich sollte es doch auch irgendwie ein Urlaub werden.

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Nach knapp drei Stunden in der Luft war der Flug auch schon wieder vorbei und der Atatürk-Flughafen erreicht. Nach kurzem Schaulaufen durch die Namenschilder-Träger ging es zur Metro und zum ersten Kontakt mit der Istanbulkart. Für längere Aufenthalte ist diese Karte eine sehr praktische Angelegenheit. Man löst die Karte und lädt einen Geldbetrag auf, danach kann man die Schranken zur Metro, Straßenbahn, Seilbahn und auch zu den Fährschiffen passieren. Hier wird einem dann immer der Preis und der verbliebene Restbetrag angezeigt. Außerdem spart man einen bestimmten Prozentsatz pro Fahrt und muss nicht jedesmal einen Fahrschein bzw. Jetons kaufen.

Das Appartement befand sich unweit des Galata-Turms im gleichnamigen Viertel auf der Nordseite des Goldenen Horns. Mit der Straßenbahn fährt man in dieser Richtung eine Art Touristen-Tour und bekommt so schon mal einen ersten Einblick. Auch passiert man die stets gut bevölkerte Galata-Brücke und somit einen Hauptverkehrsweg. Ab hier ging es zu Fuß hinauf zum Turm. Nach dem Berg lauerte noch eine weitere Überraschung, das Appartement war, wie geplant im 4. Stock, hatte aber keinen Aufzug. Etwas Sport schadet ja eigentlich nie und der Blick auf den Galata-Turm und das gegenüberliegendeViertel Sultanahmet entschädigte völlig. Nach einer kurzen Aklimatisierung wurde in der Dämmerung die Umgebung erkundet.

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Galata Aparts
Sahkulu Mah. Sahkulu Sok., No:21
Galata Beyoglu
Beyoglu

Die Hauptstraße war eine bunte Mischung aus Musik- und Souvenirläden, Cafes und Kneipen. Auf der Straße Einheimische, Touristen und Straßenmusikanten. Weiter in Richtung Norden schließt direkt die Istiklal Caddesi an, die größte Einkaufsstraße Istanbuls. Ganz südländisch tat sich bis Mitternacht einiges auf der Straße und nach kurzen Kneipenbesuchen und einer Portion Manti war ein Mitternachts-Kaffee mit Blick auf die nächtliche Szenerie zwar etwas ungewöhnlich aber doch ein guter (und vernünftiger) Abschluss des ersten Tages. Das Cafe “Latife Türk Kahvesi” kann ich übrigens voll und ganz empfehlen und wurde täglich von uns besucht.

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Latifee (Erdgeschoss: World House Hostel)
Sahkulu Mh.
Galip Dede Cd No:85
80020 Istanbul, Türkei

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Guten Morgen Istanbul! Ausgeschlafen wurde fantastische Ausblick vom Bett genossen und danach ging es gemächlich die Stufen herab. Praktischerweise gab es in der kleinen Seitenstraße einige empfohlene Lokale und so dauerte es nicht lange und das Frühstück stand auf dem Tisch. Oder soll ich besser sagen die Frühstücke? Es handelte sich nämlich um das Traditional Breakfast vom Cafe Privato. Eine kunterbunte Auswahl an einheimischen Käse, Aufstrichen, Marmelade, Eierspeisen, Oliven, Salaten, Pancakes, Pides, Gebäck … und einem verdammt guten Kaffee. Ja, so kann ein Tag durchaus beginnen!

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Cafe Privato
Sahkulu Mh.
Galip Dede Cd No:3
34420 Sishane Beyoglu, Türkei
www.privatocafe.com

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Mit vollem Bauch ging es bergabwärts einfacher und so war die Galata-Brücke das nächste Ziel. Hier herrschte sowohl oben als auch auf den Restaurant-gesäumten Seiten reges Treiben. Am anderen Ende der Brücke befindet sich die historische Halbinsel mit den meisten Sehenswürdigkeiten. Wie sich herausstellte, war der 4. Oktober der Beginn des viertägigen Opferfestes. Am ersten Tag haben viele Läden und Einrichtungen geschlossen, manche auch die kompletten vier Tage. Die normalerweise überfüllten Straßen rund um den großen Basar boten an diesem Tag einen verlassenen Eindruck und selbiger war, wie auch der Ägyptische Basar geschlossen.

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Näher am Ufer war auf dem Platz vor der Neuen Moschee aber doch einiges los. Ein ständiges Hin- und Her von unzähligen Menschen und dazwischen all die ganzen Simit-, Muschel-, Saft-, Maroni- und Maisverkäufer welche mit stoischer Ruhe ihre Ware anbieten, übertroffen nur noch von den Anglern auf der Brücke welche noch etwas gelassener ihrem Tagwerk nachgehen.

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Auf der Galata-Brücke mit Blick auf Asien wurde bei einem Efes das weitere Vorgehen, diesmal mit Einplanung der Feiertage, besprochen. Anschließend ging es zurück nach Beyoglu und somit ins weniger traditionelle Viertel und hier war dann auch in der Einkaufsstraße einiges los, wengleich auch hier viele Geschäfte geschlossen hatten. Der Menschenmenge war das aber egal und so schob sie sich durch die Fußgängerzone und teilte sich nur ab und an um der historischen Straßenbahn Platz zu machen.

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Mit Kaffee gestärkt ging es am 3. Tag in die Vormittagsruhe der Istiklal Caddessi um von dort aus den geplanten Spaziergang zu starten. Zu dieser Uhrzeit lässt es sich hier tatsächlich noch gemütlich flanieren.

Es gibt einige schöne Seitenpassagen und Nebengassen welche einen Abstecher lohnen. Im Bereich der Asmali Mescit oder weiter in Richtung Taksim-Platz, der Nevizade Sokak und des Fischmarkts (Balik Pazari) findet man sicher ein passendes Restaurant, wenngleich es hier doch manchmal etwas zu touristisch wird. Eine Kneipe für Abends sollte aber kein Problem sein.

Es hatten auch schon wieder mehr Geschäfte geöffnet unter anderem ein kleiner Schokoladenladen. Der Verkäufer ist praktisch von seinen, in Silberpapier verpackten, Schokoladentafeln umzingelt. Absolute Pflicht – die dunkle Pistazienschokolade!

Mit diesen kleinen Umwegen ließ sich die ca. 3km lange Straße bis zum Taksim-Platz gemütlich entlangschlendern, wobei es am Ende aber schon merklich voller wurde. Ein guter Zeitpunkt also um in Richtung Cukurcuma, dem Trödlerviertel, aufzubrechen. Hier war es nicht nur um einiges ruhiger sondern teilweise war mit einigen alten Holzhäusern noch die Vergangenheit zu sehen. Ein gemütliches Viertel, ideal für Sammler und Fotografen. Neben Antik-Läden, Museen und Galerien gibt es hier aber natürlich auch Möglichkeiten, das Frühstück nachzuholen.

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Datli Maya
Firuzaga Mah.
Türkgücü Cd 59/A
Cihangir/Istanbul
www.datlimaya.com

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Brot, Pide, Lahmacun, Tontopfgerichte aus dem Backofen und aussergewöhnliche Vorspeisen – man isst im zweiten Stock und geht durch die Küche im ersten Stock wieder ins Erdgeschoss. Auf saisonale Zutaten, Frische und Qualität wird grossen Wert gelegt. Ausserdem finde ich das Ambiente bzw. die Einrichtung richtig gemütlich.

Über die von Restaurants und Kneipen gesäumte Treppengasse Cezayir Sokak ging es wieder zurück um die vorher ausgekundschafteten Kneipen in den “Fressgassen” zu besuchen. Nach einiger Zeit ging es uns aber wie den Vögeln im Fenster des altehrwürdigen Gran Hotel de Londres, wir steckten zwar nicht den Kopf unter den Flügel machten uns aber auf den Heimweg. An diesem Abend gabs übrigens auch noch den ersten und einzigen Döner Kebap.