Ist Milch jetzt gut oder schlecht

Ist Milch jetzt gut oder schlecht

Die Milch ist in den letzten Jahren sehr in Verruf geraten. Manche behaupten, sie sei ein lebenswichtiger Bestandteil der Ernährung, andere sehen in ihr so eine Art Gift, das schleichend tötet. Wie so oft, können beide Seite den letzten, schlagkräftigen Beweis für ihre Behauptungen jedoch nicht wirklich liefern. Was ist also richtig? Muss man ganz auf Milch und Milchprodukte verzichten? Ist der Verzehr von Milch wichtige Vorsorgemaßnahme? Wir wollen uns in diesem Artikel einmal die gesicherten Fakten rund um das Thema Milch ansehen.

Warum trinken wir überhaupt Milch

Dass der Mensch in Nord- und Mitteleuropa überhaupt tierische Milch auch im Erwachsenenalter verträgt, ist einer sehr alten Genmutation zu verdanken. Vermutlich, so denken Forscher, hat Mutter Natur mit diesem kleinen Trick dafür gesorgt, dass auch die Menschen in kargen Landschaften optimal mit Nährstoffen versorgt werden können.

Wichtige pflanzliche Eiweißlieferanten wie etwa Kartoffeln, Mais, Reis oder auch andere „neue“ Getreidesorten waren damals nicht bekannt und wurden auch nicht verzehrt. Und weil die Eiweiße ja nun irgend woher kommen mussten, hat die Natur dafür gesorgt, dass die Menschen in unseren Breiten, zumindest etwa 90 % von ihnen, Milch auch im Erwachsenenalter verwerten können. In Südeuropa, Asien und bei den Ureinwohnern Amerikas ist diese Genmutation nicht bekannt. Hier können nur etwa 10% der Bevölkerung Milch verdauen.

Für unsere Vorfahren war die Milch also überlebenswichtig. Auch dieser kleine „Gen-Trick“ der es uns ermöglichte, Milch von verschiedenen Tieren zu verwerten, hat wohl so manchem Kind das Überleben gesichert. Hier kommen wir zu einer ersten, erwiesenen Tatsache, den Milchverzehr betreffend:

  • Sofern keine Allergie vorliegt, können nur Kinder vor der Pubertät Milch wirklich vollständig verwerten. Bei Erwachsenen bleiben manche Anteile der Milch ungenutzt, sie sollten lieber auf Jogurt, Quark oder Käse zurückgreifen, um den Eiweiß- und Kalziumbedarf zu decken.

Argumente der Milchgegner und -befürworter

Die Gegner führen ins Feld, die Milch verschleime die Lungen und Organe und könne so die Basis für verschiedene Krankheiten, sogar Krebs legen. Ein wissenschaftlicher Nachweis dieser Hypothese konnte bisher nicht erbracht werden. Richtig ist hingegen, dass die Milch durch Behandlung mittels Hitze (H-Milch) oder Manipulation am Fettgehalt Nährstoffe einbüßt und offensichtlich auch schwerer verdaulich wird.

Richtig ist weiterhin, dass die Milch in der Ernährung als Ersatz für eine Mahlzeit bedingt geeignet ist, als Getränk, wie etwa Wasser, schlicht und einfach zu fett und zu mächtig ist. Der Flüssigkeitsanteil in der Milch deckt, legt man ein Glas zu Grunde, gerade mal ein Drittel des Bedarfes an Flüssigkeit, die die gleiche Menge Wasser decken würde.

Auch soll der Milchkonsum die Entwicklung von Allergien fördern. Besonders bei Kindern soll dies der Fall sein. Dies ist bedingt richtig, denn ein Baby unter 6 Monaten verfügt noch nicht über die Verdauungsenzyme, die es bei der Verwertung von Milch braucht. So können in der Tat Allergien ausgelöst werden weil der Körper „lernt“: „Milch ist der Feind!“ Spätestens ab einem Jahr jedoch ist der kindliche Organismus in der Lage, Kuhmilch vollständig zu verdauen.

Die Befürworter hingegen sagen, der Kalziumgehalt der Milch schütze wirksam vor Osteoporose. Dies ist falsch. Natürlich braucht der Körper Kalzium um die Knochen stark zu halten, jedoch zeigte sich, dass die Vitamin-D-Versorgung viel wichtiger ist. Dieses Vitamin ermöglicht erst die Verwertung von Kalzium. Weiters zeigt sich, dass andere Faktoren, wie etwa viel Bewegung, einen ganz erheblichen Einfluss auf die Entstehung von Osteoporose haben, der nicht mit Milchtrinken zu kompensieren ist.

Ebenso äußern Milchbefürworter, dass vor allem in der kindlichen Ernährung Milch eine wichtige Rolle spielt. Dies konnte in der Tat bewiesen werden. Eine vor 70 Jahren durchgeführte Studie über Ernährungsgewohnheiten in Groß-Britannien hat gezeigt, dass Menschen, die als Kinder viel Milch tranken tatsächlich länger leben und auch seltener einen Schlaganfall erleiden.

Diese Frage muss jeder für sich beantworten. Leiden Sie an einer Laktoseintoleranz, dann sollten Sie Milch und Milchprodukte ohnehin meiden. Für gesunde Erwachsene scheint sich folgender Trend abzuzeichnen:

  • Milch als Getränk oder auch Snack ist nicht so empfehlenswert
  • Milcherzeugnisse wie Jogurt (vollwertig) hingegen sind wichtiger Beitrag für die Darmflora und auch die Versorgung mit Nährstoffen
  • Kinder unter einem Jahr sollten tunlichst auf Kuhmilchprodukte in großen Mengen verzichten
  • Ab einem Jahr darf die Milch als wichtiger Beitrag zur Ernährung gesehen werden, bis zum Einsetzen der Pubertät

Die spannende Frage für die Zukunft wird jetzt sein: Wer hat Recht in der „Milch-Frage“? Wie bei allen anderen Lebensmitteln gilt auch bei der Milch, dass die Weiterverarbeitung durch die Industrie sicherlich das Produkt nicht besser macht. Bei Massenproduktion kann die Milch durchaus mit Schadstoffen, wie Antibiotika oder auch Wachstumshormonen belastet sein. Biologische Produkte sind hier sicherlich besser.

Und auch wie bei allen Lebensmitteln gilt: Hören Sie zuerst auf Ihren Bauch! Wenn der Stoffwechsel etwas sehr Individuelles ist, dann natürlich auch die Frage, was Sie brauchen, was Ihnen wohltut, und was nicht.

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Bildquelle: © Andreas Hermsdorf  / pixelio.de

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