Interview mit Verbänden der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke – Teil 2: BDEW

Dieser Artikel ist Teil von 22 über Serie Energieeffizienz-NetzwerkeJan Witt, BDEWDr. Jan Witt, Bereichsleiter Energieeffizienz im BDEW, (Foto: Peter Himsel)

Vor etwas mehr als zwei Jahren haben zwanzig Verbände der deutschen Wirtschaft eine Vereinbarung unterschrieben zur Gründung von 500 Energieeffizienz-Netzwerken bis Ende 2020. Damit möchte die Wirtschaft ihren Beitrag leisten zur Erreichung der Ziele zur Energieeinsparung und zum Klimaschutz. Die Unternehmen sollen sich freiwillig an den Netzwerken beteiligen ohne zu Einsparungen verpflichtet zu werden. Inzwischen sind bereits über 100 Netzwerke aktiv. Jetzt ist also ein guter Zeitpunkt ein paar Fragen an die Verbände zu stellen. Was sind die Erfahrungen und wie sind die Reaktionen aus den Unternehmen? Teil 2 der Interview-Reihe mit einigen Verbänden aus der Initiative.

Durch die Unterstützung der Geschäftsstelle der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke habe ich auf meine fünf Fragen Antworten von fünf Verbänden erhalten. Mit dem Leiter der Geschäftsstelle der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke, Herrn Steffen Joest, habe ich bereits ein Interview geführt und veröffentlicht. Als zweites Interview in dieser Reihe folgt die Antwort des BDEW auf meine Fragen zur Initiative Energieeffizienz-Netzwerke.

Teil 1: DIHK

Antworten des BDEW zu Fragen über Initiative Energieeffizienz-Netzwerke

Für den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) antwortet Dr. Jan Witt, Leiter Geschäftsbereich Energieeffizienz.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Energieeffizienz-Netzwerke?

Die Netzwerke haben den qualitativen Sprung aus der geförderten Pilotphase, die es vor der Initiative gab, geschafft. Es entwickeln sich neue Formate im Wettbewerb um das beste Kosten-Nutzenverhältnis für die beteiligten Firmen. Über 100 neue Netzwerke mit mehr als 1000 Unternehmen – das ist vielversprechend dafür, die Beteiligung an Energieeffizienz-Netzwerken auch als einen wichtigen Teil der Unternehmenskultur zu verstehen. Das weiter zu entwickeln ist das eigentliche Ziel.

An wie vielen Netzwerken ist Ihr Verband aktuell beteiligt?

100 unserer Mitgliedsunternehmen beteiligen sich bereits als Netzwerkträger, Moderatoren und/oder Teilnehmer. In fast einem Drittel aller Netzwerke als Träger und Initiatoren. Wir als Bundesverband unterstützen das durch eigene Informationen, Handreichungen und auch vor Ort.

Wie überzeugen Sie Ihre Mitglieder, sich in einem Energieeffizienz-Netzwerk zu engagieren?

Energieeffizienz-Netzwerke haben einen Mehrfachnutzen: Exzellentes Kontaktmanagement in einer 1 zu N Beziehung zu Key Accounts, wichtige Erfahrungen für die Entwicklung neuer Geschäftsfelder, Dienstleistungen wie Energiemanagement und Contracting anbieten, Wissensvorsprung und Fehlervermeidung durch Erfahrungen anderer im Netzwerk.

Wie sind die Reaktionen aus den Unternehmen?

Sie liegen zwischen Begeisterung erfahrener Netzwerker und Verhaltenheit von Unternehmen, die noch nicht überzeugt sind. Es gibt durchweg positive Signale von Unternehmen, die bereits die Netzwerkarbeit aufgenommen haben.

Wo liegen die Schwierigkeiten neue Teilnehmer von Netzwerken zu finden?

Der zeitliche und personelle Aufwand ist am Anfang hoch. Die Akquisephase braucht viele Monate und eine engagierte persönliche Ansprache auf Entscheiderebene. Hier muss man vom Nutzen überzeugen und die knappen Ressourcen der potenziellen Teilnehmer kennen und beachten.

Ein weiteres Interview mit Herrn Dr. Witt zu den Netzwerken, das im Rahmen des Newsletters der Initiative entstanden ist, findet sich hier

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