Interview mit Verbänden der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke – Teil 1: DIHK

Dieser Artikel ist Teil 21 von 21 über Serie Energieeffizienz-NetzwerkeInterview mit Verbänden der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke – Teil 1: DIHKTeilnehmer beim Workshop des Darmstädter Energieeffizienz-Netzwerk ETA-Plus bei einer Führung durch die Energiezentrale der Merck KGaA am Standort Darmstadt, Foto: IHK Darmstadt

Vor etwas mehr als zwei Jahren haben zwanzig Verbände der deutschen Wirtschaft eine Vereinbarung unterschrieben zur Gründung von 500 Energieeffizienz-Netzwerken bis Ende 2020. Damit möchte die Wirtschaft ihren Beitrag leisten zur Erreichung der Ziele zur Energieeinsparung und zum Klimaschutz. Die Unternehmen sollen sich freiwillig an den Netzwerken beteiligen ohne zu Einsparungen verpflichtet zu werden. Inzwischen sind bereits über 100 Netzwerke aktiv. Jetzt ist also ein guter Zeitpunkt ein paar Fragen an die Verbände zu stellen. Was sind die Erfahrungen und wie sind die Reaktionen aus den Unternehmen?

Durch die Unterstützung der Geschäftsstelle der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke habe ich auf meine fünf Fragen Antworten von fünf Verbänden erhalten. Mit dem Leiter der Geschäftsstelle der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke, Herrn Steffen Joest, habe ich bereits ein Interview geführt und veröffentlicht. Als erstes in dieser Reihe folgt die Antwort des DIHK auf meine Fragen zur Initiative Energieeffizienz-Netzwerke.

Antworten des DIHK zu Fragen über Initiative Energieeffizienz-Netzwerke

Für den Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) antwortet Mark Becker, Referatsleiter Betriebliches Energiemanagement.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Energieeffizienz-Netzwerke?

Antworten zur Initiative Energieeffizienz-Netzwerke vom DIHKAntworten zur Initiative Energieeffizienz-Netzwerke von Mark Becker, Leiter des Referats Betriebliches Energiemanagement beim DIHK, Foto: DIHK

Mit nun 100 angemeldeten Netzwerken ist der Initiative in den ersten zwei Jahren nach Unterzeichnung der Vereinbarung ein guter Einstieg auf dem Weg zu unserem gemeinsamen Ziel gelungen. Als IHK-Organisation hatten wir bereits vielfältige Erfahrungen mit dem Aufbau und dem Betrieb von Energieeffizienz-Netzwerken – sei es in eigenen Strukturen oder als regionale Partner in dem vor einigen Jahren vom BMUB unterstützten Programm „30 Pilotnetzwerke“.

Was einige beim Blick auf die Netzwerke-Initiative übersehen: Nicht alle Partner konnten auf diese Erfahrung zurückgreifen. Es bedurfte daher besonders zu Beginn einige Zeit, alle Partner auf einen gemeinsamen Informationsstand zu bringen und daraus ein gemeinsames Verständnis über die Zusammenarbeit in der Initiative zu entwickeln. Dass uns dies gelungen ist, können Sie auch an der Zusammensetzung der Netzwerke sehen. Diese Netzwerke stehen für mehr als 1.000 Unternehmen verschiedenster Größen und Branchen. Neben regionalen Netzwerken finden sich Branchenzusammenschlüsse, konzerninterne Netzwerke oder solche, die von Chemie- und Industrieparkbetreibern für und mit ihren Kunden organisiert werden. Nun gilt es die geschaffenen Strukturen und den Schwung der Anfangszeit zu nutzen.

An wie vielen Netzwerken ist Ihr Verband aktuell beteiligt?

IHKs spielen eine wichtige Rolle als Ansprechpartner in den Regionen und Bundesländern und treten vielfach als Initiatoren oder Kooperationspartner bei der Gründung von Effizienz-Netzwerken auf. An etwa der Hälfte der derzeit angemeldeten Netzwerke sind IHKs als Initiatoren und/oder Organisatoren beteiligt, häufig in Kooperation mit regionalen oder überregionalen Energieversorgern, Dienstleistern oder Energieagenturen.

Wie überzeugen Sie Ihre Mitglieder sich in einem Energieeffizienz-Netzwerk zu engagieren?

Die Bekanntheit von Energieeffizienz-Netzwerken steigt, jedoch sind die Unternehmen häufig noch nicht ausreichend über die Arbeitsweise in Netzwerken und vor allem die Vorteile informiert. Effizienznetzwerke bieten die Möglichkeit im Austausch mit anderen Unternehmen individuelle Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. Den Kern bildet natürlich die Optimierung des Energieeinsatzes und somit die Verbesserung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit.

Darüber hinaus bieten Effizienznetzwerke aber viele weitere Vorteile: das sind bspw. der Know-how Aufbau in den Unternehmen, die Diskussion von Lösungsansätzen und Erfahrungsaustausch in einem geschützten Umfeld, der Blick in andere Unternehmen, das Herausstellen des freiwilligen Engagements gegenüber Kunden oder Öffentlichkeit. So gilt es auch bei der Werbung für die Teilnahme an einem Energieeffizienz-Netzwerk die unterschiedlichen Ausgangslagen und Interessen der Unternehmen zu berücksichtigen. Dennoch sind Effizienz-Netzwerke nicht automatisch für jedes Unternehmen das passende Instrument.

Wie sind die Reaktionen aus den Unternehmen?

Die Reaktionen sind so vielfältig wie die Ausgangssituationen in den Unternehmen. Die wichtigste Botschaft ist jedoch: sind Unternehmen erst einmal in den Netzwerken aktiv, schwinden möglicherweise bestehende Vorbehalte. Die Arbeit in Effizienznetzwerken wird von den Teilnehmern als überaus lehr- und hilfreich beschrieben und nicht wenige Netzwerke werden am Ende ihrer Laufzeit verlängert oder die Unternehmen treten neuen Netzwerken bei.

Wo liegen die Schwierigkeiten neue Teilnehmer für Netzwerke zu finden?

Wie bereits beschrieben, sind die Vorteile, die ein Unternehmen aus der Arbeit in einem Energieeffizienz-Netzwerk ziehen kann sehr vielfältig. Diesen möglichen Nutzen zu erläutern und das passende Netzwerk-Angebot für die interessierten Unternehmen zu entwickelnm, ist die größte Herausforderung bei der Gründung eines Netzwerks. Es hat sich gezeigt, dass die persönliche Ansprache von Geschäftsführung, Standortleitung oder Energiemanagern und -beauftragten in den Unternehmen der zielführendste Ansatz ist. Das ist jedoch zeitaufwendig – sowohl für die Initiatoren von Netzwerken als auch für die Unternehmen selbst.

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