Interview mit Dr. Azmayesh auf Saham News

Interview mit Dr. Azmayesh auf Saham News

27.05.2011Interviews Hintergrund erstellt von Saham News

Am 1. März werden die Sufi-Derwische die Proteste zur Unterstützung von Karoubi mittragen.

Interview mit Dr. Azmayesh auf Saham News

Insideofiran/2011-02-28 - Aus Dank für die Rolle Karoubis bei der weltweiten Bekanntmachung der Verfolgungen der Sufi-Derwische im Iran durch das Regime, schließen sie sich den öffentlichen Protesten am 1. März an und zeigen ihre Unterstützung für den Führer der Opposition.

Im Folgenden finden Sie die Übersetzung eines Interviews von Saham News(Webseite von Mehdi Karoubi) mit Dr. Mostafa Azmayesh, dem Sprecher der Internationalen Organisation zum Schutz der Menschenrechte im Iran, der auch ein Mitglied des Gonabadi Sufi Ordens ist.  

Wie denken Sie über den Hausarrest, den das Regime über die Führer der Opposition verhängt hat? Glauben Sie, dass die Regierung Erfolg haben wird mit der Unterdrückung der Bevölkerung?

Dr. Azmayesh: Zu aller erst will ich klar stellen, dass der Hausarrest für die Führer der Opposition nicht nur unberechtigt ist, sondern einen Rechtsbruch darstellt, der darüber hinaus nichts mit einem Islamischen Glauben oder einem republikanisch demokratischen System zu tun hat. Laut Hodschatoleslam Mehdi Karoubi beschädigen die Hausarreste die Legitimität des Staates und haben die Islamische Republik zu einem Stillstand gebracht. Durch diesen Akt wollte das Regime die Bewegung der Bevölkerung auf den Straßen zum Erliegen bringen und die ablehnenden Bürger zwingen das aktuelle Regime hinzunehmen, sowie die Kraft der Bürger zu untergraben ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.

Doch dieses Vorgehen ist gesetzlos und ungerechtfertigt und wird nicht gelingen. Der Hausarrest für die Anführer der grünen Bewegung basiert auf keinem juristischen Vergehen und kann mit keinem religiösen Gesetz vergolten werden. Tatsächlich widerspricht diese Handlung jeder Form von Menschenrechten der Bürger Irans.

Andererseits stellen wir fest, dass das Regime im Iran seine Anstrengungen erhöht hat die Bevölkerung durch diverse Maßnahmen weiter zu unterdrücken. Der Einsatz solcher Repressalien wird aber sehr wahrscheinlich die Anstrengungen des Regimes die Oppositionsbewegung zum Erliegen zu bringen dazu führen, dass sich die Protestbewegung weiter beschleunigen und radikalisieren wird.

Jede Repressalie wird aller Voraussicht nach Schritt für Schritt unbeabsichtigte Konsequenzen nach sich ziehen. Verschiedene Bevölkerungsgruppen und -klassen werden sich den Protesten anschließen und die Opposition verbreitern. Gemeinsam werden sie darauf hin wirken die Legitimität des aktuellen Regimes für die Iranische Bevölkerung weiter in Frage zu stellen.

Daher werden Repressionen wie die Verhaftung der Anführer der Grünen Bewegung nur weiter die Proteste befeuern und die Entschlossenheit der Bürger stärken, die Gewalt der kommenden Tage zu verurteilen.

Wie denken die Gonabadi Sufis über diesen Akt der iranischen Regierung?

Dr. Azmayesh: Seit Errichtung der "Islamischen Republik Iran" waren Gonabadi Sufis andauernden Repressionen und Unterdrückung durch das Regime ausgesetzt. Gleich zu Beginn der Revolution im Jahr 1979 haben die Behörden die Andachtshäuser der Sufis niedergebrannt und völlig zerstört. Sogar ihre bekannten Führungspersönlichkeiten waren Angriffen ausgesetzt und sind im Namen der "Scharia" festgenommen worden. Es gäbe dazu noch viel zu sagen, was an dieser Stelle zu lang wäre. Somit deute ich nur noch an, dass die Gonabadi Derwische und ein großer Teil der Bevölkerung im Allgemeinen sehr bittere Erinnerungen an die zunehmenden Angriffe gegen die Gonabadi Sufis seit 1996 haben.

Diese Verbrechen werden planvoll organisiert und durch Publikationen unbekannter Autoren über Derwische, die voller Lügen sind, angeheizt.

Schließlich werden unsinnige TV Programme wie "Armaggedon" ausgestrahlt und Ausstellungen veranstaltet, die darauf abzielen Sufismus und Islamische Mystik in den Schmutz zu ziehen und zu diskreditieren. Diese Programme finden unter der Schirmherrschaft der "Gemeinschaft der Ausbildungsstätten für Kleriker in Qom" und dem "Kulturministerium" statt.

 Die Bürger Irans haben den Mut von Mehdi Karoubi stets bewundert so wie sie es heute tun. 2006 schrieb er aufrecht und mit langem Atem Briefe an die Behörden, worin er die ungesetzlichen Aktionen des Regimes gegen die Sufi-Derwische kritisierte und Einhalt gebot. Außerdem ließ er die Welt von den ungerechtfertigten Angriffen wissen. Schließlich forderte er die unabhängigen Kleriker auf, sich für die Rechte der Derwische einzusetzen. Aus diesem Grund haben die unterschiedlichsten Sufi Gruppen bei den Wahlen im Juni 2009 für Herrn Karoubi gestimmt.

Was ist geschehen, dass Leute die dem System gedient haben von dem gleichen System wegen unmoralischer Vorstellungen inhaftiert werden?

Dr. Azmayesh: Diese ganzen falschen Anschuldigungen, wie "unmoralische Vorstellungen", "Führer der Verschwörung", "Anti-Revolutionär" usw...die gegen die Bürger in Iran und außerhalb Irans gerichtet sind, haben ihre Wirkung verloren und sind zu einer Farce geworden.

Die Anführer der iranischen Freiheitsbewegung haben wiederholt betont, dass sie sich für die Bürgerrechte aller einsetzen, einschließlich der Rechte ethnischer und religiöser Minderheiten und derer, die unterschiedlicher sozialer Klassen zugehören, sowie beider Geschlechter. Sie haben ihre Bereitschaft erklärt, jeden Preis dafür zu bezahlen.

Der Grund für die gegenwärtigen Umstände im Iran ist die schleichende Ausbreitung einer extremistischen Fraktion innerhalb des Regimes, deren Mitglieder weder an den Islam noch an Demokratie glauben.

Diese Fraktion versucht seit zwanzig Jahren die gesamte Macht im Iran an sich zu reißen. Sie erreichen dies, indem sie den Bürgern ihre Rechte und individuelle Rolle im Iran verweigern. Diese Fraktion hat Sklaven des Systems erzeugt durch Festlegung des Glaubens auf ihre Ideologie. In der Politikwissenschaft spricht man in diesem Fall dann nicht mehr von einer theokratischen oder religiösen Führung, sondern von "religiösem Faschismus".

Wie wird sich die aktuelle Situation weiter entwickeln? Werden die radikalen Kräfte das Land weiter in dieser Weise führen können?

Dr. Azmayesh: Wir haben ein kritisches Stadium erreicht. Die extremistischen Kräfte können die Gesellschaft nicht länger führen, weil sie keine Führungs- und Ordnungsfähigkeit haben. Mit einem solchen anhaltenden Durcheinander kann man noch nicht einmal ein Büro führen, geschweige denn ein so großes Land wie Iran. Vor allem angesichts der aktuellen internationalen Geopolitik im 21. Jahrhundert und der dramatischen Ereignisse um die Volkserhebungen gegen die Diktaturen rundherum in der Welt. In sehr naher Zeit werden wir erleben, dass die Monopolisten der Gewalt ihre Möglichkeiten verlieren werden die progressiven Kräfte und die Menschen dahinter zu unterdrücken. Hodschatolislam Karoubi hat in seinem letzten Statement betont, dass der Tag des endgültigen Sieges sehr nahe ist und dass die Bürger Irans durch das Aushalten des gegenwärtigen Drucks einen glücklichen Sieg erringen werden.

Was sollten die regionalen Regierungsoffiziellen und die Mardschahs (höchste religiöse Würdenträger) hinsichtlich dieser Tatsachen unternehmen?

Dr. Azmayesh: Aus Sicht der Muslime ist das Schweigen der Mardschahs in dieser Angelegenheit in keinster Weise akzeptabel. Glücklicherweise haben am Samstag die Großayatollahs Alhomza Dastgheib Shirazi, Youssuf Sanei und Bayat Zanjani sich mutig und kühn zu der Situation geäußert. Sie haben diese gesetzlosen Handlungen des Regimes an den Oppositionsführern wiederholt als illegitim verurteilt und die sofortige Einstellung der Unterdrückungen gegen Mousavi und Karoubi gefordert.

Wird eine Aufforderung an die Sufis ergehen, bei den Protesten am 1. März (10. Esfand) mitzumachen? Werden die Sufis bei den Protesten dabei sein?

Dr. Azmayesh: Am 14. Februar (25. Bahman) und am 21. Februar (1. Esfand)  waren rechtschaffene Iraner vor den Augen der Weltöffentlichkeit sowohl im Iran als auch im Ausland auf der Straße. Es scheint, dass wir am letzten Dienstag des gegenwärtigen Iranischen Jahres wieder die überwältigende Mehrheit unserer Landsleute in ganz Iran sehen werden. Ich habe keinen Zweifel, dass diverse Vereinigungen und soziale Klassen unserer Landsleute an dieser breiten und alle einschließenden Bewegung teilnehmen werden. Karoubi und Mousavi haben Unterstützer aus allen Schichten der Gesellschaft.

Insbesondere nach den Wahlen und während der vergangenen 21 Monate haben die beiden Führer dem Volk gezeigt, dass sie ehrbare Männer sind. Mehr und mehr Menschen verstehen die Stimmigkeit und Gültigkeit ihrer Ansichten und haben sich ihnen angeschlossen.

Dies kann man nicht vor der breiten Bevölkerung und Millionen von Menschen unterschiedlicher Meinungen, Überzeugungen und Ansichten verbergen.

Was die Erlaubnis anbelangt: die Sufis sind weder gebeten worden, noch hat ihnen jemand verboten an den Demonstrationen Teil zu nehmen. Konsequenterweise kann man ableiten, dass in einer vielfältigen Gesellschaft wie im Iran, viele Bürger Irans, Schiiten wie Sunniten und ethnische Minderheiten wahrscheinlich an den Demonstrationen Teil nehmen und sich am 1. März (10. Esfand) in unterschiedlichen Städten Irans zusammenfinden, um gegen die gesetzeswidrige Festsetzung der Führer der grünen Bewegung zu protestieren und ihre sofortige Freilassung zu verlangen. Ich bin sicher, dass Sie in der Menge auch Sufi-Derwische des Nematollah Ordens finden werden.
Schließlich weise ich als Sprecher der Internationalen Organisation zum Schutz der Menschenrechte im Iran darauf hin, dass im Falle die Festsetzung von Karoubi und Mousavi nicht ausgesetzt wird, unsere Mitglieder nach dem 2. März (11. Esfand) zusammen mit anderen Internationalen Organisationen wie Amnesty International eine Serie von Straßenaktionen und Demonstrationen in Frankreich, Dänemark, Großbritannien und Deutschland durchführen werden. Die Aktionen auf den Straßen Europas und die Kampagne zur Bekanntmachung der Verhältnisse und Hintergründe im Iran werden wir bis zur Freilassung der Führer der grünen Bewegung weiterführen.

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