Interview: Intelligent mobil sein

Beweglichkeit beschränkt sich nicht auf Menschen und Güter. Michael Spreng (Cirquent Experte für i-Mobility Telecommunication, Utilities, Services & Logistics) und Hanno Schellenberg (Cirquent Experte für i-Mobility Manufacturing) verstehen unter i-Mobility alles, was dabei hilft, intelligent mobil zu sein – auch um Ressourcen zu schonen.

Cirquent Blog: Cirquent hat eigens den Begriff i-Mobility geprägt. Was verbirgt sich dahinter?

Michael Spreng: i-Mobility steht für intelligente Mobilität. Auch wenn die sogenannte E-Mobilität, also die gesamte Technik und Infrastruktur rund um das Elektroauto, der Motor dieser Entwicklung ist, bedeutet i-Mobility mehr. Wir verstehen darunter alles, was Unternehmen, Organisationen und Personen in Zukunft dabei unterstützt, intelligent mobil zu sein. Dabei geht es auch um die Mobilität von Informationen und Ideen. Das Ziel ist hierbei nicht zuletzt, den CO2-Ausstoß zu verringern. i-Mobility ist ein Konzept über viele Branchen hinweg – für Banken, Versicherungen und Automobilhersteller genauso wie für Telekommunikationsdienstleister und Energieversorger.

Hanno Schellenberg: Unser Verständnis von i-Mobility bringt die Services aller Branchen zusammen. Schon für sich sind Verkehrsmanagementsysteme oder Lösungen wie Mobile Payments Rieseninnovationen. Die Vernetzung dieser innovativen Bereiche generiert nochmals Mehrwert und damit Komfort für den Kunden. Überdies wird der Straßenverkehr durch Telematikanwendungen, die beispielsweise den nachfolgenden Verkehr vor einem bevorstehenden Stau warnen, zum Nutzen aller Verkehrsteilnehmer sicherer.

Cirquent Blog: Und wie könnten Geschäftsmodelle aussehen?

Schellenberg: Ein typisches Szenario aus dem Bereich Elektromobilität: Die Akkuladung neigt sich dem Ende zu, also muss der Autofahrer schnell wissen: Wo steht ihm eine zum Zeitpunkt seiner Ankunft freie Ladestation zur Verfügung? Bis er sein Auto an die Steckdose angeschlossen hat, greifen unterschiedlichste Dienste, wie zum Beispiel Reservierung der Ladestelle, Parkhausbelegung, Auskunft des Energieversorgers, Navigationsservices und Payment-Systeme. Für den Anwender arbeiten diese ganz im Hintergrund, er schickt nur eine Anfrage ab.

Spreng: Genauso interessant ist i-Mobility für öffentliche Verkehrsmodelle. Ein Dienstleister könnte Kunden zum Beispiel verschiedene Fahrrouten anbieten. Er kennt die Preise von Carsharing-Dienstleistern, hat die kompletten ÖPNVund Fernverkehrsfahrpläne integriert, zeigt Staus auf den Autobahnen und Zugverspätungen in Echtzeit an und zeigt auf dieser Grundlage verschiedene Alternativen auf.

Cirquent Blog: Findet man diese Dienste nicht schon im Internet?

Spreng: Klar, aber das sind immer nur Basisdienste, wie die Fahrplanauskunft der Bahn. Was fehlt, ist die intelligente Vernetzung verschiedener Auskunftsdienste. Ich glaube, dass sich die Kunden diese Dienstleistung auch etwas kosten lassen.

Schellenberg: Als Kunde habe ich nur mein Ziel: Ich will nach Hamburg. Und da stelle ich mir doch nicht aus den vielen kostenfreien Fahrplanangeboten meine Route mühsam zusammen, wenn mir ein intelligentes System mit direktem Geld- und Zeitvorteil die Möglichkeiten anzeigt. Wenn ich mich entschieden habe, kann ich natürlich direkt buchen oder Tickets kaufen.

Cirquent Blog: Welche Branchen, Anbieter und Unternehmen hat Cirquent denn im Auge?

Spreng: Unsere Kunden kommen aus vielen Branchen. Ein Beispiel: Ein Energieversorger wird künftig Ökostrom für Ladestationen günstig anbieten können, wenn der Wind im Norden weht oder die Sonne scheint. Das Problem ist: Strom lässt sich bis heute noch nicht effektiv speichern. Wenn sich aber die Entwicklung von Pkw-Akkus fortsetzt wie bisher, ist das eine große Chance für Energieversorger. Mithilfe von intelligenten Netzen, sogenannten Smart Grids, könnten Autofahrer informiert werden: „Jetzt laden, es gibt günstigen Windstrom für das Elektroauto.“ Aber auch Städte und Gemeinden sind interessante Auftraggeber für uns. Schon heute machen sich viele Gedanken darüer, wie intelligente Netze mit Elektro-Ladestationen für Pkw aufgebaut werden. Sie planen die Einführung von Mobilitätskarten oder entwickeln intelligente Strukturen für Verkehrsführungen, bei denen nur Elektrofahrzeuge in die Innenstädte fahren dürfen. Die Abrechnung kann dann durch einen Finanzdienstleister in Kooperation mit einem Mobilfunkunternehmen erfolgen. Cirquent ist bereits heute in Projekte involviert, bei denen die Weichen für solche Strukturen gestellt werden.

Schellenberg: Wir haben langjährige Erfahrung mit Integrationsprozessen und kennen uns in vielen Branchen aus. Wir haben zukunftsfähige IT-Lösungen und können die unterschiedlichsten Marktteilnehmer mit unseren IT-Systemen vernetzen.

Cirquent Blog: Vernetzen ist ein gutes Stichwort. Wie ließen sich denn Social Networks wie Facebook und Twitter bei i-Mobility integrieren?

Schellenberg: Wichtig sind aus Sicht der Automobilbranche zwei Stoßrichtungen. Zum einen muss das Auto in Zukunft das verlängerte Wohnzimmer oder Office des Kunden werden. Und das heißt dann auch: Alle Social-Media-Anwendungen müssen mit ein, zwei Klicks schnell erreichbar sein. Zum anderen sollten die Service und Marketingabteilungen der Industrie Social Media in ihr Multichannel-Management einbetten, weil Kunden über diese Kanäle immer häufiger den Service kontaktieren.

Cirquent Blog: Stichwort gläserner Kunde. Was sagen Sie zu den Vorwürfen, dass Persönlichkeitsrechte bei solchen Visionen auf der Strecke bleiben?

Schellenberg: Die wenigsten Marktteilnehmer benötigen wirklich die persönlichen Daten, das wird komplett überbewertet. Ein Beispiel ist der Parkhausbetreiber, der den Bezahlvorgang üer einen Payment-Betreiber, also eine Bank, abwickelt. Die signalisiert dem Betreiber lediglich per verschlüsselter ID: „Der Kunde ist aktiv und für den angefragten Betrag liquide“.

Cirquent Blog: Aber diese ID lässt sich auch nachverfolgen, oder?

Spreng: Natülich kann sie getrackt werden, das sollte man nicht verschweigen. Um hier Missbrauch zu unterbinden, gibt es Datenschutzgesetze. Diese regeln auch die genaue Ausgestaltung von Geschäftsmodellen, die beispielsweise darauf aufbauen, zu schauen, wie oft ein Pkw geladen oder welche Kilometerleistung erreicht wird. Bei HD-Traffic, einem neuen Verkehrsabbildungsmodell werden zwar Daten von sich bewegenden Fahrzeugen in Echtzeit ausgewertet, dann aber sofort anonymisiert und verdichtet. Diese Daten werden benötigt, um Staus und Unfälle erkennen und eventuell vermeiden zu können. Die Auswertung dient also primär der Gewinnung von Erkenntnissen zur Verkehrssituation – ein Interesse an den persönlichen Daten individueller Verkehrsteilnehmer besteht nicht.


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