Immer nur Ärger

Was ist nur los mit mir? Ständig ärgere ich mich. Das geht das ganze Jahr schon so. Und jetzt in der friedlichen Weihnachtszeit wird es nicht etwa ruhiger. Nein, es wird schlimmer.

The One
Vor kurzem war ich in einer Cocktailbar in Stuttgart, besser gesagt in einer Cocktailbar mit angeschlossenen Restaurant. Der Laden ist Teil einer Kette. Dort ließ einen dreistelligen Betrag, ich habe gut gegessen und getrunken und insgesamt einen schönen Abend verbracht, aber Grund zum Ärger gab es trotzdem. Ich bestellte zum Abschluss ein Colaweizen – also ein Mischgetränk von Cola und Weizenbier. Dies wurde mir aber verweigert, weil der Barchef das nicht aussschenken wollte. Nach dem Bezahlen informierte ich mich dann direkt beim Barchef woran, das lag. In einer Cocktailbar wird ja sonst auch allerhand gemischt. Wo liegt da dann das Problem? Gibt es nur Weizenbier in der Flasche? Nein, vom Faß. Die Begründung, das dieses Getränk nicht ausgeschenkt wird lag einzig und alleine darin das der Barchef irgendetwas gegen dieses Getränk hatte. Man sei schließlich keine Kneipe. Aha, dachte ich mir, und warum bekomme ich das Getränk dann in Pforzheim in dem gleichen Laden sonst immer ausgeschenkt?
Egal, ich ließ es vorerst dabei bewenden. Irgendwie wollte mir das aber nicht aus meinem Kopf gehen und ich besuchte die Website der Kette. Einmal kurz auf den Feedback-Button gedrückt und die Situation geschildert, mit dem Hinweis darauf das ich doch gerne eine Rückmeldung erwarte. Ich muss noch darauf hinweisen das ich Karten für den Silvesterabend für das Pforzheimer Restaurant reserviert hatte und eigentlich vor hatte diese auch noch abzuholen. Schließlich bin ich ja bisher ja ein zufriedener Gast. Das ist jetzt eine Woche her und eine Antwort habe ich leider nicht erhalten.
Ich gehe jetzt also an Silvester woanders hin. Mein Geld scheinen diese ja nicht nötig zu haben. So what.

Naja, wenn es nur das wäre. Mir kam aber dann auch noch diese blöde schwäbische Kehrwoche in den Weg. Jeden morgen um kurz nach sechs stand ich eine Woche auf der Straße, um den Gehweg vom Schnee zu befreien, zu streuen und was sonst noch alles zum Winterdienst gehört. Fast jeden Abend nochmals. Ich wohne zum Glück in einem Mehrfamilienhaus und bin deshalb nur alle zehn Wochen dran. Da macht mir so eine Woche eigentlich nichts aus, wenn ich nicht so tolle Nachbarn hätte. Nicht alle, aber ein nerviger reicht ja schon, damit es einem die Laune verdirbt.
Wie gesagt eine Woche lang habe ich mir den … abgefroren und was ist der Dank? Ein Zettel an meiner Türe. Ein namenloser Nachbar beschwerte sich das ich nicht anständig gekehrt habe und ich das nachholen solle, sonst gäbe es eine Beschwerde beim Vermieter. Was? Hat der nichts besseres zu tun? Draußen sind Minusgrade, überall Schnee und Eis, und er beschwert sich darüber das ich nicht anständig gekehrt habe? Was unter uns gesprochen nur reine Schikane ist, weil ich wie gesagt allen meinen Aufgaben sorgsam nachgekommen bin.
Ich wusste natürlich welcher Nachbar das war und beschloss es einfach zu ignorieren. Dann ging er aber zu weit. Nicht die Courage haben an meiner Tür zu klingeln und sich direkt bei mir zu beschweren, aber nachmittags wenn ich noch arbeiten bin meine schwangere Frau überfallen. Hat der sie noch alle? Also einmal hin und die Sache ein für alle mal klarstellen. Idiot!
Eins habe ich zumindest erreicht, dieser Nachbar wird sich nie wieder über irgend was bei mir beschweren. Naja, wenns dem Frieden dient. :-)

Aufregen kann ich mich dieser Tage nicht nur über mein Alltagsleben. Die Politk und manche Medien machen es einem auch nicht gerade leicht. Wäre da als aktuelles Beispiel Ilse Aigner unsere Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Sie überhäuft uns dieser Tage mit unsinnigen populistischen Vorschlägen. In ihren Augen bin ich ja ein Bankster. Ich muss kontrolliert und drangsaliert werden. Sie will ab nächstes Jahr einen neuen „Stasi-Apparat“ installieren, der die bösen Bankberater (ganz nebenbei, was für ein Euphemismus) kontrollieren soll. Hallo ist der eigentlich klar das ich meinem Arbeitgeber verpflichtet bin wie jeder andere zum Beispiel in einer Kfz-Werkstatt auch? Ich und wahrscheinlich jeder andere auch wird seine Kunden so weit wie möglich neutral beraten, aber ich will auch Geschäfte machen. Jeder normale Kunde weiß auch, dass ich nicht die Wohlfahrt bin. Trotzdem habe ich ein Intresse an Fairness, da ich ja eine dauerhafte Geschäftsverbindung will, außerdem bin ich nicht anonym, ich bin hier vor Ort, einen schlechten Ruf kann ich mir nicht leisten. Der Wettbewerb regelt das eigentlich ganz gut, bei Streitigkeiten werden auch schon mal Gerichte damit beschäftigt und private Tester gibt es ja auch wie Sand am Meer. Hier wird einfach nur sinnlos Steuergeld verpulvert.
Aber unsere Ernährungs-, Landwirtschafts- und Verbraucherministerin hat auch sonst Zeit für seltsamen Blödsinn. So will sie gegen Verschwendung von Lebensmitteln vorgehen. Aha. Wie doof ist die eigentlich? Wenigstens hat das mal wieder was mit der ehemaligen Kernkompetenz dieses Ministeriums zu tun, nämlich Ernährung. A) Was ist an Verschwendung eigentlich so schlecht und b) ist es nicht eher so, dass gerade der strenge gesetzliche Verbraucherschutz diese angebliche Verschwendung wenn nicht vorschreibt geradezu provoziert. Lebensmittel werden ja nicht besser wenn sie von der Gastronomie zwei oder drei mal aufgetischt werden, obwohl sie vielleicht noch einwandfrei sind. Welcher Kunde will schon das übrig gebliebene Essen des vorherigen Gastes? Die strengen Vorschriften für das „Mindesthaltbarkeitsdatum“ sind im Übrigen auch nicht gerade hilfreich um dieser „Verschwendung“ von einwandfreien Lebensmitteln entgegenzuwirken. Eine teure Studie wird in Auftrag gegeben und zahlen darf diese Komödie der Steuerzahler. Wenn man keine Aufgaben hat dann schafft man sich eben welche.

Der Vorschlag mit den Zweibettzimmern für Kassenpatienten aus den Reihen der CDU ist genauso ein Quatsch. Heute auf der Heimfahrt habe ich in irgendeinem Radiosender so einen selbsternannten Experten gehört, welcher diese Idee in den höchsten Tönen gelobt hat ohne auch nur einmal auf die Kosten zu sprechen zu kommen. Wer soll das bezahlen? Ich sehe schon wieder die nächste Beitragserhöhung auf mich zurollen, als ob das ganze System nicht sowieso schon teuer genug ist. Leider trifft das nicht auch die Geldbeutel der entscheidenden Politiker.

Die Anti-Sarrazin-Kampagne in sämtlichen Onlinemedien schlägt dann noch dem Fass den Boden aus. Unredliche von Unkenntnisse über die Inhalte des Buches geprägte Hasspropaganda. Zum Glück konnte mich Broder ein Wenig aufmuntern.



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