Im Béarn

Tag 87. Dienstag 30.7.2013. Von Arthez-de-Béarn nach Navarrenx

In der Gîte communale stehe ich gegen 6.20 Uhr auf. Das französische-kanadische Pärchen schläft noch. Schnell noch dem Kamera-Akku etwas Nachschub spendieren. Ich gehe zum Bäcker und hole zwei Croissants und ein Pain au chocolat, das ich in der Gîte zusammen mit zwei Automaten-Kaffees verzehre. Gegen 7.45 Uhr breche ich dann auf. Bilderbuchwetter. Arthez liegt auf einem Bergrücken. Parallell dazu sieht man hinten die ganzen Pyrenäenberge im Morgenlicht. Es geht auf dem Höhenrücken weiter und nach einigen Kilometern steil abwärts nach Maslacq. Ich komme mit zwei Kanadiern ins Gespräch: Es sind Arnaud und Gabrielle aus Quebec. Im Gasthaus trinken wir einen Café und unterhalten uns. Dann kommt noch Benoit mit seiner Gitarre dazu. Er hat erst am Wochenende angefangen, nachdem er zuvor noch auf einer Hochzeit war. Nun wandert er ein Stück des Weges. Arnaud und Gabrielle sind zwei von fünf Freunden, die anfangs gemeinsam unterwegs waren. Einer hat sich vor der Reise von seiner Freundin getrennt; so kam es dass er zu wenig vorbereitet war und sich nun mit Fußschmerzen durch die Kilometer quält.
Immer wieder gibt es schöne Blicke aufs Pyrenäenmassiv. Die Berge liegen noch weit vor mir. Der GR führt über den Gave de Pau, der sehr viel Wasser führt. Dann parallel zum Fluß an alten zerfallenen Häusern vorbei. Der nächste Höhenrücken bietet einen Blick zurück nach Arthez.
Wieder abwärts führt uns der Weg zur Zisterzienserabtei Sauvelade mit ihrem speziellen Grundriß. Hochgradig eindrucksvoll und doch schlicht. In der Gîte mit Restaurant bekomme ich – es ist Mittag geworden – ein vorzügliches Panaché und einen Salatteller mit Schinken und Rohkost. Mehr als 15 km sind schon geschafft, der Schnitt liegt samt Pause bei 3,8 km/h. Ein Gateau Basque und ein kleiner Schwarzer stärken für den weiteren Weg. Benoit und ein junger Franzose sind bereits weitergezogen.
Später überholt mich ein Vater mit zwei Kindern, die mit Mountainbikes unterwegs sind. Am nächsten Anstieg habe ich sie wieder eingeholt. Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt. Ein Auto hält an und der Fahrer erkundigt sich nach dem woher und wohin. Bald wird klar, dass er einer Sekte angehört. Schließlich hat er ein deutschsprachiges Faltblatt gefunden und gibt es mir mit frommen Wünschen mit auf den Weg. Es geht durch ein langes schattiges Waldstück. Da: ein plätschernder Brunnen! Ich trinke und tanke meine Flasche mit dem eiskalten Naß auf. Unglaublich wie schön sich Trinken anfühlen kann!
Bald habe ich Navarrenx erreicht und trinke in der Taverne de Saint Jacques ein erfrischendes Radler. Dazu flotte Musik und Schatten. An der Kirche vorbei erreiche ich den Place d’Armes und finde Quartier bei Monique, der das Haus gehört. Die Bar hat sie vor wenigen Monaten verpachtet. Leiser treten heißt die Parole. Ich erfahre, dass Navarrenx mit Rheinstetten verschwistert ist, bekomme ein gutes Abendessen und einen heimischen Jurançon sec dazu. Den teile ich mit anderen Pilgern, die dazu kommen. Mit Gabrielle unterhalte ich mich noch lange.

30 km sind zusammen gekommen. 770 Meter Anstiege und Abstiege. Der Zähler zeigt 1794 km an.


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