Ich sehe black: Weihnachtliche Shoppingwut & Werte

Ich sehe black: Weihnachtliche Shoppingwut & Werte

Posted by Marlene on November 28, 2014 · 5 Kommentare 

Black

Nun gut, ich kann ja verstehen, dass die Amerikaner den “Black Friday”, den arbeitsfreien Brückentag nach Thanksgiving, traditionell für ihre Weihnachtseinkäufe nutzen und sich die dortige Wirtschaft glänzend darauf eingestellt hat. Aber was haben wir in Europa damit zu tun – und warum spielen nicht nur die Geschäfte verrückt, sondern auch noch die Medien, die mit jeder Menge Artikeln den Shoppingwahn weiter anheizen?

Die Sache mit den Geschenken…

Konsumfeste wie Weihnachten stellen so manchen nachhaltig oder minimalistisch denkenden Menschen (wie z.B. Dina im Blog liebevoller leben, die mich heute inspiriert hat) vor einige Probleme. Das fängt bei sinnlos gekauften / bekommenen Geschenken an und endet bei der Orgie an Verpackungsmüll (zu der ich ja letztes Mal schon versucht habe, Alternativen zu finden). Was mir auch noch Sorgen bereitet, ist Folgendes:

Was vermitteln wir unseren Kindern, wenn wir sie zu Weihnachten Geschenke im zweistelligen Bereich öffnen lassen?

Habt ihr das schon mal erlebt bzw. könnt ihr euch selbst noch dran erinnern? Heiligabend, der Tannenbaum ist geschmückt, die Familie sitzt zusammen, die Bäuche mit dem Weihnachtsessen gefüllt. Die Kinder kann man kaum sehen, weil sie in dem Berg aus bunt verpackten Geschenken kaum auffallen! Da sind schon alle Erwachsenen fertig mit aufpacken, da stapeln sich vor den Kindern immer noch Geschenke. “Na pack doch mal weiter aus”, sagt dann vielleicht noch die Oma, wenn sie nicht in Erinnerung an ihre eigenen kindlichen Weihnachtserlebnisse angesichts dieses Überflusses die Hände über den Kopf zusammenschlägt.

Irgendwann sehen wir den Baum vor Geschenken nicht mehr.

Irgendwann sehen wir den Baum vor Geschenken nicht mehr.

Mir waren zu viele Geschenke schon als Kind immer peinlich. Mein Gerechtigkeitssinn war stark ausgeprägt, der Kuchen sollte möglichst gleich verteilt werden. Je mehr die Erwachsenen mir schenkten, desto mehr bastelte und baute ich eigenhändig Geschenke, um mich revanchieren zu können. Letztlich machte schenken immer mehr Spaß als bekommen.

Gibt’s noch mehr?

Zurück zum Heute, wo ich auf der anderen Seite der Rollenverteilung sitze. Trotz dass wir Eltern unserem Kind nur ein Geschenk schenkten im letzten Jahr, war es Weihnachten tagelang mit Auspacken beschäftigt, es entwickelte sich eine makabere Routine: “Gibt’s noch Geschenke?”.

Meine Vision ist ja: Kind bekommt ein bis drei schöne, größere Geschenke, packt aus, freut sich und beschäftigt sich damit. Was stattdessen passiert, ist, dass sich die Verwandtschaft trotz Bitte nicht beherrschen kann und ihren kleinen Liebling regelrecht mit Gaben überschüttet. Dann sieht das so aus: Kind packt aus, guckt kurz, guckt hoch und fragt: “Mehr?”. Und schon ist der Wirtschaft ein neuer, treuer Konsument gewachsen, der dann später vielleicht bei den Angeboten am Black Friday ordentlich zulangt.

Bevor ich ganz schwarz sehe: Wie handhabt ihr die weihnachtliche Geschenkeorgie?


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