Ich liebe das Leben viel zu sehr!

Ich liebe das Leben viel zu sehr!
| Ich liebe das Leben viel zu sehr | Mathias Malzieu  | Übers. Sonja Finck | carl`s Books, 2017 |  978-3570585696 | 16,00 € | 

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Ich liebe das Leben viel zu sehr!

Mathias Malzieu, Rockmusiker und Romanautor, erzählt von dem Jahr, in dem er beinahe an einer lebensbedrohlichen Krankheit gestorben wäre. Nach einem Schwächeanfall wurde bei ihm eine seltene Autoimmunkrankheit festgestellt, die sein Knochenmark beeinträchtigt, sodass er nur noch durch wöchentliche Bluttransfusionen am Leben gehalten werden kann. Von einem Tag auf den anderen ist er aus seinem Alltag herausgerissen und muss auf die Isolierstation. Das Einzige, was ihm bleibt, ist die Kunst des Fabulierens und die feine Beobachtung, wie es sich anfühlt, wenn der Tod plötzlich anklopft. Schonungslos ehrlich, aber auch voller poetischer Bilder und mit seinem ganz eigenen Humor beschreibt Malzieu, wie er zwischen Leben und Tod schwebte und sich seine Perspektive auf die Bedeutung des Lebens in dieser Zeit vollkommen verändert hat. Nach einem Jahr voller Hoffen und Bangen gelingt schließlich eine Knochenmarkstransplantation. Das Jahr seiner Krankheit sieht Malzieu rückblickend als größtes Abenteuer an, das ihm geholfen hat, sein Leben als einzigartiges Geschenk anzunehmen und täglich neu zu feiern.

Ich liebe das Leben viel zu sehr!

Mathias Malzieu hat seine Leser schon oft verzaubert. Mit mechanischen Herzen, Frauen, die unsichtbar sind oder mit der Kraft der Liebe. Jetzt ist es an ihm, an all das zu glauben. Das Schicksal schlägt zu – Malzieu ist krank. Aber wer wäre er, wenn er nicht das Gute im Schlechten sehen würde? Seine Worte am Kragen packen würde und sie uns lesen lassen würde. Vielleicht ist es sein wichtigstes Werk: für ihn, für seine Liebe und für die Welt der Literatur.

Das waren meine Gedanken bevor ich sein Buch gelesen habe. Ich bewundere ihn dafür, dass er die Kraft hatte, mit uns seinen Leidensweg zu gehen. Wenn ich davon ausgehe, dass er nicht immer alle Gedanken direkt aufgeschrieben hat und die Korrekturphase des Manuskripts noch dazu kommt, wird klar, dass er seiner Krankheit mehr als einmal ins Gesicht geschaut hat. Respekt muss man davor haben. Es ist schwierig für mich etwas schlechtes über dieses Buch zu sagen. Leider hat es mich nicht berührt. Ich empfinde manche Worte als sehr abgeklärt, manchmal kann ich mit ihnen nichts anfangen. Der Kranke wirkt manchmal sehr kühl, sodass ich seine Gefühle nicht verstehen kann. Der Kampf ist einer, den er nicht alleine kämpfen will, mit ins Boot holt er uns Leser jedoch nicht.

Ich mag es, wie er sich an Worte klammert, an seine Arbeit, ein neues Album macht und seiner Liebsten vertraut. Es gibt Momente, da bin ich ganz bei ihm und halte die Luft an, wenn der Arzt in Aussicht stellt, dass es doch schlimmer als befürchtet ist. Es ist ein sehr offenes Buch. Ein Grund mehr es nicht schlecht zu reden, sondern allen Menschen, denen es gerade schlecht geht, gute Gedanken zukommen zu lassen. Malzieu hat nicht aufgegeben und er hat uns teilhaben lassen.

Ich liebe das Leben viel zu sehr!


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