Ich bin wieder hier, in meinem Revier…

Eine Woche ist unser Trip in den Norden nun schon her. Es war ein kurzer Trip, aber dafür nicht weniger schön. Unser Urlaub stand zwar schon wieder unter einem ziemlich schlechten Stern, da ich ziemlich kurzfristig am Bein operiert wurde, aber noch einmal den Trip zu verschieben, kam für mich nicht in die Tüte. Die Rechnung bekam ich doppelt und dreifach. Nachdem wir die Hinfahrt überstanden hatten – und ja, Flensburg ist einfach der Anfang vom Nirgendwo – war mir nur noch zum Heulen zumute. Ich konnte kaum gehen und war unfassbar wütend auf mich selber, dass ich mir den Trip kurz nach der Operation zugemutet hatte, aber später ist man ja immer schlauer. Also Zähne zusammen beißen und das Beste draus machen.

Treffen wir uns nicht in dieser Welt, dann treffen wir uns in Bielefeld

In aller Frühe fuhren wir am vergangenen Freitag los in Richtung Norden. Auch wenn meine Nord-Sehnsucht in den letzten Wochen und Monaten unaufhörlich gewachsen war, freute ich mich noch mehr auf unseren Zwischenstopp. Denn wir wollten endlich unsere kleine Nichte auf dieser Welt willkommen heißen. Rund zwei Wochen waren schon seit ihrer Geburt vergangen und wir konnten es kaum erwarten, das kleine Menschlein endlich kennen zu lernen. Unfassbar wie klein sie ist, wie süß. Kaum zu glauben, wie schnell man vergisst. Die kleine Cousine unseres Sohnes hickste vor sich hin, ihre Bewegungen schienen noch so verloren in der großen weiten Welt. Wir fühlten uns zurück versetzt, in die Zeit als bei uns alles begann. In die Zeit als unser kleiner Riese, der wirklich wie ein großes Kind neben seiner kleinen Cousine wirkte, sich in der Welt zurecht fand.

Es war einfach total schön, diese frisch gebackene Familie zu besuchen. Wie anders alles zu viert ist. Wie schön es ist, die kleine große Schwester zu beobachten, wie sie das Baby immer wieder anschaut und anfasst. Wir waren ziemlich geflasht von den Eindrücken. Doch so schön der Besuch auch war, so sehr waren wir uns einig, dass ein zweites Kind eine immense Herausforderung ist. Die restliche Autofahrt überlegten wir, ob wir schon bereit sind für ein weiteres Kind, für ein Geschwisterkind für unseren Sohn. Wir fragten uns, wann der richtige Zeitpunkt kommt, ob er überhaupt kommt. Wir waren uns einig, dass wir keine Ahnung haben. Ganz klarer Fall von Entscheidung vertagt. Denn irgendwie ist alles gut so, wie es gerade ist, und nach der letzten Zeit ist einfach einmal ein bisschen Ruhe angesagt.

Das flenst!

In den frühen Abendstunden erreichten wir dann unser Ziel. Endlich waren wir in der Heimat des Vaters angekommen. Unser Sohn sah das erste Mal in seinem Leben Flensburg. Unsere gemeinsame Heimat Hamburg haben wir dieses Mal ausgelassen. Das Wetter war so richtig schön nordisch, mein Bein maulte rum und der Elbtunnel war proppenvoll. Mehr als Grund genug, Hamburg nur im Vorbeifahren Hallo zu sagen. Angekommen in Flensburg schlenderten wir ein bisschen durch die Stadt, mein Bein verlangte nach Bewegung und unsere Gemüter nach einem guten starken Kaffee. Ein Segen, dass unser Lieblingscafé in Flensburg noch so gerade geöffnet hatte. Die Bewegung tat mir gut und der Kaffee ließ meine Laune ein wenig steigen. Wir waren bereit, die Schwieger-Groß-Eltern zu besuchen.

Unser Sohn hatte die ganze Reise wirklich super mitgemacht und auch bei seinen Großeltern zeigte er sich von seiner besten Seite. Unser Sorgenthema „Das Einschlafen in fremder Umgebung“ klappte auch hervorragend: Nach wenigen Sekunden lautstarkem Gemaule schlief er ein. Mitten in der Nacht wollte er natürlich mit in das große Bett, also kuschelten wir zu dritt.

Heimatjeföhl

Am nächsten Morgen starteten wir mit einem großen Spaziergang entlang der Förde in den Tag, wagten einen Shoppingversuch und trafen uns mit dem Patenonkel und der Familie. Ein schöner Tag. Doch kaum kamen wir zur Ruhe, brüllte mich mein Bein an. Stehen und gehen waren kein Problem, sitzen und liegen waren hingegen die Hölle. Und dann wurde unser Sohn müde. Die Kinder des Patenonkels lenkten ihn hervorragend ab, trotzdem half irgendwann nur noch Stehen und Sohnemann schuckeln. So konnten wir nicht in Ruhe mit den Schwiegereltern zu Abend essen. Das hätte keinen Sinn gemacht. Der Vater oder ich hätten ein übermüdetes Kind irgendwie beruhigen müssen. Wir beschlossen, wir wollen das Glück nicht überstrapazieren. Also fuhren wir zurück. Es war ein kurzer Trip, ein schöner Trip mit richtig nass-stürmischem nordischen Regen-Wind-Wetter.

Das nächste Mal kann das Wetter sich getrost verziehen: Wir wollen Sonne! Wir wollen Sandburgen bauen und am Meer mit nackten Füßen entlang spazieren. Und beim nächsten Nord-Besuch fahren wir garantiert nicht an Hamburg vorbei. Egal, wie sehr es stürmt, regnet oder schneit. 


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