Horror von Stephen King #2 | „Friedhof der Kuscheltiere“ (1989)

Friedhof der Kuscheltiere zeigt recht anschaulich, wie weit manchmal Kindheitserinnerungen von der Realität entfernt sind. Der 1989 durch Mary Lambert inszenierte Horrorfilm nach einem Roman und auch Drehbuch von Stephen King, ist als schauerliche Geschichte um tote Tiere im Gedächtnis geblieben, die wie der blutverschmierte Cujo zurückkehren um ihre Herrchen und Frauchen zu terrorisieren.

Die Realität sieht anders aus. Friedhof der Kuscheltiere erzählt von der Creed Familie (nicht Rocky!) die aus der Großstadt Chicago in das ländliche Maine ziehen, wo Louis Creed (Dale Midkiff) einen Job als Universitätsarzt angeboten bekommt. Sie freunden sich schnell mit dem Nachbarn Jud Crandall (Fred Gwynne, der von 1964 bis 2004 Herman Munster in Die Munsters verkörpert hat) an, der ihnen einen Friedhof für Haustiere (Kuscheltiere) im nahegelegenen Wald zeigt und sie vor den mysteriösen Dingen warnt, die hier vor sich gehen.

Horror von Stephen King #2 | „Friedhof der Kuscheltiere“ (1989)

Friedhof der Kuscheltiere

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Stephen King hat es sich nicht nehmen lassen, einen Gastauftritt in FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE hinzulegen.

Es macht es nicht besser, wenn Louis Creed einen toten Jogger eingeliefert bekommt, der ihn nochmals davor warnt, nicht die Grenze zum Friedhof zu überschreiten. Fortan sucht der Tote ihn und seine Frau Rachel (Denise Crosby) heim, um sie immer wieder vor dem verfluchten Ort zu warnen.

Aber als die Katze von Tochter Ellie (Blaze Berdahl) durch einen tragischen Unfall ums Leben kommt, wird sie dort begraben und kommt natürlich zurück. So übernatürlich und unheimlich das erscheinen mag, hilft es Louis bei einer folgenschweren Entscheidung, als sein Sohn Gage (Miko Hughes) auf der Straße von einem LKW erfasst wird.

Während die zurückkehrende Katze immer mal wieder einen Hauch von Horror aufkommen lässt, bleibt der Rest eine fade Version eines Zombiefilms. Wo sind nur die ganzen Kuscheltiere, die hier wie in Alfred Hitchcocks Die Vögel auf die Menschheit hätten losgelassen werden können? Stattdessen gibt es Visionen von längst verstorbenen Menschen, die von der Creed-Familie und uns ertragen werden müssen.

Nicht einmal der wiederkehrende kleine Sohn Gage kann Friedhof der Kuscheltiere Leben einhauchen. Jung-Darsteller Miko Hughes wirkt allenfalls wie eine lebendig gewordene Chucky-Puppe, die ein Horror-Pinocchio Gefühl aufkommen lässt – was spannender klingt als es ist.

Horror von Stephen King #2 | „Friedhof der Kuscheltiere“ (1989)

Friedhof der Kuscheltiere

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Miko Hughes als Gage Creed.

Bei all den Zombies ist es kaum verwunderlich, dass die Filmrechte 1984 zuerst an George A. Romero verkauft wurden, dem Filmemacher hinter dem Klassiker Night of the Living Dead und all seinen Zombie-Nachfolgern. Romero entschied sich dann aber dafür, den Roman Der Affe im Menschen von Michael Stewart und Mary Lambert bekam den Job – sie durfte drei Jahre später auch die Fortsetzung inszenieren.

Aus Lamberts Film könnte der Horror-Stereotyp der uns erschreckenden Katze kommen, die irgendwo auftaucht, einmal faucht und uns damit einen Horrorfilm Jump Scare beschert. Hier funktioniert es, weil die Katze im Mittelpunkt der Handlung steht – oder stehen sollte, dann aber von den uninteressanten Familiengeschichten beiseite gedrängt wird.

Und das obwohl Stephen King sich einmal mehr als Katzenliebhaber zeigt. Ähnlich wie sein brutal-blutverschmierter Kläffer in Cujo und ein ebenso aggressiver Hund in Katzenauge, stellt King in der Handlung zu Friedhof der Kuscheltiere einen Hund als besten Feind des Menschen dar.

Vielleicht hätte Mary Lambert bei ihrem ursprünglichen Job bleiben und Musikvideos wie Like A Prayer und Material Girl für Madonna drehen sollen. Immerhin ist es ihr durch ihre Freundschaft zu der Band The Ramones gelungen, sie für den Film gewinnen zu können und damit dem großen Fan Stephen King eine Freude zu machen. Nicht nur sind sie im Film mit ihrem Song Sheena is a Punk Rocker vertreten, sie haben auch den gänzlich neuen Song Pet Sematary (Originaltitel des Films) für den Abspann hinzu gesteuert.

Das sollte nicht unterschätzt werden, denn die Songs der Ramones sind die eigentlichen Highlights in einem Film, der besser als Kindheitserinnerung funktioniert, bei einer Auffrischung dann aber nur noch schwerlich als Horrorfilm gesehen werden kann.


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