In THE LEGO BATMAN MOVIE wird Gotham Stein-für-Stein auseinander genommen

Von den cheesy 1960er Jahren, wo Batman von dem erst kürzlich verstorbenen Adam West an der Seite des Boy Wonders Robin (Burt Ward) gespielt wurde, über die finsteren Tim Burton-Zeiten, die knallbunten Joel Schumacher Misserfolge und der Christopher Nolan Dark Knight-Trilogie, sowie natürlich Batfleck – die menschliche Fledermaus namens Batman ist einer der cineastischsten Superhelden der Kinofilmgeschichte. Jetzt wurde er für The LEGO Batman Movie von Regisseur Chris McKay (Robot Chicken) Stein für Stein zu einem ganz eigenwilligen Abenteuer zusammen gesteckt.

Nach dem Erfolg von The LEGO Movie, darf sich nun der Caped Crusader in dunkler Miesepeter-Stimmung durch Gotham City schwingen. Während Bruce Wayne nur Augen für die neue Polizeichefin Barbara Gordon hat, adoptiert er aus Versehen den Waisenjungen Dick Grayson. So sehr Butler Alfred auch versucht Batman klar zu machen, dass dieser nur Angst davor hat, wieder Teil einer Familie zu sein, ignoriert der Dunkle Ritter seine Freunde und Verbündeten, um doch wieder im Alleingang gegen den Joker vorzugehen. Aber schon bald sieht sich Batman einer Schurken-Armee gegenüber, mit der selbst er nicht gerechnet hat.

The LEGO Batman Movie

Batman und sein Sidekick Robin in „The LEGO Batman Movie“

Wie auch schon in The LEGO Movie wirkt hier alles ein wenig too much. Wo schon herkömmliche Animationsfilme oftmals nach Zuckerschock aussehen, setzen die LEGO-Filme immer noch eins oben drauf. Die Welten sind gigantisch gestaltet, die Handlung fokussiert nie nur eine Figur, es ist überbordend überdimensional ausschweifend – pure LEGO Megalomanie!

Vermutlich müsste man den Film 10x sehen, um jedes Detail zu erfassen. Vermutlich haben Warner Bros. sich das auch genauso gedacht. Aber soweit reicht die Liebe zum LEGO-Stein dann doch nicht.

Witze und popkulturelle Referenzen kommen Schlag-auf-Schlag. Das Drehbuch von Seth Grahame-Smith, Chris McKenna, Erik Sommers, Jared Stern und John Whittington besteht eigentlich nur aus solcherlei Scherzen. Fünf Köpfe, die allesamt ihre tollen Ideen und Einfälle in den 90 Minuten unterbringen wollten – und es wohl auch geschafft haben.

Am besten funktionieren Anspielungen auf vorherige Batman-Filme, die wunderbar pointiert erzählt werden. “Wer würde schon eine Gruppe von Schurken zusammentrommeln, um noch größere Schurken zu bekämpfen? Das ist doch Blödsinn!” nimmt LEGO Batman die hauseigene Suicide Squad aufs Korn.

The LEGO Batman Movie

Der Joker will Gotham an den Kragen.

Gerade durch die enorme Dichte der Witze gehen hiervon aber auch gut die Hälfte verloren. Sie verpuffen in der Luft, weil man noch über eine Referenz von vor einer Sekunde nachdenkt, weil man schmunzelt oder lacht, während der Film leider weitergeht. The LEGO Batman Movie ist beste Heimunterhaltung, weil man immer wieder auf die Stop-Taste drücken könnte, um so wirklich alles voll und ganz mitzubekommen.

Dem Film gelingt es trotz aller Rückgriffe auf die lange Batman-Kino-Historie eine originelle Story aufzubauen und ganz nebenher noch die Beziehung zwischen Batman und Erzfeind Joker zur Liebesgeschichte umzudichten.

Der Hass, der zwischen diesen beiden Figuren herrscht, wird kurzerhand zum Liebesspiel gemacht. Der Joker will Batman endlich das “Ich hasse dich” entlocken und kann die Tränen nicht unterdrücken, wenn dieser lieber mit mehreren Bösewichten herumkämpft, sich nicht auf einen Kampf festlegen möchte.

Beim Casting der US-Originalstimmen müsste am Ende noch geklärt werden, weshalb ausgerechnet Ralph Fiennes in die Rolle von Butler Alfred gesteckt worden ist, während Eddie Izzard den Joker-Verbündeten Lord Voldemord aus dem Warner Bros. Harry Potter-Universum sprechen darf.

Ansonsten ist aber alles gewohnte LEGO Movie-Kost. Man prahlt mit all den vielen LEGO-Steinen, die hier zu Batmans Welt zusammengesetzt worden sind, packt noch ein paar mehr Figuren in die Geschichte, als eigentlich notwendig gewesen wären und erzählt in Dialogen bestehend aus Popkultur und Scherzeinlage. Ein bisschen Herz ist auch dabei. Aber für wirklich schöne Stories bleibt man dann doch lieber beim Zähmen von Drachen, bei tapferen Samurai oder merkwürdigen Zucchinis.


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