Historische Ausgrabungsstätten – welche lohnen sich wirklich

Ich liebe alte Steine! Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich damit eher alleine da stehe.

Dabei haben diese „alten Steine“ unglaublich viel Geschichte zu erzählen.
Ich sehe meist auch nicht einfach nur die zerbrochenen Stücke, sondern probiere mir vorzustellen wie es wohl früher an diesem Platz ausgesehen haben muss.
Wenn dann noch ein guter Reiseleiter die alten Zeiten aufleben lassen kann bin ich mit meiner Fantasie komplett in vergangenen Zeiten angekommen.

Dementsprechend viele Ausgrabungsstätten habe ich auch schon besichtigt.
Einige lohnen sich, andere haben vielleicht eine bedeutende Geschichte, aber es ist so wenig erhalten, dass selbst ich mir nichts mehr vorstellen kann.

Alle geschichtsträchtigen Orte hier aufzuzählen würde den Rahmen eines Blogpost sprengen, somit habe ich mich auf 6 aus 6 verschiedenen Ländern beschränkt.

1. Ephesos (Türkei)

Die Celsus-Bibliothek in Ephesos

Die Celsus-Bibliothek in Ephesos

Geschichte: In der heutigen Türkei gelegen wurde Ephesos von den Griechen das erste mal richtig besiedelt. Damals waren es noch kleine einzelne Siedlungen während im römischen Zeitalter diese zu einer großen Metropole, für damalige Verhältnisse, zusammenwuchsen.
Die Stadt spielte auch in der Seefahrt eine große Rolle, war sie doch direkt am Meer gelegen.
Im 7. Jahrhundert wurde die Versandung des Hafens immer größer und die Stadt verlor an Bedeutung.
Durch den immer noch günstigen Sitz der Stadt wurde diese als Basislager vieler Schlachten und Kämpfe genutzt bevor sie durch viele Brände völlig zugrunde ging.

Heute: Im 19. Jahrhundert begannen schon die Ausgrabungen in Ephesos. Vor allem wurde nach Überresten des Artemistempels gesucht, eines der 7 Weltwunder der Antike.
Dabei stieß man auf großartig erhaltene Bauten wie z.B. die Celsus-Bibliothek oder auch die vornehmen Hanghäuser mit vielen Mosaiken ebenso wie dem Hadrians-Bogen.

Lohnt es sich?
Ephesos ist trotz vieler Besuche eine meiner Lieblings-Ausgrabungsstätten. Hier könnt ihr viele gut erhaltene Prachtbauten sehen. Selbst die alten Straßenzüge sind größtenteils noch erhalten und ihr könnt auf diesen wandeln.
Das große Theater ist eins der schönsten und größten Theater die ich jemals gesehen habe und der Ausblick von dort in die Umgebung ist sagenhaft.
Mein Tipp: Holt euch auf jeden Fall das Extra-Ticket für die Hanghäuser. Die Mosaike lohnen sich und an einigen Stellen gibt es Plexiglasboden um auf den Ausgrabungen spazieren zu gehen.

2. Olympia (Griechenland)

Das Stadion in dem alles begann

Das Stadion in dem alles begann

Geschichte: Der Ort selber weißt eine Besiedlungsgeschichte auf die bis in die Jungsteinzeit zurück führt.
Natürlich ist das Stadion bekannt in welchem die olympischen Spiele das erste Mal stattfanden. Das ursprüngliche Stadion wurde ein paar mal erweitert und auch ein wenig außerhalb der Stadt gesetzt.
Auch galt Olympia als wichtige Pilgerstätte da hier ein Zeus-Heiligtum gebaut wurde. Insgesamt wurde die Stätte aber nie so bekannt wie zum Beispiel Delphi.

Heute: Im 19. Jahrhundert fingen hier die Ausgrabungen an und es wurden vor allem viele Tongefäße gefunden. Von der Stadt selber war nicht viel übrig. Ein reines Trümmerfeld.
Auch heute noch wird das olympische Feuer durch Schauspielerinnen in traditionellen Kostümen vor dem alten Hera-Tempel entzündet – einige Monate vor den eigentlichen Spielen.

Lohnt es sich?
Ich war enttäuscht – wirklich enttäuscht. Ein paar „alte Steine“, kaum etwas liegt aufeinander. Es sieht aus wie ein heilloses Durcheinander. Natürlich ist es ein schönes Gefühl im Stadion zu stehen oder auch an der Stelle an der das olympische Feuer entzündet wird.
Leider hat es sich für mich nicht wirklich gelohnt.

3. Ostia (Italien)

Alte Bauwerke in Ostia

Alte Bauwerke in Ostia

Geschichte: Die antike Hafenstadt Roms. Sie wurde ursprünglich als Waffenlager, Verteidigungs- und Handelsposten von Rom errichtet.
Durch Ausgrabungen weiß man, dass Ostia im 2. Jahrhundert seine Blütezeit erlebte mit ca. 50.000 Einwohnern.
So bedeutend die Hafenstadt war – die Verlandung der Stadt schritt mit großen Schritten voran und die Stadt verlor ihre Bedeutung. Vor allem nach dem Bau einer neuen Hafenstadt wurde Ostia komplett verlassen.

Heute: Rund 2/3 der Stadt sind heute ausgegraben. Sie liegt nur ca. 23km südlich von Rom und ist daher ein beliebtes Tagesausflugsziel.

Lohnt es sich?
Hier spalten sich die Geister. Während vieler meiner Kollegen von der Stadt enttäuscht waren, hat sie mir sehr gut gefallen. Es ist keine Ausgrabungsstätte die vergleichbar mit Ephesos wäre von der Größe her, aber die Gebäude sind gut erhalten. Hier und da könnt ihr noch tolle Bodenmosaike entdecken und auch die Dorfkneipe ist gut erhalten.
Trotzdem ist der ein oder andere vielleicht etwas enttäuscht wenn man andere Ausgrabungsstätten kennt.

4. Tal der Könige (Ägypten)

Geschichte: Schon seit der Altsteinzeit war die Gegend rund um das Tal der Könige besiedelt. Im Tal befinden sich die Gräber der ägyptischen Herrscher aus der Zeit von ca. 1500-1000 v. Chr.
Der berühmteste Begrabene hier war Tutanchamun, der Kinderherrscher.

Heute: Bis heute wurden insgesamt 64 Gräber und Gruben gefunden. Die meisten waren von Grabräubern komplett ausgeräumt, während sich in manchen noch das ein oder andere Relikt fand.
Im Jahr 1922 öffnete Howard Carter das Grab des Tutanchamun und sah zu seinem Erstaunen, dass es kaum geplündert war. Heute kann jeder Besucher 3 Gräber besuchen, die variieren können. Für das Tutanchamun-Grab wird extra Eintritt verlangt.
Filmen und Fotografieren ist nicht erlaubt.

Lohnt es sich?
JA! Nehmt euch mal vor Augen wie in der heutigen Zeit die Gräber aussehen. Und dann geht zum Tal der Könige und bestaunt die Baukunst aus damaligen Zeiten.
Riesige Tunnel führen über leicht abfallende Wege in die Grabkammern und sind bestückt mit Wandmalereien. Ein absolutes Muss für jeden Ägypten-Besuch.

5. Paphos (Zypern)

Mosaike im Haus des Dionysos

Mosaike im Haus des Dionysos

Geschichte: Der Ursprung von Paphos ist ein Mysterium. Die ältesten Funde lassen sich auf die Bronzezeit datieren. Außerdem gehen die Archäologen davon aus, dass ab dem 15. Jahrhundert eine Siedlung existierte.

Heute: Paphos bezeichnet heute eine Hafenstadt in Zypern. In der modernen Stadt befinden sich ganz normale Cafés, Bar, Restaurants und Souvenirläden. Etwas außerhalb befindet sich aber ein riesiges Arenal ans Ausgrabungen. Am bekanntesten sind wohl die Königsgräber von Paphos, sowie die Mosaiken im Haus des Dionysos.

Lohnt es sich?
Für mich ist Paphos eine der best erhaltenen Ausgrabungsstätten die ich bisher gesehen habe. Die Königsgräber gehen in den Boden hinein und ihr könnt durch sie hindurch laufen.
Auch die Bodenmosaike im Haus des Dionysos sind einzigartig, denn sie weisen sogar eine große Farbvielfalt auf. Über Plexiglasböden und Stege könnt ihr so direkt über eben diese laufen.

6. Petra (Jordanien)

Die Königsgräber in Petra

Das Schatzhaus in Petra am Ende der Schlucht

Geschichte: Auch hier ist es wieder schwer die Geschichte komplett nachzuvollziehen. Die einzelnen geschichtlichen Nachweise gehen nur bruchstückhaft aus der biblischen, griechischen und römischen Geschichte hervor.
Was man weiß ist, dass Petra die Hauptstadt des Reichs der Nabatäer war. Diese nannten die Stadt aber höchstwahrscheinlich nicht Petra sondern Reqem, Reqmu oder Rakmu.

Heute: Petra gilt als eine der größten Sehenswürdigkeiten des Nahen Ostens und wird jährlich von rund 1 Millionen Touristen besucht.
Dabei wurde Petra erst 1812 für die Europäer wieder entdeckt.
Im Jahr 1929 wurde mit den Ausgrabungen begonnen die zu immer größeren Touristenströmen führten.
Die atemberaubende Kulisse wird auch gerne für Filmdrehs, wie z.B. den Indiana Jones Filmen, genutzt.

Lohnt es sich?:
Gut zu Fuß müsst ihr sein um Petra voll genießen zu können. Vom Eingangstor zur eigentlichen Ausgrabungsstätte führt eine lange und enge Schlucht. Hier müsst ihr immer aufpassen um nicht von irgendwelchen Wagen überrollt zu werden.
Am Ende der Schlucht wird man aber dann fast erschlagen von der Gewaltigkeit des Schatzhauses. Was für ein magischer Anblick.
Doch bleibt bitte nicht hier stehen sondern geht rechts rum weiter zu den anderen Ausgrabungen.
Auch Petra gehört definitiv zu den SEHR lohnenswerten Ausgrabungsstätten.

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Natürlich hätte ich noch viele andere Ausgrabungsstätten aufzählen können, Rom als solches, die Akropolis und vieles mehr, aber ich wollte mich auf diese 6 beschränken.

Habt ihr Lieblings-Ausgrabungsstätten? Was haltet ihr von den hier aufgelisteten?



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