Heiß, Heiß, Baby: Erwärmungspause macht Pause

Heiß, Heiß, Baby: Erwärmungspause macht PauseEs war Januar und es war kalt. Bitterkalt. Mojib Latif hatte plötzlich Probleme. Noch 2007 hatte "Deutschlands rennomiertester Klimaforscher" sommerliche Temperaturen im April als "ein weiteres Zeichen für den Klimawandel" bezeichnet. In ihrer Fülle seien "die Anzeichen für den Klimawandel nicht mehr zu übersehen", verriet der Klimadynamiker vom Institut für Meereswissenschaften der Uni Kiel damals Deutschlands einziger amtlicher Nachrichtenagentur dpa. Schon der Herbst 2006 sei viel zu warm gewesen, auch der milde Winter hätte alle Rekorde gebrochen. "Das sind alles Anzeichen für eine globale Erwärmung", legte Latif ein für allemal fest. Bis Mitte des jahrhunderts werde es in Deutschland überhaupt keinen Schnee mehr geben, die Erhöhung der Atmosphärentemperatur bis 2100 "um wenigstens 15 Grad" sei nicht mehr aufzuhalten.
Dann aber dieser Winter. 20 Grad Minus, Schnee bis zum Dach. Latif ahnte, was kommen würde. Schnell setzte er ein Team auf die Frage an, wie er absehbaren Interviewanfragen begegnen könne, nun, da das Klima nicht tat, was die Klimawissenschaft vorgesehen hatte. Schnell war ausgerechnet: "Die Erderwärmung wird sich in den nächsten Jahren verlangsamen", beruhigte Mojib Latif noch im Januar 2010 alle vom Klimawandel enttäuschten Gläubigen. Es sei gerade nur so: die "Erwärmung macht eine Art Atempause".
Ein Mann, ein Wort, je nach nach Bedarf. Der kalte Winter bedeute nicht, dass der menschengemachte Klimawandel abgesagt werden müsse, nein! Wenn es kalt werde, obwohl er selbst ständiges Wärmerwerden prophezeit habe, überlagerten gerade nur mal "natürliche Schwankungen den generellen Temperaturanstieg". Man müsse natürlich weiterhin mit kalten Wintern rechnen, denn der Einfluss der globalen Erwärmung auf das Wettergeschehen sei ja zum Glück noch relativ gering. "Die globale Temperatur verharrt auf relativ hohem Niveau, seit 1998 hat es hier keine neuen Rekorde gegeben", rechnete Latif vor. Das liege daran, dass die globale Temperatur "von natürlichen Fluktuationen" werde, "die den generellen Erwärmungstrend überlagern". Sie könnten ihn beschleunigen, aber eben auch abschwächen. "Im Moment passiert das Letztere." Seinen Planungen zufolge könne die Phase der "Atempause" bis etwa 2015 andauern. "Danach dürfte die Erwärmung wieder losgehen, dann aber sogar beschleunigt."
Vorerst aber rechnete der "Grandseigneur der deutschen Klimaforscher" (Spiegel) nicht damit. "Die natürlichen Schwankungen sind zyklisch und sie treten von Jahrzehnt zu Jahrzehnt auf." Das ergebe eine Häufung von relativ warmen und kalten Phasen. Im Moment sei gerade kalt dran.
Die Phasen aber werden nicht nur immer extremer, sondern auch immer kürzer. Denn kaum brach der metereologische Sommer an, wurde es erst lange nicht warm, dann aber heiß. Mojib Latif, der den äußerst kalten Winter 2005 seinerzeit in der Klimabibel "Stern" als "seltene Laune der Natur" verspottet hatte, schien sich wiedermal geirrt zu haben: Die Erwärmungsatempause brachte 38 Grad - und das nicht 2015, sondern nur sechs Monate nach seiner wissenschaftlichen Voraussage, es werde nun erstmal nicht mehr wärmer.
Aber der beste Klimatologe, den Deutschland je gehabt hat, ist eben vor allem so gut, weil er immer weiß, woran es gerade liegt, dass seine eigenen Prognosen nicht eintreffen. „Das", verriet er dem Klimamagazin Bild jetzt, "sind die Spuren des lange prophezeiten Klimawandels." Der kalte Winter, den er eben noch als Ergebnis natürlicher Fluktuation und Ausdruck einer "Klimaatempause" verkauft hatte, ist nur noch "ein Ausrutscher". Jetzt ist heiß wieder normal, den Winter hat es nie gegeben. Und nun geht da auch wieder mehr, wenn auch weniger als noch vor fünf Jahren: „Bis zum Ende des Jahrhunderts werden die Temperaturen um fünf bis sechs Grad steigen", verspricht der Experte, der letztens noch in Steigerungsphantasien von 15 Grad geschwelgt hatte. "Dann reden wir im Sommer von Hitzewellen mit fast 50 Grad hier in Deutschland“, hat der Beste der Besten nun ausgerechnet. 38 plus 6 ist in der Klimaforschung schon immer fast 50 und Ausreden gibt es keine mehr für die Natur. Sie muss jetzt liefern, ohne Launen. Zumindest bis zur nächsten Atempause, die dann wieder auf einen Donnerstag fällt.Wir sprechen zwar verschiedene Sprachen. Meinen aber etwas völlig anderes.

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