Heartlee, A

Ein Gastbeitrag von Alfred Harth

Heute ist wieder ein Sonntag.
Routinemässig wurden früh die goldenen Türknäufe des Gotteshauses gewixt. Um elf ist Hauptmesse. Vor der Kirche Massen von schwarzen 666er Mercedessen, made in Mega-Therion, used in Mega-Therion. Deren Inhalte sitzen nun auf harten Holzbänken im Inneren des Gotteshauses & zelebrieren ihre Lithurgie der Macht.
„Erinnern wir uns an die Bergpredigt,“ beschwört der Priester von der Kanzel,“und tuen wir in allen Punkten das präzise Gegenteil!“ „Nema!“, antwortet die feierlich gestimmte Gemeinde (es geht auf den Geburtstag der Christengründers zu). In der megagrossen (privaten) Kirchengemeinde Koreas (sie untersteht allerdings nicht Rom) hat man längst kapiert, dass das Christentum des Westens eine Sache von Gewinnern ist (machst du hier eine Kirche auf, kannst du mit satten Einnahmen rechnen). Das macht es so begehrt. Mitten unter schwarz gekleideten Gläubigen hockt der Präsident mit auf der Holzbank, ein Demokrat. Er hat anstrengende Wochen & Monate, ja Jahre hinter sich, das Wort des megareichen Priesters (natürlich hat auch er mehrere Bodyguards) in die Tat umzusetzen.
Zuallererst wurden die Gesetze durchgepowert, die die Unterstützung der Armen (vom megahohen Schuldenbudget) streichen & die Reichen steuerbegünstigen. Dann die Sunshinepolicy seiner Vorgänger zur Hölle jagen, alle wichtigen Schaltstellen in der Medienlandschaft mit Gewalt umbesetzen. Ein grünes Projekt auf den Weg bringen und die vier grössten Flüsse der Halbinsel begradigen. Das bringt Arbeitsplätze & schwingt die Wirtschaft an. Des Bruders Präsident hat in dreijähriger Amtszeit 1 Milliarde $ mit den richtigen Gebeten verdient. Der Präsindent selbst hat den Nick 2MB – das heißt natürlich in des Volkesmund „zwei Mercedes-Benz“. Er ist ein Apostel. So wie sein Freund George W. Bush, der ihm eine schwarze Lederjacke schenkte. Und die muß er jetzt öfters überziehen,wenn es für den Apostelapostel gilt, immer wieder sein Militär aufzupolieren & dem Bruder im Norden eins draufzugeben. Das mit der Lederjacke sieht nach Arbeit aus, wenn die bewegten Bilder durchs TV laufen. Ganz & gar nicht prollig, nein, höchst präsidentiell! Es gibt soviel zu tun. Staatliche Stützen für Buddhisten & ihre heidnischen Tempel mit ihrem unkoreanischen Verhalten auf Null setzen.
Buddhisten sind doch keine Christen. Buddhisten sind keine Gewinnertypen & Schwächlinge. Weg mit ihnen. Überhaupt weg mit allem alten koreanischen Kram, lieber japanische Krähenfreunde vor- & reinlassen. Warum? Weil der Apostel in Japan geboren worden & sowas dann fast schon heilig wie Weihnachten ist. „Nema“ wiederholt die Gemeinde, Schwarzgeld klingelt an allen Ecken. Eine Figur hat sich ein Transparent gemalt, worauf steht: „Follow Jesus – love your brother (don’t provoke him)“. Dieser Mensch stand schon länger am Parkplatz vor der Privatkirche. Er sagt sich, dass er auch ein Recht habe, heute, am Sonntag mit seiner offenen Meinung in die Messe zu gehen. Am Portal wird er dezent von Bodyguards mit weissen Handschuhen aufgegriffen: Nur ohne Transparent (es könnte zur Waffe werden) in diese Kirche, dumme Sprüche müssen leider draussen bleiben.



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