Hallensaision reloaded

Die Celler Herbstjagd ist geschossen; nun geht es in die Halle, zur Erholung und zum Wiederaufladen!

Herbstjagd

Wie jedes Jahr beginnt das neue Sportjahr mit der Celler Herbstjagd. Eigentlich ist sie der Saisonabschluss, aber sie liegt halt immer am oder nach dem 1. Oktober. Es ist wieder ein schönes Turnier, diesmal mit 39 Zielen in 15er Wertung, wobei fünf als Hunter 20/10 zu schießen sind. Obwohl im bekannten Gelände, ist der Parcours dieses mal wieder komplett anders gestellt als zuletzt auf der LM 3D.

Bis auf drei oder vier Schätzfehler liege ich ganz gut, jedoch schlagen die Avalon vielfach wieder an. Den Glückspfeil von der DM Wald DBSV verliere ich recht früh; er geht unter ein Tier und bricht vorne ab. Viel zu oft schieße ich wegen der anschlagenden Pfeile 12er oder 10er, wo es 15er hätten sein müssen. So schaffe ich dann auch die magische 500 nicht ganz und beende das Turnier mit dem zweiten Platz.

Dieses Mal wähle ich bei der Siegerehrung übrigens keine Rehkeule, sondern eine Wildschwein-Zwiebelmettwurst.

Bogenwahl

Die Avalon TecOne 900 werden nun vom GMX verbannt. Für diese Pfeile habe ich das alte PSE X-Factor Mittelstück reserviert, auf das die ebenfalls älteren Win&Win Winex 68/34 Wurfarme kommen. Ich ergänze diesen Bogen mit dem Graf Visier und einer leichten Stabilisation - alles Komponenten aus meinem Vorrat. Ein erster Test zeigt, dass die Avalon hierauf passen, aber wohl noch etwas zu weich sind.

Aber es passt - und zu gegebener Zeit werde ich diesen Bogen als 3D-Bogen für die Außensaison 2018 einschießen.

Beim GMX nehme ich nun die kürzlich neu beschafften Easton ACG 810 und richte den Bogen darauf ein. Das Meiste beschränkt sich im Überprüfen des Aufbaus: Wurfarmausrichtung, Tiller etc. Beim Button muss ich in der Tiefe etwas nachjustieren, doch schon beim Rohschafttest sehe ich, dass die ACG genau zu dem Bogen passen. Bis 25 m liegt der Rohschaft schnell in der Gruppe; ausreichend gut für die Halle!

Nebeneffekt dieser Ergebnisse ist, dass ich auch die ACC 680, die ich eigentlich einmal für die Halle vorgesehen hatte, nun auch noch verkaufen kann ...

Zur Vollständigkeit sei noch erwähnt, dass ich eine gute Gelegenheit im Bogensportforum ergreife, um noch einen Reserve-Wurfarmsatz zu kaufen: ein fast nagelneues Paar Win&Win Inno Ex Power 70/34 in glänzender Ausführung, das fast schon zu hübsch ist, um es mit ins Feld zu nehmen. Ich werde dieses Paar als Reserve an die Seite legen; ggf. kommt es auf dem Gillo G1 Mittelteil in der Halle oder bei der FITA zum Einsatz.

Damit habe ich jetzt wieder drei vollständige Bögen mit nominell gleichem Zuggewicht!. Wenn ich das mit dem Schießstil jetzt wieder hin bekomme, kann 2018 ein schönes Sportjahr werden!

Schießstil

Das Schießen mit dem zu hohem Zuggewicht hat meinen Schießstil über ein bis eineinhalb Jahre gehörig verunsichert bzw. durcheinander gebracht. Jetzt in der Hallensaison gilt es, meinen Stil wieder neu aufzubauen und zu festigen. Schwerpunkte sind:

  • Stand und Körperspannung: aufrechte und stabile Haltung,
  • Griff in die Sehne mit allen drei Fingern: „Hooking",
  • Bogenarm: tiefe Schulter, passend ausgedrehter Ellenbogen, stabiler, lockerer Griff,
  • Zugarm: gute Kraftlinie, tiefe Schulter, tiefer Ellenbogen, Rotation und Rückenzug,
  • Lösen und Nachhalten.

Auf de Basis des aktuell Möglichen lasse ich mich beim ersten Hallentraining fotografieren und will aus dem Ergebnis meine Schlüsse ziehen.

Hier bin ich schon auf gutem Weg. Der Kopf steht gerade bis leicht erhaben. Der Bogenarm steht gerade und stabil, der Druckpunkt liegt tief in der Schale. Der Ringfinger könnte noch etwas tiefer greifen und der Ellenbogen ist nicht mehr ganz so hoch wie vor kurzem noch. Die Kraftlinie Ellenbogen-Zugfinger-Druckpunkt ist schon fast gerade.

Die Positionierung der Schultern ist parallel zur Schusslinie. Besser wäre es, Schulter und Bogenarm in eine Linie zu bringen, doch dies konnte ich schon immer nicht. Aber vielleicht kann ich mich dem ja noch annähern. - Die Kraftlinie Ellenbogen-Zugfinger-Druckpunkt ist fast gerade. Vielleicht lässt sich das mit dem Einbringen der Bogenarmschulter noch etwas optimieren.

Die Zugarmschulter wandert schon einigermaßen gut zur Bogenarmschulter. Wenn ich die linke Schulter noch besser vor in die Kraftlinie brächte und den Zugellenbogen etwas herunter bekäme, könnte ich mit der Zugarmschulter weiter herum kommen und könnte einen besseren Rückenzug mit Rotation durchführen. Der Kopf könnte noch etwas gerader und aufrechter stehen.

Trotz der noch nicht optimalen Haltung gelingt der Lösevorgang schon viel besser als zuletzt mit dem höheren Zuggewicht. Hier löse ich schön eng am Hals und gerade nach hinten. Ich weiß nun ziemlich genau, wann der Klicker kommt und kann dann gut durchziehen. Momentan jedenfalls besonders dann, wenn ich nicht auf den Zielpunkt ziele. Wenn ich aber ziele, blockiert mich das noch etwas. Hieran muss ich arbeiten, denn das soll nicht so etwas wie eine kleine Scheibenpanik werden: Schießen auf die nackte Scheibe und Zielpunkt freie Auflagen ist angesagt!

Das Problem mit dem Zielen kann sich aber auch entspannen, wenn ich wieder ein signifikanteres Visierkorn einsetze. Das Titan Scope eignet sich nur wenig für die Hallenspots und auch der Spigarelli Korntunnel bildet in der Halle für mich nur einen schwachen Kontrast vor der Auflage. Ab nächstem Training werde ich wieder den Shibuya Fiber Pin Tunnel verwenden!

Auf diesen Befund gilt es nun aufzubauen. Jedoch kommt ab Mitte Oktober erst einmal die wohl verdiente Ruhepause, wenn ich eine Woche in Plymouth bin. Hieraus ergeben sich 12 bis 14 Tage bogenfreie Zeit, in der sich alle Muskeln regenerieren können. Ab 25. Oktober geht es dann weiter.

Die Hallenmeisterschaftsrunde schreibe ich mental erst einmal ab. Ich schieße die Vereins- und Kreismeisterschaften zwar mit, will aber in dieser Saison keine Erwartungen hieran hegen. Ob ich zur Landesverbandsmeisterschaft fahre, entscheide ich erst dann, wenn es sein muss. - Diese Hallensaison dient der Selbstfindung, nicht mehr und nicht weniger!